Yves Bonnefoy

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Yves Bonnefoy im Collège de France, 2004

Yves Bonnefoy (* 24. Juni 1923 in Tours) ist ein französischer Lyriker, Autor, Übersetzer und Hochschullehrer. Bonnefoy ist Vater von Mathilde Bonnefoy.

Leben[Bearbeiten]

Bonnefoy studierte Mathematik und Philosophie in Tours, Poitiers und an der Sorbonne in Paris. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Kunstgeschichte und bereiste Europa und die Vereinigten Staaten. Bereits 1944 schloss er sich zunächst den Surrealisten an, was besonders sein erstes, 1946 erschienes Werk Traité du pianiste beeinflusste. Aus der Anfangszeit seines Schaffens stammen die Gedichtbände Douve in Bewegung und reglos, Herrschaft des Gestern: Wüste und Beschriebener Stein, die in Frankreich zwischen 1953 und 1965 veröffentlicht wurden. Sie liegen in deutscher Übersetzung von Friedhelm Kemp vor, ebenso wie sein neuester Gedichtband Die gebogenen Planken. 1967 begann er zusammen mit André du Bouchet, Gaëtan Picon und Louis-René des Forêts die Herausgabe der Kunst- und Literaturzeitung L'éphemère. Seine Gedichte sowie Essays über Kunst, speziell über Bilder, haben ihn in der Literaturwelt des 20. Jahrhunderts bekannt gemacht. Sein Werk L'Arrière-Pays ('The Hinterland', or 'The Land Beyond') aus dem Jahre 1972 nimmt darunter einen besonderen Platz ein.

Bonnefoy unterrichtete an verschiedenen Universitäten in Europa und in den Vereinigten Staaten Literatur, dazu gehören die Brandeis University, Waltham, Massachusetts (1962-64), Centre Universitaire, Vincennes (1969-1970), Johns Hopkins University, Baltimore, Princeton University, New Jersey, Yale University, New Haven, Connecticut, Universität Genf, Universität Nizza (1973-1976), Universität der Provence, Aix (1979-1981) und seit 1986 die Graduate School der City University of New York. Nach dem Tode von Roland Barthes im Jahre 1981 wurde er an das Collège de France auf den Lehrstuhl für vergleichende Literaturwissenschaften berufen.

Bonnefoys Lyrik ist häufig schwer zugänglich, jedes einzelne Gedicht erschließt sich nur in Beziehung zum Gesamtwerk. „Ich schreibe keine Gedichte, insofern das Wort Gedicht ein abgeschlossenes, selbständiges Gebilde bezeichnet", äußerte Bonnefoy 1972. „Was ich schreibe, sind vielmehr Gesamtheiten, Versammlungen, Zusammenhänge, innerhalb deren jeder einzelne Text nur ein Fragment ist.“

Bonnefoy gilt heute als einer der bedeutendsten französischen Lyriker der Gegenwart. Darüber hinaus haben seine Übersetzungen ins Französische, besonders die verschiedener Werke Shakespeares, darunter auch die Sonette eine breite Anerkennung gefunden. Auch über Kunst und Kunstgeschichte hat er verschiedene Bücher veröffentlicht, darunter über Miró und Giacometti.

Er erhielt den „Premio internazionale di poesia ‚Gabriele d'Annunzio‘", 1971 den Prix des Critiques, 1995 den Balzan-Preis (für Geschichte und Kritik der Schönen Künste in Europa) und den Prix mondial Cino Del Duca. 2007 wurde er mit dem Franz-Kafka-Preis der Prager Franz-Kafka-Gesellschaft und dem Horst-Bienek-Preis für Lyrik ausgezeichnet.

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yves Bonnefoy – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien