Ypern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ypern
Wapenschild-ieper.jpg Flag of Ypres.svg
Ypern (Belgien)
Ypern
Ypern
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Westflandern
Bezirk Ypern
Koordinaten 50° 51′ N, 2° 53′ O50.8577777777782.8855555555556Koordinaten: 50° 51′ N, 2° 53′ O
Fläche 130,61 km²
Einwohner (Stand) 34.962 Einw. (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 268 Einw./km²
Postleitzahl 8900, 8902, 8904, 8906, 8908
Vorwahl 057
Bürgermeister Luc Dehaene
Adresse der
Stadtverwaltung
Stadhuis
Grote Markt 34
8900 IEPER
Webseite www.ieper.be

lblelslh

Ypern (niederländisch: Ieper, französisch: Ypres, westflämisch: Yper) ist eine Stadt in der Provinz Westflandern der Flämischen Gemeinschaft in Belgien. Ypern hat 36.120 Einwohner (1. März 2005). Zu Ypern gehören die Orte Boezinge, Brielen, Dikkebus, Elverdinge, Hollebeke, Sint-Jan, Vlamertinge, Voormezele, Zillebeke und Zuidschote.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Balduin II. der Kahle (879–918) befestigte das zur Grafschaft Flandern gehörende Ypern zur Abwehr gegen die Normannen. Ypern gehörte im späten Mittelalter mit Gent und Brügge zu den bedeutendsten Städten Flanderns. 1559 bis 1801 war Ypern Bischofssitz.

Während des Ersten Weltkrieges (1914–1918) lag Ypern seit Herbst 1914 direkt an der Westfront und war stark umkämpft (Erste, Zweite und Dritte Flandernschlacht, Schlacht von Messines). Die deutschen Truppen versuchten mehrmals, die Stadt einzunehmen, wurden dabei aber zurückgeschlagen (November 1914 und April 1915). Am 22. April 1915 wurde von deutscher Seite das erste Mal Chlorgas eingesetzt. Giftgas – insbesondere Senfgas – wird in Frankreich daher auch als „Yperit" bezeichnet.[1]

Die Stadt wurde bis zum Ende des „Großen Krieges” von den Alliierten gehalten; bei Ypern kämpften vor allem Soldaten aus dem Britischen Empire. Nach dem Krieg wurde die stark zerstörte Stadt teils originalgetreu, teils frei historisierend wieder aufgebaut. Historisches Bewusstsein und Erinnerungen haben seitdem viel Platz in der Geschichtsschreibung und Kultur der Stadt. In der Umgebung von Ypern befinden sich zahlreiche Soldatenfriedhöfe. Ypern selbst ist von einem gigantischen Höhlennetz durchzogen, das im Ersten Weltkrieg von Arbeitern angelegt und erst kürzlich wieder entdeckt wurde.[2]

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Marktplatz, umgeben von Bürgerhäusern.
  • Lakenhal (Tuchhallen, Gewandhaus), einer der größten profanen gotischen Gebäudekomplexe Europas mit einem 70 Meter hohen Belfried, der zum UNESCO-Welterbe gehört und ein 49-teiliges Glockenspiel enthält. In dem Gebäude ist das mehrfach ausgezeichnete Museum In Flanders Fields untergebracht – eine interaktive Ausstellung von Erlebnisberichten über das Schlachtfeld bei Ypern.
  • Sankt-Martins-Kathedrale, Bischofskirche des ehemaligen Bistums Ypern, das von 1561 bis 1801 bestand.
  • Kriegerdenkmal Menenpoort („Gedenktor“).
  • Alte Festung und die Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg.
  • Die Ypern Rallye. Motorsport Veranstaltung. Beliebte Veranstaltung im Intercontinental Rally Challenge (IRC). Zuletzt am 24. und 25. Juni 2011.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Die Stadt lebt vom Handel und vom Tourismus. Zudem haben sich kleine und mittlere Industrieunternehmen in Ypern angesiedelt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Trivia

  • Nach Ypern wurde die unterste geologische Stufe des Eozäns, das Ypresium, benannt.
  • Da Senfgas zum ersten mal in Ypern eingesetzt wurde, erhielt der Kampfstoff den Namen Yperit.

[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Ypres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. R. Hanslian: Der deutsche Gasangriff bei Ypern am 22. April 1915. Eine kriegsgeschichtliche Studie. Berlin: Verlag Gasschutz und Luftschutz, 1934, ASIN: B001828YKM
  2. ENTDECKUNG IN YPERN: In der Tunnelstadt der Weltkriegssoldaten
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen