Yves Chaland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Yves Chaland (* 3. April 1957 in Lyon; † 18. Juli 1990) war ein französischer Zeichner und Comicbuchautor. Er prägte um 1980 den „Atomstil“, der sich visuell auf die 1950er Jahre bezog.[1]

Biographie[Bearbeiten]

Mit 17 Jahren veröffentlichte Yves Chaland seine ersten Comicstrips im Fanzine Biblipop. 1975 kam mit Lo Parisenc en Vacanças sein erster längerer Comic heraus. Während des Studiums produzierte er zusammen mit Luc Cornillon das Fanzine L'Unité de Valeur. Durch diese Arbeit wurde Jean-Pierre Dionnet auf sie aufmerksam, der Chaland und Cornillon 1978 mit der Produktion einer Reihe von Comic-Kurzgeschichten für die neue, große Erwachsenencomic-Zeitschrift Métal hurlant beauftragten. Für dieses zeichneten sie zunächst parodistische Nachahmungen von Comics der 1950er Jahre. Diese erschienen schließlich im Sammelband Captivant. Chaland entwickelte auf den Seiten von Métal hurlant in der Folge seine bekannteren Comiccharaktere wie Bob Fish (1980), Adolphus Claar (1981) und Freddy Lombard,[2] alle gezeichnet im nostalgisch wie futuristisch anmutenden 1950er-Jahre Stil, nun auch „style atome“ genannt.[1]

1981 kolorierte Chaland auch die erste Folge von John Difool, dem Werk seines Kollegen Moebius. 1982 erschuf Chaland die Figur Klein Albert, eines arglistigen und bösartigen Brüsseler Taugenichts in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Ferner zeichnete Chaland eine Geschichte für die Serie Spirou. Seine Zeichnungen erschienen dem Verlag Dupuis jedoch zu nostalgisch, sodass es zunächst bei dieser einen Geschichte blieb.[2] Erst 1990 folgte mit Stählerne Herzen eine zweite. In den 1980er Jahren fertigte Chaland außerdem viele Werbegrafiken an. Im Alter von 33 Jahren starb er 1990 zusammen mit seiner Tochter bei einem Verkehrsunfall.[3]

Yves Chaland zählt zu den bedeutendsten Vertretern der neuen Ligne claire und prägte den „Atomstil“ als Abwandlung dieser. Dabei ergänzt er den klassischen, von Hergé und André Franquin geprägten Zeichenstil, um ironische Elemente in der Erzählebene.[2][1] Auf Deutsch erschien seinen Werken Die Abenteuer von Freddy Lombard ab 1985 über mehrere Jahre beim Carlsen Verlag, Klein Albert 1991 bei X für U und Spirou und Fantasio: Stählerne Herzen ebenfalls bei X für U.[4][5][6] Teilweise erschienen Neuauflagen bei anderen Verlagen.

Bibliografie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Eintrag bei Lambiek
  2. a b c Andreas C. Knigge: Comics - Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer, S. 298 f. Rowohlt, 1996.
  3. Geert De Weyer: 100 stripklassiekers die niet in je boekenkast mogen ontbreken, S. 213. Amsterdam/Antwerpen, Atlas, 2008. ISBN 978-90-450-0996-4.
  4. Die Abenteuer von Freddy Lombard beim Deutschen Comic Guide
  5. Klein Albert beim Deutschen Comic Guide
  6. Stählerne Herzen beim Deutschen Comic Guide

Weblinks[Bearbeiten]