Yonatan Netanyahu

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Netanjahus Grabstein in Herzl-Berg in Jerusalem, Nationaler Militärfriedhof, Israel

Yonatan „Yoni“ Netanyahu oder Jonathan Netanjahu (* 13. März 1946 in New York City; † 4. Juli 1976 in Entebbe, Uganda; hebräisch: יונתן "יוני" נתניהו) war Oberstleutnant der Spezialeinheit Sayeret Matkal der Israelischen Streitkräfte, der bei der Befreiung eines durch palästinensische und deutsche Terroristen entführten Flugzeugs umkam.

Leben[Bearbeiten]

Jonathan war der älteste Sohn von Zila und Benzion Netanjahu. Sein Vater war Professor für jüdische Geschichte und Herausgeber der Encyclopaedia Hebraica. Sein jüngerer Bruder Benjamin Netanjahu war von 1996 bis 1999 Ministerpräsident Israels und bekleidet dieses Amt erneut seit April 2009. Sein Bruder Iddo ist Radiologe und Autor.

Er wurde während der Operation Entebbe in Entebbe, Uganda getötet. Er war als Soldat in der Spezialeinheit Sajeret Matkal Anführer der Operation, die von Israel zur Befreiung der zum größten Teil israelischen Geiseln palästinensischer Terroristen der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und zweier deutscher Terroristen der Revolutionären Zellen entsandt wurde. Netanjahu war der einzige getötete israelische Militärangehörige der Befreiungsaktion.

Gedenken, Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ihm zu Ehren wurde die Militäraktion zur Geiselbefreiung in Entebbe offiziell in Operation Jonathan umbenannt.

Netanjahu wurde für seine Verdienste im Jom-Kippur-Krieg mit der Medal of Distinguished Service (hebr.: עיטור המופת) ausgezeichnet.

Seine Familie gründete in seinem Gedenken das Jonathan Institute, das bis 1980 von seinem Bruder Benjamin Netanjahu geleitet wurde,[1] und das sich der Organisation von prominent besetzten Konferenzen und Veröffentlichungen zur Thematik des gegen Israel gerichteten Terrorismus widmete.[2]

Fünf Jahre nach seinem Tod waren in Israel bereits rund 70 Schulen, Parks und andere öffentliche Orte und Einrichtungen nach ihm benannt.[3]

Am ehemaligen Flughafengebäude von Entebbe erinnert seit 2005 eine Gedenktafel an die Militäraktion und an Netanjahu.

Filme[Bearbeiten]

  • Follow Me: The Yoni Netanyahu Story (2012) Regie: Jonathan Gruber (auf Vimeo)
  • Yoni: The Life of Lieutenant Colonel Jonathan Netanyahu (2002, 57 Min.) Regie: Semion Vinokur (auf YouTube)

Theaterstück[Bearbeiten]

  • To Pay the Price (2009), Autor: Peter-Adrian Cohen

Literatur[Bearbeiten]

  • Self-Portrait of a Hero: From the Letters of Jonathan Netanyahu 1963-1976; Netanyahu, Jonathan / Netanyahu, Benjamin / Netanyahu, Iddo (1998); Warner Books. ISBN 0-446-67461-3
  • The Letters of Jonathan Netanyahu : The Commander of the Entebbe Rescue Operation; Jonathan Netanyahu (2001); Gefen Publishing House. ISBN 978-965-229-267-4
  • Yoni: Hero of Entebbe; Max Hastings (1979); DoubleDay. ISBN 978-0-385-27127-1
  • Entebbe: A Defining Moment in the War on Terrorism--The Jonathan Netanyahu Story; Iddo Netanyahu (2003); Balfour Books. ISBN 978-0-89221-553-9
  • Yoni's Last Battle: The Rescue at Entebbe, 1976; Iddo Netanyahu, Yoram Harzony (2001); Gefen Publishing House. ISBN 978-965-229-283-4
  • Yoni Netanyahu: Commando at Entebbe; Devra Newberger Speargen (1997); Jewish Publication Society of America. ISBN 978-0-8276-0642-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benjamin Netanyahu, auf der Webseite der Jewish Agency, abgerufen am 20. Juli 2014 (englisch)
  2. Melani McAlister: Iran, Islam, and the Terrorist Threat, S. 151 f., in: Terrorism, Media, Liberation, herausgegeben von John David Slocum, Rutgers University Press, 2005 (englisch)
  3. Herbert Kupferberg: Entebbe: The Rescue, the Legend, the Lesson, S. 7 in: The Spokesman-Review vom 3. Mai 1981, abgerufen am 20. Juli 2014 (englisch)