Yuchi

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Dieser Artikel behandelt das Indianer-Volk Yuchi in den USA. Für die Gemeinde Yuchi der Koreaner (鱼池朝鲜族乡) in der Stadt Shangzhi der chinesischen Provinz Heilongjiang, siehe Yuchi (Shangzhi).
Ursprüngliches Siedlungsgebiet der Yuchi

Die Yuchi (auch Euchee oder Uchee buchstabiert) sind ein nordamerikanisches Indianervolk, das ursprünglich im Osten des vom Tennessee River gebildeten Flusstales im heutigen Tennessee, dem nördlichen Georgia und im Norden Alabamas lebte. Heute leben die Stammesangehörigen überwiegend im nordöstlichen Oklahoma. Sie nennen sich selbst Tsoyaha, was übersetzt „Kinder der Sonne“ bedeutet. Die Bevölkerung des Stammes wurde im 18. Jahrhundert durch eingeschleppte Krankheiten und Krieg mit dem Stamm der Cherokee deutlich dezimiert. Im Jahre 2005 gab es etwa noch 3000 Yuchi.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung der Yuchi ist unklar, die Sprache der Yuchi ist mit keiner der anderen indigenen Sprachen Nordamerikas verwandt, was eine lange Phase der Isolation von anderen Stämmen nahelegt.

Die ersten Informationen über die Yuchi finden sich ab dem 17. Jahrhundert in den Unterlagen der europäischen Kolonisten. Es wird überlegt, ob die Yuchi und die Westo einem Volk angehörten, allerdings ist diese Theorie umstritten. Es gibt deutliche historische und archäologische Hinweise auf die Existenz mehrerer Yuchi-Dörfer im 18. Jahrhundert; eine der früheren Siedlungen, Chestowee im südwestlichen Tennessee, wird in kolonialen Schriften erwähnt. 1714 wird Chestowee durch Cherokee angegriffen und zerstört, die von zwei Händler aufgehetzt wurden. Die Cherokee waren darauf vorbereitet weitere Siedlungen der Yuchi am Savannah River zu vernichten, aber als die Regierung South Carolinas klarstellte, dass sie diese Angriffe nicht dulden würde, zogen sich die Cherokee zurück. Die Zerstörung des Yuchi-Dorfes Chestowee markierte das Auftreten der Cherokee als eine wesentliche Macht in der Region.[1]

Ein weiteres frühes Yuchi-Dorf lag am Ufer Savannah River bei Mount Pleasant, im heutigen Effingham County, es existierte von etwa 1722 bis 1750. Eine große Siedlung in der Mitte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war „Uche Town“ am Chattahoochee River, unweit des Wasserlaufs Uche Creek und nur etwa 15 Kilometer flussabwärts der Creek-Siedlung „Coweta Old Town“. Uche Town wurde in den 1770ern von William Bartram besucht, der sich begeistert über die Anordnung und die gedeihende Bevölkerung äußerte. Ein weiteres Dorf der Yuchi existierte von 1746 bis 1751 am Silver Bluff im Aiken County in South Carolina. In den späten 1700ern gab es ein Dorf namens „Patsiliga“ am Ufer des Flint River. Weitere möglicherweise von den Yuchi bewohnte Orte lagen am Oconee River unweit des Uchee Creek in Wilkinson County und am Brier Creek in Burke oder Screven County.[2]

Im frühen 19. Jahrhundert wurden die Yuchi gewaltsam dazu gezwungen gemeinsam mit den Creek nach Oklahoma umzusiedeln. Historisch betrachtet waren die Yuchi immer ein eigenes Volk, dass aber oft zu anderen Stämmen gruppiert oder gemeinsam mit ihnen betrachtet wurde, zumeist mit den Indianern des Creek-Volkes.

Heutiger Stamm[Bearbeiten]

Die meisten Yuchi stammen von mehreren Stämmen ab und viele von ihnen sind eingetragene Mitglieder des Creek-Volkes, der Muskogee, obwohl etliche auch zu anderen Stämmen zählen, beispielsweise zu den Shawnee, Sauk oder Fox. Die Yuchi haben in den letzten Jahrzehnten wiederholt versucht die staatliche Anerkennung als Volk durch die amerikanischen Behörden zu erhalten, dies scheint aber dauerhaft keinen Erfolg zu zeigen. Mehrere Organisationen haben versucht eine Stammesregierung zu positionieren, bislang hat keine dieser Gruppen eine stammesweite Unterstützung erreichen können.

Yuchi-Sprache[Bearbeiten]

Die Sprache der Yuchi ist eine isolierte Sprache und mit keiner anderen bekannten Sprache verwandt. Die Yuchi und ihre Sprache sind Gegenstand eines Kapitels in dem von Mark Abley verfassten Buch über gefährdete Sprachen: Spoken Here: Travels Among Threatened Languages. Aktuell sprechen nur noch fünf ältere Stammesmitglieder die Sprache der Yuchi, die am Rande des Aussterbens steht.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alan Gallay: The Indian Slave Trade: The Rise of the English Empire in the American South 1670-1717. Yale University Press, 2002, ISBN 0-300-10193-7.
  2. * Lamar Institute Reports: Mount Pleasant. An Eighteenth-Century Yuchi Indian Town, British Trader Outpost, and Military Garrison in Georgia
  3. Associated Press, Fox News vom 18. September 2007: Scientists: Many World Languages Are Dying

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Literatur[Bearbeiten]

  • Mark Abley: Spoken Here : Travels Among Threatened Languages. Houghton Mifflin, 2003.
  • Jason Jackson: Yuchi Ceremonial Life: Performance, Meaning, and Tradition in a Contemporary American Indian Community. University of Nebraska Press, 2003.
  • Frank Speck: Ethnology of the Yuchi Indians (reprint). University of Nebraska Press, 2004.

Weblinks[Bearbeiten]