Slippery When Wet

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Dieser Artikel behandelt das Album Slippery When Wet von Bon Jovi. Es gibt eine gleichnamige Single von The Commodores aus dem Jahr 1975 vom Album Caught in the Act.
Slippery When Wet
Studioalbum von Bon Jovi
Veröffentlichung 1. September 1986[1]
Label Mercury Records
Format CD, DualDisc, LP, MC
Genre Hard Rock, Pop Metal
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 44:02

Besetzung

Produktion Bruce Fairbairn
Studio Little Mountain, Vancouver (Kanada)
Chronologie
7800° Fahrenheit
(1985)
Slippery When Wet New Jersey
(1988)

Slippery When Wet (engl. für etwa: „Bei Nässe Rutschgefahr“) ist das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Bon Jovi. Es ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der Band und verhalf der Gruppe zum weltweiten Durchbruch. Es wurde 1986 veröffentlicht und feierte im darauffolgenden Jahr seine größten Erfolge. Stilistisch zählt das Album zum Hair Metal und markierte den Startschuss des kommerziellen Höhenflugs jener Musikrichtung Ende der 80er Jahre[2] und ist selbst eines der meistverkauften Alben jenes Genres. Die Band begann mit dem Album auch Trends, die sie mit den folgenden Alben fortführte und ausbaute, wobei sie sich dabei aber schrittweise vom Hair Metal entfernte.

Entstehung[Bearbeiten]

Straßenschild in New York

Nachdem Bon Jovis gleichnamiges Debüt-Album Bon Jovi mit einem Top-40-Hit in den USA einen für die Bandmitglieder respektablen Erfolg darstellte, war das zweite Album 7800° Fahrenheit, vor allem in den USA, ein Flop. Deswegen hatte sich der Druck auf die Band von Seiten des Plattenlabels erhöht, das nächste Album müsse ein Erfolg werden. Deshalb holten sich Jon Bon Jovi und Richie Sambora beim Schreiben der Songs für das Album Hilfe in Person von Desmond Child, mit dem sie zusammen drei Stücke für das Album verfassten.[3]

Eigentlich sollte das Album nach einem der darauf enthaltenden Lieder Wanted Dead or Alive benannt werden; das dazugehörige Albumcover wäre dann ein Photo der Band als Cowboys gewesen. Später stand auch der Titel Guns N’ Roses, nach der gleichnamigen Band, zur Auswahl.[4]

And I almost called „Slippery When Wet“ „Guns N’ Roses“ […] This is so us, you know, love-songs and cowboy-songs…

Jon Bon Jovi[4]

“Und ich hätte Slippery When Wet fast Guns N' Roses genannt […] So sind wir eben, weißt du, Liebeslieder und Cowboytitel...”

Jon Bon Jovi (Deutsche Übersetzung)[4]

Diese Ideen wurden aber aufgegeben, nachdem sich die Bandmitglieder nachhaltig von dem Auftritt einer Nachtclubtänzerin in einer Bar in Vancouver beeindrucken ließen. Die Dame hatte auf der Bühne eine Duschnummer aufgeführt und sich dabei von oben bis unten eingeseift. Daraufhin war klar, dass das Album nur Slippery When Wet heißen konnte.[3][5]

Davon inspiriert gibt es ein alternatives CD-Cover, auf dem eine Nahaufnahme von einer Teilnehmerin eines Wet-T-Shirt-Contests – auf ihrem T-Shirt steht der Name des Albums – abgebildet ist. Jedoch sprach sich das Label dagegen aus. Nur in Japan gab es Versionen des Albums mit diesem Cover.[5] Das Standard-Cover wurde ein nasser verwischter Schriftzug (Slippery When Wet) auf einer Mülltüte.

Die Lieder, die den Weg auf das Album fanden, wurden angeblich von Fans, der sogenannten Pizza Parlour Jury (oder auch Pizza Pie Jury), ermittelt, wobei es zu diesem Thema nur inoffizielle und widersprüchliche Aussagen seitens der Band gibt.[6] [7]

Musikalischer Stil[Bearbeiten]

Das Album besteht, bis auf Never Say Goodbye, mit dem langsamere Melodien angespielt werden, aus schnelleren, melodischen Tracks, die drum- und gitarrenorientiert instrumentiert sind, mit virtuosen Gitarrensoli. Vom Stil her ist es also dem Pop Metal zuzuordnen, da Pop-Einflüsse recht deutlich herauszuhören sind. Diese Kombination aus harter Rockmusik mit Ohrwurm-Melodien machte die Band weltweit bekannt und bescherte ihr eine große Fangemeinde. Inhaltlich dreht sich das Album, grob unterteilt, um zwei Themen: Liebe auf der einen Seite und Spaß (beziehungsweise Hoffnung und Lebensfreude bei Livin’ on a Prayer) auf der anderen. Nur Wanted Dead or Alive lässt sich gar nicht in dieses Schema einordnen. Das Lied beschäftigt sich eher mit dem Leben auf Tour und hat dabei einen glorifizierenden und aggressiven Unterton.

Die Kritiken waren von der Musik des Albums nicht begeistert. Sie rechneten den Erfolg des Albums zu großen Teilen, mehr noch als den eingängigen Melodien, dem Auftreten und Aussehen des Leadsängers Jon Bon Jovi zu.[8] Weiterhin fehle es den Texten der Lieder an Tiefe und sie bedienten lediglich Klischees.[9]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Slippery When Wet
  US 1 13.09.1986 (95 Wo.) [10]
  UK 6 20.08.1986 (123 Wo.) [11]
  DE 11 15.09.1986 (56 Wo.) [12]
  CH 1 14.09.1986 (35 Wo.) [13]
  AT 2 01.03.1987 (30 Wo.) [14]
Singles
You Give Love a Bad Name
  US 1 29.09.1986 (22 Wo.) [15]
  UK 14 09.08.1986 (11 Wo.) [11]
  AT 25 15.04.1987 (4 Wo.) [14]
Livin’ on a Prayer
  US 1 14.02.1987 (21 Wo.) [15]
  UK 4 25.10.1986 (15 Wo.) [11]
  DE 20 22.12.1986 (19 Wo.) [16]
  CH 12 04.01.1987 (12 Wo.) [13]
Wanted Dead or Alive
  US 7 06.06.1987 (17 Wo.) [15]
  UK 13 11.04.1987 (7 Wo.) [11]
  DE 47 01.06.1987 (8 Wo.) [17]
Never Say Goodbye
  UK 21 15.08.1987 (5 Wo.) [11]
[15]

[18] [10] [17] [12] [16] [14]

[13]

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Let It Rock (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 5:25
  2. You Give Love a Bad Name (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 3:42
  3. Livin’ on a Prayer (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 4:11
  4. Social Disease (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 4:18
  5. Wanted Dead or Alive (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 5:09
  6. Raise Your Hands (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 4:16
  7. Without Love (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 3:29
  8. I’d Die for You (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 4:31
  9. Never Say Goodbye (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 4:50
  10. Wild in the Streets (Jon Bon Jovi) – 3:54

Bonustracks der Special Edition[Bearbeiten]

Am 21. Mai 2010 erschien das Album in einer klanglich überarbeiteten Version, die außerdem folgende Liveaufnahmen beinhaltet, die während der Slippery-When-Wet-Tour aufgenommen wurden:

  1. You Give Love a Bad Name (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) (Live)
  2. Livin' on a Prayer (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) (Live)
  3. Wanted Dead or Alive (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) (Live)

DualDisc[Bearbeiten]

Am 13. Dezember 2005 wurde von Slippery When Wet eine DualDisc mit DVD-Bonus-Material veröffentlicht.[19]

Informationen zu einzelnen Liedern[Bearbeiten]

Singleauskopplungen[Bearbeiten]

You Give Love a Bad Name, Livin’ on a Prayer und Wanted Dead or Alive sind fester Bestandteil der Live-Auftritte der Band. Auch andere Songs vom Album werden immer noch live gespielt, im Gegensatz zu den Liedern der beiden vorherigen Alben, von denen nur noch Runaway, Bon Jovis erste Single, live gespielt wurde. Dies relativierte sich erst im Jahr 2009 mit der The-Circle-Tournee, bei der es mehrere Lieder der beiden ersten Alben wieder auf die Setlist gefunden haben.

Die Musikvideos zu den Singles des Albums ähneln sich: Sie zeigen alle hauptsächlich Live-Performances der Band. Jedoch ist das Video von Livin’ on a Prayer zweigeteilt: Im ersten Teil, der schwarz-weiß ist, wird eine Probe der Band gezeigt, wobei das Publikum fehlt. Mit einem Schlag der Drums setzt sich vor Beginn des zweiten Refrains das Video in Farbe fort und das Publikum ist plötzlich da. Wanted Dead or Alive ist komplett in Schwarz-Weiß gehalten und mischt Ausschnitte des Tour-Lebens mit einem Live-Auftritt.

Richie Sambora und Jon Bon Jovi spielten 1989 bei den MTV Video Music Awards, nur mit Akustik-Gitarren, ein Medley aus Livin’ on a Prayer und Wanted Dead or Alive. Dieser Auftritt gilt als Geburtsstunde von MTV Unplugged.[20]

Vor allem Livin’ on a Prayer, aber auch Wanted Dead or Alive, gelten nach Born to Run von Bruce Springsteen, in New Jersey als Art inoffizielle Hymne des Staates, der als einziger US-Bundesstaat keine offizielle besitzt.

You Give Love a Bad Name[Bearbeiten]

Das Lied ist eines der härteren, aggressiveren auf dem Album. Textlich wird das Verhalten einer Frau angeklagt, die einem Mann das Herz gebrochen hat. Wegen dieses Liedes und des eigentlichen Albumcovers wurde dem Album und der Band eine gewisse Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. Dazu trug auch bei, dass das alternative Albumcover, das im Booklet des Albums abgebildet ist, als Cover verschiedener Ausgaben der Single diente.[3] Außerdem ist im Booklet des Albums ein weiteres Bild abgedruckt, auf dem sechs leicht bekleidete Mädchen Autos waschen, auch die Entstehungsgeschichte für den Namen des Albums trug zu den Vorwürfen bei.

Auf dem Album This Left Feels Right, zum 20-jährigen Jubiläum der Band, ist eine andere Version des Lieds zu finden, die experimenteller ist und verschiedene musikalische Einflüsse aufweist, beispielsweise Country und Rhythm and Blues. Diese alternative Version setze sich gegenüber der Albumversion nicht durch. Allerdings wurde sie bei den MTV-Unplugged-Auftritten der Band 2007, wenn auch weniger experimentell, gespielt. Dabei wurde das Lied als Medley mit Hit the Road Jack dargeboten.

Der Song wurde ursprünglich für die Band Loverboy geschrieben, gefiel Jon und Richie aber so gut, dass sie sich von diesem Lied nicht trennen wollten und es auf Slippery When Wet erschien. Schließlich wurde die Single der erste Nummer-1 Hit der Band und der Pop-Metal-, beziehungsweise der Hair-Metal-Musik.[2]

Im Jahr 2012 veröffentlichte die Sängerin Anastacia auf ihrem Album It's a Man's World eine Coverversion des Songs.

Livin’ on a Prayer[Bearbeiten]

Der Song handelt von dem Arbeiter-Pärchen Tommy und Gina. Sie stehen für die durchschnittlichen Einwohner von New Jersey der 80er Jahre, die das Klischee der armen Arbeiter im Gegensatz zum gut verdienenden New Yorker darstellen (“Tommy used to work on the docks” und “Gina works the diner all day”). Bon Jovi stellte hiermit ihre Verbindung zum Heimatstaat New Jersey klar, ein Anliegen, das sie seit Gründung der Band förderten. Die Hauptaufgabe des Songs soll es sein, den Menschen Hoffnung zu spenden, dass sie alles überstehen werden (“We’re half way there, […] take my hand, we’ll make it I swear”). Am Ende des Liedes erhöht sich noch einmal die Tonlage des Refrains, was auch sinnbildlich als Aufstieg zu betrachten ist, als Happy End.[3] Dieses Lied ist bis heute einer der erfolgreichsten und bekanntesten Hits der Band.

Jon Bon Jovi wollte den Titel ursprünglich nicht auf Slippery When Wet verwenden.[21] Zwei Gründe hierfür waren, dass er das Lied nicht gut genug fand und es für ihn am Ende aufgrund der hohen Tonlage schwer zu singen ist. Schließlich konnte Richie Sambora ihn dennoch überreden, so dass man den Song für das Album neu aufnahm.

I wrote that song during the Reagan era and the trickle-down economics are really inspirational to writing songs…

Jon Bon Jovi[22]

Beim Intro des Liedes wurde eine Talkbox verwendet. Die Band setzte die Talkbox später häufiger ein, so ist sie zum Beispiel auch in ihrer 2000er-Single It’s My Life zu hören.

Die akustische Version von Livin’ on a Prayer (jene Version die Jon und Richie bei den VMA’s 1989 spielten, beziehungsweise die Version aus dem Jahr 1994, bekannt als Prayer ’94) verändert die Dynamik des Songs. Die durchweg aufheiternde Stimmung, ein Happy End der Album-Version, wird infrage gestellt. Diese Version spielte die Band meist bei besonderen Anlässen, zum Beispiel als Bon Jovi 2006 in die UK Music Hall of Fame aufgenommen wurden oder bei ihren MTV-Unplugged-Auftritten in New York im Jahre 2007.[3]

In den Touren, im Zusammenhang mit den Erfolgen des Albums, bekam Jon Bon Jovi Probleme mit seiner Stimme. Das lag daran, dass unter anderen dieses Lied Stellen im Refrain und am Ende hat, bei denen er sehr hoch zu singen hatte, und die Band das Lied so oft spielen musste. Mit der Hilfe eines Vocalcoaches hat Jon Bon Jovi diese Probleme in den Griff bekommen, allerdings lässt Jon Bon Jovi inzwischen bei den Live-Auftritten die hohen Stellen des Liedes aus.

Eine Demo-Version des Liedes wurde als Hidden Track 2004 mit der CD-Box 100,000,000 Bon Jovi Fans Can’t Be Wrong veröffentlicht, eine weitere Version ist auf der US-Variante ihres Best-Of-Albums Cross Road zu finden: Prayer ’94. Auf dem Jubiläumsalbum der Band, This Left Feels Right, ist ebenfalls Livin’ on a Prayer, in der Prayer-’94-Variante, zu hören. Dabei singt Jon Bon Jovi mit Olivia d’Abo das erste Duett auf einer Veröffentlichung der Band. Daraufhin arbeitete Bon Jovi im Zuge der nächsten beiden Studioalben bei weiteren Liedern mit anderen Künstlern zusammen.

Einige nachfolgende Songs von Bon Jovi haben einen textlichen Bezug auf Livin’ on a Prayer, zum Beispiel: 99 in the Shade (1988), Fear (1992), It’s My Life (2000), sowie Novocaine (2005).

Wanted Dead or Alive[Bearbeiten]

Laut Jon Bon Jovi haben Richie Sambora und er den Song 1986 innerhalb eines Abends im Haus von Richie Samboras Eltern komplett geschrieben und eingesungen.[23] Das Lied ist vom „Wilden Westen“ inspiriert, was dem Song eine deutliche Cowboy-Attitüde verleiht, sowohl kompositorisch als auch textlich. Der Song handelt vom Leben auf Tour und verbindet das mit dem „Cowboy-Lifestyle“. Trotz der Glorifizierung dieses Lebens, besitzt das Lied eine sehnsüchtige, depressive Ausstrahlung. Insgesamt ist der Anteil von Richie Sambora an der Gesamtkomposition dieser Single sehr groß.[3]

Eine Besonderheit und das Erkennungszeichen dieses Liedes ist das klassische Gitarren-Intro mit der Akustik-Gitarre. Wenn der Song Live gespielt wird setzt sich Richie Sambora meistens, wenn er nicht von Anfang an einen trägt, einen Wanted-Dead-or-Alive-Hut auf. Außerdem teilen Jon Bon Jovi und Richie Sambora sich die Lead-Vocals der letzten Strophe, anders als auf der Album-Version.

Ein ähnlichen thematischen und musikalischen Inhalt weist das gesamte erste 1990 veröffentlichte Soloalbum Blaze of Glory von Jon Bon Jovi auf, der damit seine Cowboy- und Wildwest-Affinität noch stärker zum Ausdruck brachte. Jedoch hat auch die Band diese Affinität beibehalten, erkennbar zum Beispiel an Dry County aus 1992; aber auch noch an z.B. Put the Boy Back in Cowboy aus 2007. Allerdings ging mit der Zeit die Aggressivität größtenteils verloren und gab Klängen der Country-Musik den Vorzug, die ebenfalls unter Anderem Western-Bezüge aufweist.

Wanted Dead or Alive ist der Bon-Jovi-Song, der am häufigsten für Filme und Serien verwandt wurde, darunter: Born to be Wild – Saumäßig unterwegs (als John Travolta ein Motorrad stiehlt),[24] Scooby-Doo 2 (kurz vor Ende des Filmes)[25] und in der Folge „El Viejo“ von Miami Vice (mit Gaststar Willie Nelson).[26] Auf dem Soundtrack zum Film Wild Wild West findet sich eine Rap-Coverversion des Songs, die von Kel Spencer feat. Richie Sambora präsentiert wird. Ebenso ist der Song im Film Harley Davidson & The Marlboro Man zu hören und kann im Videospiel Rock Band nachgespielt werden. In der Fernsehserie Being Human zitiert eine Geist die Song-Zeile I drive all night just to get back home.[27]

Never Say Goodbye[Bearbeiten]

Never Say Goodbye war die vierte und letzte Single-Auskopplung aus dem Album und ist laut Jon Bon Jovi 1986 ebenfalls im Hause von Richie Samboras Eltern entstanden.[28] Die Besonderheit des Liedes besteht darin, dass die Band zum ersten Mal die langsameren Töne einer Ballade anschlägt. In den beiden vorherigen Alben hatte die Band dies vermieden, um dem Hard-Rock-Image treu zu bleiben.[3] Aber mit den folgenden Alben nahm die Wichtigkeit der Balladen – der Rockballaden – zu und wurde einer der Grundsteine des kommerziellen Erfolges der Band: I’ll Be There for You aus dem Nachfolgealbum New Jersey wurde ein Nummer-1 Hit in den USA, Always aus dem Best-Of-Album Cross Road der erfolgreichste Hit der Band (bis zur Hitsingle It’s My Life aus dem Jahr 2000). Den Trend, den die Band mit Never Say Goodbye eingeschlagen hatte, hat die Band bis zuletzt beibehalten, so war zum Beispiel die einzige Hit-Single aus dem Album Lost Highway aus dem Jahr 2007 die Ballade (You Want to Make) a Memory.

Weitere Titel[Bearbeiten]

Let It Rock, Raise Your Hands und Wild in the Streets sind alles Lieder, die Unbeschwertheit und gute Laune vermitteln sollen. Der erste Track des Albums Let It Rock hat ein einminütiges Intro, bei dem Keyboard und E-Gitarre zum Einsatz kommen. Explizit geht es bei Raise Your Hands und Let It Rock darum, es „abgehen zu lassen“ (Im ersten Track kommt “Let it rock, let it go” gleich zweifach pro Refrain vor; mit “Raise your hands, when you want to let it go” beginnt der Refrain des sechsten Tracks). In Wild in the Streets wird erzählt, wie eine Gruppe im Auto laut feiernd durch die Straßen zieht und Spaß hat, um so die Probleme des Lebens einmal für kurze Zeit vergessen zu können. Der männliche Protagonist heißt „Joey“, und es gibt ein gleichnamiges Lied Joey auf dem späteren Bon-Jovi-Album Bounce. Allerdings ist nicht klar ob diese beiden Lieder einen gewollten Bezug aufeinander haben.

Social Disease, Without Love und I’d Die For You behandeln alle das Thema Liebe. Ersteres Lied beschreibt, dass man weder mit, noch ohne Liebe leben kann (“Can’t live with it, but you’ll die without it”) und wenn man „befallen“ ist, nicht mehr loskommt. Die Liebe verhielte sich also wie eine Krankheit. Ähnlich, aber ohne den negativen Aspekt, vermittelt Without Love, dass Liebe das Leben lebenswert mache (“Nothing else can get you through the night, nothing else feels right without love”). Es ist der dritte Song des Albums bei dem Desmond Child direkt mitgewirkt hat. I’d Die for You ist die Liebeserklärung eines Mannes an seine Angebetete und er verspricht, trotz seiner Verfehlungen, alles für sie zu tun (“I’d die for you, I’d cry for you, I’d do anything, I’d lie for you”). Bon Jovi hat während späterer Live-Touren auch eine langsame, ruhige Version dieses Lieds gespielt.

Outtakes[Bearbeiten]

Edge of a Broken Heart[Bearbeiten]

Dieser Song schaffte es nicht auf das Album, war dann aber erstmals als B-Seite von Livin’ on a Prayer erhältlich. Edge of a Broken Heart war aber bei den Fans äußerst beliebt und wurde im Jahr 1987 auf dem Soundtrack für den Film Das Chaoten-Team verwendet. Das Lied erschien 1994 als B-Seite auf der Single Always sowie auch in der CD-Box 100,000,000 Bon Jovi Fans Can’t Be Wrong aus dem Jahr 2004. Auf der dazugehörigen DVD entschuldigte sich Jon dafür noch einmal, dass sie den Song nicht auf das Album genommen hatten.[4] Jon Bon Jovi und Richie Sambora haben auch diesen Song zusammen mit Desmond Child geschrieben. Das Lied beschreibt die Liebe eines Mannes zu einer Frau, obwohl sie einen anderen Lebensgefährten hat, wobei nicht genau geschildert wird, ob der Protagonist und die Frau einmal ein Paar gewesen waren oder nicht.

Out of Bounds[Bearbeiten]

Auch dieser Song schaffte es nicht auf das Album. Er wurde ursprünglich von Jon Bon Jovi und Richie Sambora für einen gleichnamigen Film des Jahres 1986 geschrieben, wurde aber schlussendlich nicht verwendet.[4] Veröffentlicht wurde das Lied erst 2004 zusammen mit Edge of a Broken Heart. Es ist, im Gegensatz zu anderen Liedern der Band, ein härterer und sehr Gitarren-lastiger Song, das Keyboard kommt nicht zum Einsatz, dennoch setzt der Song stark auf Melodie. Er behandelt thematisch auf aggressive Weise das Leben in einer kriminellen Szene und ähnelt dem Inhalt von Jon Bon Jovis Solo-Album Blaze of Glory.

Borderline[Bearbeiten]

Borderline ist ein weiterer Outtake des Albums, wurde aber auf einer EP-Version von Livin’ on a Prayer in Japan veröffentlicht und von Jon Bon Jovi und David Bryan geschrieben.[29][30] Er unterscheidet sich stilistisch kaum von den anderen Liedern des Albums und behandelt textlich ein Paar, das sich nichts mehr zu sagen und das Vertrauen zueinander verloren hat und kurz vor der Trennung steht, allerdings bleibt die Perspektive auf einen der beiden beschränkt.

Rezeption[Bearbeiten]

Das Album war vor allem in Nordamerika ein sehr großer Erfolg, allein in den USA wurde es über 12 Millionen Mal verkauft[31] – was eine Diamantene Schallplatte bedeutet und einen Platz bei den 50 meistverkauften Alben in den USA[32] – und lieferte dort zwei Nr.1-Singles: You Give Love a Bad Name und Livin’ on a Prayer. Es erreichte den ersten Platz der Billboard-Top-10, blieb dort insgesamt 8 Wochen[33] und war außerdem Nr. 1 der Billboard Jahrescharts 1987.[34] Auch eine Video-Version des Albums hat in den USA Doppelplatin Status erreicht.[35] In Kanada wurde das Album noch im Jahr 1987 mit Diamant-Status ausgezeichnet, später erreichte dort dann auch die Video-Version Platin.[36]

Slippery When Wet ist in Australien gleichsam das erfolgreichste Album der Band und wurde mit Sechsfach-Platin ausgezeichnet.[37]

In Großbritannien war es ebenfalls überaus erfolgreich: Obwohl es nicht die Nr. 1 der Charts erreichte, blieb es insgesamt 123 Wochen in den Charts, so lange wie kein anderes Album der Band, und bekam Dreifach-Platin. Nur Cross Road, das Best-Of-Album von Bon Jovi aus dem Jahr 1994, verkaufte sich dort noch besser und erreichte Fünffach-Platin.[38] Bei den Single-Auskopplungen in Großbritannien ist Livin’ on a Prayer die einzige, die eine Auszeichnung (Silber) bekommen hat, außerdem stieg es in den Jahren 2008 und 2009 wieder in die Charts ein und war somit insgesamt 27 Wochen in den Charts, so lange wie keine andere Single von Bon Jovi.[11] Allerdings erreichte schon Never Say Goodbye nicht mehr die Top-20, ebenso wenig, wie zwei Singles vom Slippery-When-Whet-Nachfolger New Jersey, von denen keine Single die Top-10 erreichte. Erst mit Keep the Faith aus 1992 begann in Großbritannien der kontinuierliche Erfolg von Bon-Jovi-Singles, der bis 2006 anhielt.[11]

Bon Jovi läutete mit dem Erfolg dieses Albums die massiven Dominanz des Hair-, beziehungsweise des Pop-Metals in der Musik der späten 80er und den beginnenden 90er Jahren ein.[2] Danach folgten erfolgreiche Alben wie Girls, Girls, Girls oder Dr. Feelgood von Mötley Crüe, Open Up and Say... Ahh! von Poison oder auch New Jersey von Bon Jovi selbst.

Dieser Erfolg ist zu großen Teilen auch Desmond Child zu verdanken. Er war bei diesem Album erstmals Co-Songwriter einiger Songs. Von denen landeten zwei auf #1 der US-Charts. Er arbeitete seitdem an jedem Studio-Album der Band mit. Von den vier Nummer-1-Hits der Band in den USA ist nur einer ohne direkte Beihilfe von Desmond Child entstanden.

Im restlichen Europa war der Erfolg des Albums nicht mit dem aus Nordamerika oder Großbritannien zu vergleichen. So erreichte Bon Jovi in Deutschland mit dem Album beispielsweise lediglich Platz #11, von den Singles konnte sich Livin’ on a Prayer auf Platz #20 positionieren[16] und Wanted Dead or Alive auf Platz #47. (Allerdings konnte sich letztere Single im Jahr 2001, nachdem es als Live-Version vom Album One Wild Night Live 1985–2001 veröffentlicht wurde, noch einmal um zwei Plätze verbessern und erreichte Platz #45[17]) In anderen Ländern schaffte es Slippery When Wet zwar auch an die Spitze der Charts,[39] kann sich allerdings nicht mit den Erfolgen späterer Bon-Jovi-Alben messen, wie Cross Road oder Crush, die beispielsweise in Deutschland beide Doppelplatin-Status haben, Slippery When Wet hat vergleichsweise nur Einfach-Platin erreicht.[40]

Sowohl unter Fans als auch unter Kritikern gilt Slippery When Wet im Allgemeinen als das bis heute beste Album der Gruppe. Das Magazin Rock Hard beispielsweise listete die Platte – als einziges Werk von Bon Jovi – in seiner 500 Alben umfassenden Bestenliste im Jahr 2007 auf dem 222. Platz. Andreas Himmelstein rezensierte das Album in selbigen Magazin folgendermaßen: „Auch für Bon Jovi hieß es mit dem dritten Album: Make it or break it! Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, wurde Desmond Child als Co-Songwriter engagiert, der für die beiden Mega-Hits You Give Love a Bad Name und Livin´ on a Prayer verantwortlich zeichnete. Viele Leute schrien damals beim erstmaligen Hören von You Give Love... sofort: „Ist doch voll bei Bonnie Tyler geklaut!“ Und damit lagen sie gar nicht mal so falsch. In einem späteren Interview gestand Child: „Dies war der erste Song, den Jon und ich zusammen schrieben, und den Refrain hab ich bei mir selbst stibitzt. Es ist derselbe wie der von Bonnie Tylers If You Were a Woman, für die ich diesen Track ein paar Jahre vorher geschrieben hatte. Aber diese Version war nicht sonderlich erfolgreich. Allerdings fand ich den Refrain zu stark, um ihn einfach im Klo runterzuspülen, und so haben wir ihn halt noch mal verwendet.“ Zu den beiden oben genannten Hits kam mit Wanted Dead or Alive noch eine vielfach veredelte Single-Auskopplung hinzu, die Slippery When Wet zu einem der meistverkauften Alben der achtziger Jahre machte. Was gibt´s sonst noch zu einem Album zu sagen, von dem jeder, der dieses Heft in der Hand hält, mindestens die Hälfte aller Songs kennt? Vielleicht nur noch, dass sich wirklich niemand, der auch nur ein offenes Ohr für Stadionrock hat, dafür schämen muss, solch einen Meilenstein in seiner Plattensammlung zu haben. Schließlich hielten wohl nur die wenigsten „Monsters of Rock“-Besucher 1986 Bon Jovi für eine Fehlbesetzung, als sie neben Bands wie Ozzy Osbourne und Def Leppard auftraten. Mich selbst machte damals nur die plötzliche Begeisterung meiner damaligen Klassenkameraden für diese Band stutzig. Bis dato hatten sie all meine musikalischen Vorschläge mit angewiderter Miene abgelehnt. Dabei spielte ich ihnen doch ständig ähnliche Hochkaräter wie Possessed, Slayer und Metallica vor...“

Seinerzeit jedoch wurde Slippery When Wet trotz des kommerziellen Erfolges jedoch auch von vielen Kritikern eher mäßig aufgenommen. Diese Kritik ging hauptsächlich auf das Auftreten des Frontsängers zurück. So bescheinigte ihm etwa das Magazin Village Voice „kompetente Belanglosigkeit“, weiterhin führe er sich auf „wie ein Springsteen-Verschnitt im Mickey Mouse-Programm des Disney-Kanals“. Der Erfolg des Albums wurde damals von den Kritikern häufig mit der Attraktivität von Jon Bon Jovi erklärt.[41]

Insgesamt verkaufte sich das Album bis heute über 28 Millionen Mal weltweit[37] und zählt damit zu den 40 erfolgreichsten Alben aller Zeiten.[42][43]

Videoveröffentlichung[Bearbeiten]

1987 erschien unter dem Titel Slippery When Wet: The Videos eine 40-minütige VHS, welche das folgende Videomaterial beinhaltet:

  1. Wild in the Streets
  2. Livin' on a Prayer (Live at MTV Awards 1987)
  3. You Give Love a Bad Name
  4. Never Say Goodbye
  5. Livin' on a Prayer
  6. Wanted Dead or Alive

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Slippery When Wet: Produktdetails auf Amazon.de
  2. a b c Eintrag im All Music Guide für You Give Love a Bad Name
  3. a b c d e f g Rock Milestones: Bon Jovi’s Slippery When Wet
  4. a b c d e 100,000,000 Bon Jovi Fans Can’t Be Wrong
  5. a b Informationen zu Slippery When Wet
  6. Informationen über die Pizza Pie Jury
  7. Sammlung von Trivia über Bon Jovi
  8. Eintrag im All Music Guide
  9. Kritik vom Rolling Stone
  10. a b Billboard Top-10 vom 17. Januar 1987
  11. a b c d e f g Liste sämtlicher UK-Chartbewegungen von Bon Jovi
  12. a b Datenbank der Media Control Charts
  13. a b c Bon Jovi CH-Charts
  14. a b c Bon Jovi AT-Charts
  15. a b c d US-Charts von Bon Jovi
  16. a b c Übersicht der Chartplatzierungen Bon Jovis in Deutschland
  17. a b c Verfolgung der Bewegungen von Wanted Dead or Alive in den Deutschen Charts
  18. Chart-Surfer Datenbank
  19. DualDisc-Angebot von Slippery When Wet auf Amazon
  20. Website der MTV Video Music Awards 1989
  21. Interview bei Larry King, 16. August 2006
  22. Artikel auf top40-charts.com aus dem Jahr 2002
  23. Keep the Faith: An Evening with Bon Jovi
  24. Liste aller Personen, die zum Film Born to be Wild beitrugen
  25. Trackliste des Soundtracks zu Scooby Doo 2
  26. Informationen zur Miami-Vice-Folge El Viejo
  27. imdb.com: "Being Human" There Goes the Neighborhood: Part I (2011) - Memorable quotes, abgerufen am 7. September 2012
  28. Jon Bon Jovi am 10. Oktober 1993 in Melbourne bei einem Radio-Auftritt für Virgin Megastores
  29. Angebot mit Trackliste der EP von Livin’ on Prayer
  30. Copyright-Liste für den Namen Borderline
  31. Liste der 100 meistverkauften Alben in den USA
  32. Liste der Alben mit Diamant-Status in den USA
  33. Billboard-Seiten dieser Woche, der sechs folgenden und der, vom 25. Oktober 1986
  34. Sammlung verschiedener Jahres-End-Charts aus 1987
  35. Datenbank der Gold- und Platinauszeichnungen in den USA
  36. Gold-, Platin-, und Diamant-Auszeichnungen in Kanada
  37. a b Artikel des Daily Telegraph aus dem Januar 2008
  38. Datenbank der Gold- und Platinauszeichnungen im Vereinigten Königreich
  39. Liste der Chartplatzierungen von Slippery When Wet in einigen Ländern
  40. Datenbank der Gold- und Platinauszeichnungen in Deutschland
  41. Slippery When Wet auf Bobs Geile Scheibe
  42. Liste der erfolgreichsten Alben weltweit
  43. Liste der erfolgreichsten Alben weltweit mit Quellen

Weblinks[Bearbeiten]