You’ve Lost That Lovin’ Feelin’

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You’ve Lost That Lovin’ Feelin’ ist der Titel einer Ballade, die im Original von den Righteous Brothers im Jahr 1964 aufgenommen wurde und zu den meistgespielten Popsongs aller Zeiten gehört.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Song wurde von Phil Spector (zugleich auch der Musikproduzent), Barry Mann und dessen Ehefrau Cynthia Weil geschrieben. Nachdem die drei das Werk fertiggestellt hatten, wurde es den Righteous Brothers angeboten. Das Stück wurde zwischen August und November 1964 im Studio A der Gold Star Studios in Los Angeles aufgenommen. Die Righteous Brothers waren keine wirklichen Brüder, sondern ein Gesangsduo, bestehend aus dem Bass-Bariton Bill Medley und dessen Partner Bobby Hatfield. Im Hintergrund wird ein Mädchenchor eingesetzt, zu dem auch die junge Cher gehörte (im Crescendo des Lieds herauszuhören). Zu den Sessionmusikern wurde Saxophonist Jim Horn berufen, der für Spector häufig gearbeitet hatte. Barry Mann und dessen Partnerin Cynthia Weil komponierten den Song nach dem Vorbild von Baby I Need Your Lovin’ der Four Tops (siehe Holland-Dozier-Holland) in einem Hotel, wo sie ihn auf einem Hotelpiano strukturierten. Als sie die Komposition Phil Spector, dem Chef des Labels Philles Records, vorführten, war dieser sofort begeistert und veränderte mit ihnen gemeinsam die Bridge[1].

Produktion[Bearbeiten]

Righteous Brothers - You’ve Lost That Lovin’ Feelin’

Das Stück ist von Arrangement und Klangtechnik eines der charakteristischsten Beispiele des „Wall of Sound“, wie die typische Produktionsweise von Phil Spector genannt wurde. Dazu gehörte die orchestrale, nahezu symphonische Intonierung mit Geigen und Bläsersektionen, kompakt durch Overdub im Gold Star Studio A von Los Angeles übereinander gemischt. Die von Gene Page arrangierte Einspielung mit den Mitgliedern der Wrecking Crew, darunter Glen Campbell (Rhythmusgitarre), Don Randi (Piano), Barney Kessel (6-saitiger Bass), Carol Kaye (Fender-Bass), Ray Pohlman (Kontrabass) und Earl Palmer (Schlagzeug), erforderte insgesamt 38 Takes. Alleine der Einsatz von drei Bassinstrumenten zeigt, wie bassgeladen der Sound wurde.[2] Cynthia Weil war allerdings der Meinung, dass der Song „zu langsam und zu lang“ war, um als Hit in der „British Invasion“ zu bestehen.[3] Es wurde ein anderes Endstück eingemischt, das das Lied noch dramatischer erscheinen ließ. Die Spieldauer des Stücks betrug drei Minuten und 45 Sekunden und war damit für die damalige Zeit für das Airplay-Format zu lang geraten. Nach der letzten Abmischung wurde die Ballade mit der Katalog-Nr. „Philles 124“ am 5. Dezember 1964 veröffentlicht. Bereits am 12. Dezember 1964 kam sie in die US-Charts, wo sie am 6. Februar 1965 den ersten Platz erreichte. Das gelang dem Stück auch in Großbritannien; es wurde weltweit über acht Millionen mal im Radio gespielt,[4] widerlegte damit die anfänglichen Befürchtungen seiner Macher und brachte es zum Millionenseller-Status. Im Dezember 1999 veröffentlichte die BMI die „Top 100 Songs of the Century“, eine Liste der meistgespielten Songs in Radio und Fernsehen, die von You’ve Lost That Lovin’ Feelin’ angeführt wurde.[5]

Coverversionen[Bearbeiten]

You’ve Lost That Lovin’ Feelin’ gehört zu den wenigen Nummer-eins-Hits, die gleich dreimal durch verschiedene Interpreten in die Top-20-Charts kamen. Auch erfolgreich waren mit dem Stück Cilla Black (Platz 2 in Großbritannien im Januar 1965), Dionne Warwick (Platz 16 in den USA im September 1969) und Daryl Hall & John Oates (Platz 12 im September 1980). Der Broadcast Music Incorporated (BMI) zufolge sind insgesamt 23 Coverversionen registriert[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fred Bronson, "The Billboard Book of Number One Hits", New York, 1985, S. 166
  2. Mark Ribowsky, He's A Rebel, 1989, S. 186
  3. David Hinckley, 1991,Notes from Phil Spector: Back to Mono (1958-1969) Heft zur CD-Box
  4. Pressemitteilung der Broadcast Music, Inc. (BMI) am 13. Dezember 1999
  5. Showbiz Scene mit der Liste von BMI
  6. BMI-Registrierung

Weblinks[Bearbeiten]