Yolngu Bark Petition

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Die Yolngu Bark Petition (engl.: bark = Baumrinde), auch Yirrkala Bark Petition genannt, war die erste Petition, die im Jahr 1963 auf einer bemalten Baumrinde und mit Schreibmaschinentext auf Papier im australischen Parlament übergeben wurde. Sie war in traditioneller Form mit Ocker bemalt und mit Text sowohl in Englisch als auch in Gumatj, einer indigenen Sprache, gestaltet. Diese Petition hatte große Bedeutung für die Aufnahme von Menschenrechten der indigenen Bevölkerung in der Verfassung Australiens, darüber hinaus gilt sie als ein historisches Dokument dieser Demokratie und Ausgangspunkt der Landrechtebewegung der Aborigines.[1][2]

Unterzeichnet hatten die Petition 13 führende Vertreter des Aborigines-Clans der Yolngu aus dem Gebiet der Gove-Halbinsel, die im Arnhem Land im Northern Territory liegt.

Anlass[Bearbeiten]

Als im Februar 1963 der australische Premierminister Robert Menzies bekannt gab, dass seine Regierung den Abbau eines großen Bauxitvorkommens auf der Gove-Halbinsel genehmigt habe, kam es zu Protesten der dort lebenden Aborigines. Sie befürchteten, dass ihre Landrechte verletzt und ihre geheiligten Stätten zerstört werden könnten. Die liberalkonservativ geführte Regierung entgegnete, dass sie eine Abbaugenehmigung der lokalen Bevölkerung erhalten habe. Später kam heraus, dass sie lediglich Vertreter der Methodist Overseas Mission konsultiert hatte, die die Aborigines-Missionsstation in Yirrkala führten. Kein Führer der Aborigines war gefragt worden. Vertreter der Regierungsopposition besuchten im Juli 1963 die Yolngu und rieten ihnen eine Petition einzureichen. Die als Yolgnu Bark Petition bekannt gewordene Petition wurde am 14. August 1963 übergeben, wie auch später zwei weitere Petitionen auf Baumrinde. Da dem Anliegen der Aborigines nicht entsprochen wurde, reichten diese Klagen vor Gericht ein, die abgewiesen wurden.[2]

Dennoch offerierte die damalige Bergbaugesellschaft Nabalco eine Kompensationszahlung, erkannte damit die Landrechte der Aborigines an und erklärte, dass sie die geheiligten Plätze der Aborigines respektieren werde. 2007 übernahm Rio Tinto die Gove-Bauxitmine und die Rirratjingu, Gumatj and Galpu Traditional Owners, das Northern Land Council und Rio Tinto unterzeichneten 2011 einen Vertrag über den Betrieb der Gove-Bauxitmine über die Dauer von 42 Jahren bis ins Jahr 2053.[3]

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Petition aus dem Jahr 1963 war die einzige, die im Parliament House in Canberra ausgestellt wurde, in der auch die Magna Carta und die Australische Verfassung gezeigt werden. Aufgrund der besonderen Form erzeugte diese Petition nationale und internationale Aufmerksamkeit. Sie wird auch in Australien als ein Beispiel für eine Brücke zwischen den Rechts- und Kulturauffassungen der Aborigines und der Weißen verstanden. Im Kampf der Aborigines um ihre Gleichberechtigung in der australischen Gesellschaft leistete die Yolgnu Bark Petition einen wichtigen Beitrag.

Vor der Yolngu Bark Petition gab es bereits Petitionen der Aborigines, die auch Auswirkungen auf das australische Recht hatten, die entweder der Queen Victoria oder an britische Kolonialregierungen übergeben wurden. Bedeutend für die Entwicklung von Landrechten der Aborigines vor der Yolngu Bark Petition waren der Batman’s Treaty (1835), die Wybalenna Petition (1847) und Coranderrk Petition (1882). Weitere Petitionen auf Baumrinde, die von großer Bedeutung waren, folgten nach der Yolngu Bark Petition in den Jahren 1968, 1988, 1998 und 2008.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. foundingdocs.gov.au: Documenting a Democray. Yirrkala bark petitions 1963, in englischer Sprache, abgerufen am 1. Februar 2013
  2. a b c australia.gov.au: Indigenous Bark petitions: Indigenous art and reform for the rights of Indigenous Australians, in englischer Sprache, abgerufen am 30. Januar 2013
  3. riotintoalcan.com (PDF; 513 kB): Gove, in englischer Sprache, abgerufen am 30. Januar 2013