Youn Sun Nah

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Youn Sun Nah (2011)
Koreanische Schreibweise
Hangeul 나윤선
Revidierte Romanisierung Na Yun-seon
McCune-Reischauer Na Yunsŏn
siehe auch: Koreanischer Name

Youn Sun Nah (* 28. August 1969 in Seoul, Südkorea) ist eine südkoreanische Jazzsängerin und Songschreiberin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Youn Sun Nah wuchs als Tochter eines Dirigenten und einer klassischen Sängerin auf. Mit 23 Jahren debütierte sie als Sängerin bei einem Konzert mit dem Koreanischen Sinfonieorchester. Daran schlossen sich auf nationaler Ebene zahlreiche Auftritte in koreanischen Musicals an, für die sie mehrere Auszeichnungen erhielt. Unter anderem wirkte sie in der koreanischen Fassung des Musicals Linie 1 mit.

Obwohl Youn Sun Nahs Wurzeln im Musical-Fach liegen, wurden ihr die Grenzen dieser sehr schnelllebigen, kommerziellen Szene zu eng. So entschloss sie sich 1995, nach Paris zu gehen, um dort am CIM, einer der ältesten Jazzschulen Europas, Jazz und französisches Chanson zu studieren. Darüber hinaus besuchte sie das Staatliche Musikinstitut in Beauvais sowie das Boulanger-Konservatorium. Als Sängerin eines Quintetts traf sie in den Pariser Clubs auf die Musiker der Pariser Jazz-Szene. Durch Festivalauftritte wurde ihr Name in Frankreich bekannt. Daneben trat sie regelmäßig auch in Südkorea auf.

In den Jahren 2001 bis 2007 spielte Youn Sun Nah fünf Alben ein. Sie tourte durch Frankreich, Europa und ganz Asien einschließlich ihrer südkoreanischen Heimat. Ihre Aktivität brachte der Sängerin 2004 in Südkorea die Auszeichnung als „Best Artist“ in der Kategorie „Crossover“ ein. Sie gewann den Grand Prix beim Jazz à Juan Concours 2005 ebenso wie eine Auszeichnung als beste Nachwuchskünstlerin in Südkorea. 2007 erschien ihr Album Memory Lane, koproduziert von dem dänischen Pianisten Niels Lan Doky und dem südkoreanischen Bassisten Kim Jeong-ryul. Von Wynton Marsalis erhielt sie eine Einladung zur „Jazz at Lincoln Center“-Konzertreihe.

2009 wurde die Sängerin exklusiv bei ACT unter Vertrag genommen. Mit den schwedischen Musikern Ulf Wakenius und Lars Danielsson hat sie ihr ACT-Debüt Voyage eingespielt, welches 2009 erschienen ist. Das Nachfolgealbum Same Girl erschien im Herbst 2010.

Bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sang sie eine eigenwillige Version des koreanischen Volksliedes Arirang.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurde sie zum vierten Mal mit dem Korean Music Award in der Kategorie „Jazz und Crossover Album des Jahres“ ausgezeichnet. In Deutschland wurde Youn Sun Nah unter anderem mit dem Echo Jazz 2011 als „beste Sängerin international“ ausgezeichnet. Beim „BMW Welt Jazz Award“ gewann sie 2010 den Publikumspreis.

Das französische Kulturministerium ehrte Youn Sun Nah mit dem „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres“. Von der französischen Jazz-Akademie erhielt sie dem „Prix Mimi Perrin du Jazz Vocal“ als Sängerin des Jahres. Darüber hinaus gewann Youn Sun Nah den „CHOC Award“ des französischen Jazzman / Jazz Magazine und wurde vom Jazzmagazin „So Jazz“ unter die Entdeckungen des Jahres gewählt. Im Rahmen des G20-Gipfels in Seoul im November 2010 trat sie vor den Staatschefs von über 20 Ländern auf.

Youn Sun Nah (2005)

Diskografie[Bearbeiten]

  • 2001: Reflet
  • 2002: Light for the People
  • 2003: Down by Love
  • 2004: So I am
  • 2007: Memory Lane
  • 2009: Voyage
  • 2010: Same Girl
  • 2013: Lento

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Youn Sun Nah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien