Yorkville (Manhattan)

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Stadtviertel in Manhattan
Ein Teil von Yorkville im Osten der 86th Street zwischen der Second und Third Avenue

Yorkville ist ein Stadtteil in New York City auf der Upper East Side von Manhattan.

Lage[Bearbeiten]

Die Grenzen von Yorkville bilden der East River im Osten, die Third Avenue im Westen und die 96. Straße im Norden. Die südliche Grenze liegt für die meisten auf der 79. Straße, für manche auf der 72. Straße und für einzelne befindet sie sich in der 59. Straße.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Gegend von einem abseits gelegenen Vorort zu einem zentralen Quartier Manhattans begann in den 1860er Jahren. Die 1878 gebaute Hochbahn auf der Third Avenue erschloss das Gebiet und wirkte zugleich als Grenze zwischen dem kleinbürgerlich-mittelständischen Yorkville und den westlich angrenzenden, vornehmeren Teilen der Upper East Side bis zum Central Park.

Ab 1880 wurde Yorkville zur bevorzugten Wohngegend für deutschstämmige Einwanderer. Das Viertel übernahm die Rolle eines „Kleindeutschland“ von der auf der Lower East Side gelegenen Gegend um den Tompkins Square. Der Trend zur Abwanderung aus den dortigen, schlechteren Wohnverhältnissen nach Yorkville war um 1900 in vollem Gange. Den letzten Anstoß für die Etablierung von Yorkville als Zentrum deutscher Bewohner in Manhattan gab 1904 der Untergang des Dampfers General Slocum auf dem East River. Unter den mehr als 1000 Toten befanden sich viele Mitglieder der deutsch-lutherischen St. Mark’s Church, dem gesellschaftlichen Rückgrat des alten „Kleindeutschland“. Viele Überlebende verließen nach dem Unglück das alte Viertel.

Zum Zentrum von Yorkville entwickelte sich die 86. Straße, eine der großen zweispurigen Ost-West Straßen in Manhattan, die den Beinamen „German Broadway“ erhielt. Deutsche Kirchen, Theater, Vereine und Restaurants vermittelten den Bewohnern ein Stück alte Heimat. In den Blocks südlich der 86. Straße wohnten im Jahre 1890 ca. 80.000 in Deutschland geborene Neu-New Yorker. Allerdings war Yorkville zu keiner Zeit so deutsch geprägt, wie es zuvor die Gegend um den Tompkins Square gewesen war. Zum einen zählte auch eine große Zahl anderer Nationen zur Wohnbevölkerung von Yorkville, namentlich Einwanderer aus Ungarn und Böhmen, aber auch aus Irland. Zum anderen ging die Einwanderung aus Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts stark zurück, es fehlte daher der stete Zustrom, der es etwa den italienischen Vierteln New Yorks lange Zeit ermöglichte, eine eigene Identität zu wahren. Schließlich bewirkte der Erste Weltkrieg mit dem Kriegseintritt der USA 1917, dass „Deutsch“ mit dem Land und der Sprache des Feindes verbunden war, was für die deutschstämmigen Einwanderer einen verstärkten Assimilationsdruck bedeutete. Zudem reduzierte der allgemeine Trend zum Umzug in die Vororte die Bevölkerung in Manhattan; schon 1930 lebten die meisten deutschen Familien im Stadtteil Queens. Die Emigration deutscher Flüchtlinge in der Zeit des Nationalsozialismus brachte Yorkville nur vorübergehend etwas von seinem alten Charakter zurück. Der Abbau der Hochbahn auf der Third Avenue Mitte der 1950er Jahre beseitigte die „natürliche“ Grenze des Viertels, vielgeschoßige Apartmenthäuser zerstörten die geschlossene Optik der alten Blockbebauung.

76. Straße zwischen 2nd und 3rd Avenue

Deutsche Spuren in Yorkville[Bearbeiten]

An ein deutsches Viertel erinnert heute in Yorkville nur noch wenig. Am East River auf Höhe der 86. Straße befindet sich der Carl Schurz Park, benannt nach einem der erfolgreichsten deutschen Einwanderer, dem rheinischen „1848“-Revolutionär und späteren US-Senator Carl Schurz. Vereinzelt finden sich noch Geschäfte und Lokale, die mit deutschen Produkten werben und von denen das Feinkostgeschäft Schaller & Weber an der Second Avenue das bekannteste ist. In der German Ev. Lutheran Zion St. Mark's Church in der 84. Straße werden noch deutschsprachige Gottesdienste abgehalten, ebenso wie in der katholischen St. Joseph’s, Yorkville, in der 87. Straße (dort hielt Papst Benedikt XVI bei seinem USA-Besuch im April 2008 eine ökumenische Gebetszeit). Die Steubenparade, seit 1957 als festlicher Umzug deutschstämmiger Amerikaner abgehalten, führt von der Fifth Avenue hinauf bis zur 86. Straße und auch das deutsche Goethe-Institut hat auf Höhe der 83. Straße sein New Yorker Büro.

Söhne und Töchter von Yorkville[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ric Burns/James Sanders/Lisa Ades: New York. Die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute, München 2002
  • Agnes Bretting: „Little Germanies" in New York, in: G. Moltmann (Hrsg.), Von Deutschland nach Amerika (Band 5), Stuttgart 1992

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

40.7762231-73.9492079Koordinaten: 40° 46′ 34″ N, 73° 56′ 57″ W