Yves Meyer

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Yves François Meyer (* 19. Juli 1939) ist ein französischer Mathematiker, der sich mit harmonischer Analyse beschäftigt.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Meyer studierte 1957 bis 1960 an der Ecole Normale Superieure und war danach zunächst Gymnasiallehrer. Er promovierte 1966 in Straßburg (wobei er nach eigenen Worten sein eigener Doktorvater war), wo er ab 1963 an der Universität lehrte. Er war unter anderem an der Universität Paris-Dauphine, an der Ecole Polytechnique und der Universität Paris-Süd in Orsay und ist zurzeit Professor Emeritus am CMLA (Centre de Mathematiques et leurs Applications) an der École normale supérieure de Cachan.

Meyer ist mit Ingrid Daubechies und anderen in den 1980er Jahren einer der Pioniere der Wavelet-Transformation gewesen. Mit Stéphane Mallat entwickelte er die Multiskalen-Approximation (Multiresolution Analysis, MRA) mit Hilfe von Wavelets.

Anfang der 1970er Jahre entwickelte er die Theorie der Modell-Mengen in der Zahlentheorie mit späteren Anwendungen auf Quasikristalle und andere aperiodische Strukturen. In den 2000er Jahren entwickelte er aus dieser Theorie eine neue Methode der Bildverarbeitung (compressed sensing).

In der Analysis bewies er die Stetigkeit des Cauchy-Integraloperators mit Ronald Coifman und Alan MacIntosh.

Er ist seit 1986 korrespondierendes und seit 1993 volles Mitglied der Academie des Sciences. 2010 erhielt er den Carl-Friedrich-Gauß-Preis auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Hyderabad. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und Ehrendoktor der Universidad Autonoma de Madrid. 2000 hielt er einen Plenarvortrag auf dem 3. Europäischen Mathematikerkongress 2000 in Barcelona (The role of oscillations in some nonlinear problems). 1983 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Warschau (Intégrales singulières, opérateurs multilinéares, analyse complexe et équations aux derivées partielles), 1970 in Nizza (Nombres de Pisot et analyse harmonique) und 1990 in Kyōto (Wavelets and applications). Er ist Fellow der American Mathematical Society.

Zu seinen Doktoranden gehören Jean-Paul Allouche und Albert Cohen.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • Nombres de Pisot, Nombres de Salem et analyse harmonique (Cours Peccot am College de France 1969), Springer, Lecturenotes in Mathematics Bd. 117, 1970
  • Algebraic Numbers and harmonic analysis, North Holland 1972
  • mit Ronald Coifman: Ondelettes et operateurs, Paris, Hermann 1990, 1991
  • Wavelets and Operators, Cambridge University Press, Cambridge Studies in Advanced Mathematics, 1992, 1995
  • mit Stephane Jaffard, Robert Ryan: Wavelets – tools for science and technology, SIAM 2001
  • Wavelets – algorithms and applications, SIAM 1993

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Dahmen Yves Meyer – Träger des Gauß-Preises 2010. In: Mitteilungen DMV 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathematics Genealogy Project