Yuet Wai Kan

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Yuet Wai Kan (* 11. Juni 1936 in Hongkong)[1] ist ein Hämatologe und Genetiker an der University of California, San Francisco.

Leben[Bearbeiten]

Kan erwarb 1958 an der University of Hong Kong einen M.B., B.S. (Bachelor of Medicine, Bachelor of Surgery, Abschluss des Medizinstudiums). Als Assistenzarzt arbeitete er am Queen Mary Hospital in Hongkong, bevor er 1960 als Stipendiat an das Peter Bent Brigham Hospital nach Boston, Massachusetts, kam. 1962/1963 arbeitete er als Assistenzarzt an der University of Pittsburgh. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts, an die McGill University in Montreal, Kanada, und an die University of Pennsylvania in Philadelphia, Pennsylvania, bevor er Assistent bei David Nathan am Boston Children′s Hospital wurde. Dort begann Kan, sich mit Hämoglobinopathien zu beschäftigen.

1970 erhielt Kan eine Professur (Assistant Professor) an der Harvard University. 1972 wurde er Leiter der Abteilung für Hämatologie am San Francisco General Hospital. Von 1976 bis 2003 forschte Kan zusätzlich für das Howard Hughes Medical Institute (HHMI).[2] 1977 erhielt er eine Professur für Innere Medizin an der University of California, San Francisco (UCSF), 1979 für Biochemie und Biophysik. 1980 erwarb Kan noch einen D.Sc. an der University of Hong Kong. Seit 1983 leitet Kan die Abteilung für Genetik und Molekulare Hämatologie an der UCSF; er ist Louis K. Diamond Professor für Hämatologie.

Kan ist Mitglied des Menschenrechtskomitees (Committee on Human Rights) der National Academies.[3]

Wirken[Bearbeiten]

Kan gilt als Pionier der DNA-Analyse zu diagnostischen Zwecken. Kan konnte erstmals zeigen, dass eine einzelne Punktmutation ausreicht, um eine Krankheit zu verursachen. Gemeinsam mit Mitchell Golbus gelangen ihm 1975 und 1976 erstmals die Nachweise von Sichelzellanämie und Thalassämie aus fetalem Blut. Kan entdeckte 1978 den ersten DNA-Polymorphismus, der heute bei genetischen Analysen breite Anwendung findet. 1980 veröffentlichte Kan die Nukleotidsequenz der beiden Genloci des α-Hämoglobins. Jüngere Arbeiten befassen sich mit den Möglichkeiten der Gentherapie bei verschiedenen Hämoglobinopathien.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Curriculum Vitae bei Chinese Child Health International (cchi.com.hk); abgerufen am 6. Oktober 2011
  2. Yuet Wai Kan, M.D., D.Sc. beim Howard Hughes Medical Institute (hhmi.org); abgerufen 6. Oktober 2011
  3. Yuet Wai Kan, CHR Member bei den National Academies (nationalacademies.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  4. William Dameshek Prize der American Society of Hematology (hematology.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  5. Fellows der Royal Society (royalsociety.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  6. Yuet Wai Kan, MD, DSc, FRCP, FRS bei der Gairdner Foundation (gairdner.org); abgerufen am 8. Dezember 2012
  7.  H. H. Kazazian, Jr.: The William Allan Memorial Award presented to Yuet Wai Kan. In: American Journal of Human Genetics. 38, Nr. 1, Januar 1986, ISSN 0002-9297, S. 1–3 (online, PDF (326 kB), abgerufen am 6. Oktober 2011).
  8. TWAS Members bei der Academy of Sciences for the Developing World (twas.ictp.it); abgerufen am 6. Oktober 2011
  9. Yuet-Wai Kan bei der Academia Sinica (sinica.edu.tw); abgerufen am 6. Oktober 2011
  10. Yuet Wai Kan bei der American Society of Hematology (hematology.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  11. Yuet Wai Kan und Award Description bei der Lasker Foundation (laskerfoundation.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  12. Foreign Members 1994–2004 bei der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (cas.cn); abgerufen am 6. Oktober 2011
  13. The Shaw Prize in Life Science and Medicine 2004, Autobiography of Yuet-Wai Kan bei der Shaw Foundation (shawprize.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  14. Dr. Yuet Wai Kan bei der American Philosophical Society (amphilsoc.org); abgerufen am 9. Oktober 2012