Yves Netzhammer

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Yves Netzhammer (* 1. August 1970 in Affoltern am Albis) ist ein Schweizer Computerkünstler. Zu seinem Repertoire gehören auch Videoinstallationen, Objekte und Schwarz-Weiss-Strichzeichnungen.

Leben[Bearbeiten]

Yves Netzhammer wuchs in Schaffhausen auf. Mit sechzehn Jahre absolvierte er dort eine vierjährige Lehre als Hochbauzeichner. Lehrbegleitend besuchte er die gestalterische Berufsmatur in Zürich. Nach seiner Lehre nahm er im Jahr 1990 an einem Vorkurs an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich teil. 1991 begann sein Studium für visuelle Gestaltung. Sein Diplom bekam er 1995.

Seine ersten Ausstellungen mit Videoinstallationen, Diaprojektionen, sowie Zeichnungen und Objekten hatte Yves Netzhammer im Jahr 1997. Ebenso lieferte er verschiedene Arbeiten für Magazine und Buchbeiträge. So gestaltete er 1999 Bildbeiträge zum Thema Wissenschaft für das Magazin Nr. 52 vom Tages-Anzeiger. Er lieferte im selben Jahr Beiträge für brand eins von Hamburg und Visionaire von New York. Mit Ralph Schraivogel designte er die Schokolade-Briefmarke (2001) der schweizerischen Post (Briefmarke mit Aussehen und Duft von Schokoladentafeln).[1] Seit September 2006 publiziert Yves Netzhammer online im Journal für Kunst, Sex und Mathematik.[2]

Yves Netzhammer lebt heute in Zürich.

Werke[Bearbeiten]

Zu Yves Netzhammers wichtigsten Werken gehören Rauminstallationen mit Objekten und/oder Landschaftsaufbauten und Videoprojektionen inkl. Tonspur. Die Videos sind mit dem Computer errechnete surreale repetierende Filmsequenzen. Dabei bedient er sich keiner Ray Tracing-Programme, sondern zeichnet mit Software, die für die Architektur entwickelt worden ist. Die Oberflächen wirken somit glatt und künstlich. Die erzählten Geschichten sind surreal: Er kombiniert Angenehmes mit Unangenehmem, Totes mit Lebendigem, Tier und Mensch und lässt die Objekte ineinander fliessen oder von einem zum anderen übergehen. Ebenso mischt er philosophische Gedanken in seine Werke ein. Ein Beispiel: es sitzt ein Papagei in einem Käfig und philosophiert über Leben und Tod.

Frühere Werke sind Schwarz-Weiss-Strichzeichnen, die thematisch ähnlich aufgebaut sind, wie die Videoinstallationen. Er hat viele Strichzeichnungen aber auch perspektivisch verfälscht und mit optischen Täuschungen gearbeitet. Diese kommen in den modernen Filmsequenzen ebenfalls vor.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1996: Förderpreis der Hochschule für Gestaltung, Zürich
  • 1998: Auszeichnung "Schönste Bücher 1998" (auch 2001 und 2004)
  • 2000: Auszeichnung "Schweizer Plakat des Jahres", Eidgenössischer Stipendienwettbewerb, Basel
  • 2000: Eidgenössischer Preis für freie Kunst (auch 2002 und 2006)
  • 2001: Atelierstipendium der Stadt Zürich für New York
  • 2002: Silbermedaille vom ADC Deutschland für die brand eins-Zeichnungen
  • 2003: Kunstpreis des Kantons Zürich 2003
  • 2003: Auszeichnung des ADC New York für Buchmesseplakat Frankfurt

Ausstellungen[Bearbeiten]

Einzelpräsentationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Yves Netzhammer vertrat zusammen mit Christine Streuli die Schweiz an der 52. Biennale von Venedig 2007.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Yves Netzhammer (1997): Was sich erzählen lässt wird verbessert werden, Verlag Ricco Bilger, Zürich, ISBN 3-908010-31-4
  • Yves Netzhammer (1999): Wenn man etwas gegen seine Eigenschaften benützt, muss man dafür einen anderen Namen finden, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, ISBN 3-936711-02-X
  • Dietmar Dath und Anne Philippi (2002): Dornbracht Culture Projects: Statements IV: Yves Netzhammer, Opiate, Mouse on Mars, To Rococo Rot: Bd 4 , Dornbracht, Iserlohn, ISBN 3-936919-41-0
  • Yves Netzhammer (2003): Die überraschende Verschiebung der Sollbruchstelle eines in optimalen Verhältnissen aufgewachsenen Astes, Helmhaus Zürich, Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Nürnberg, ISBN 3-933096-93-6
  • Yves Netzhammer, Beate Ermacora und Sabine M. Schmidt (2003): Das Gefühl präziser Haltlosigkeit beim Festhalten der Dinge. Eine Ausstellung an zwei Stationen, Kerber Verlag, ISBN 3-936646-39-2
  • Nils Röller: „Elektronische Blindheit“. In: Lischka, Johann Georg (Hg.): Zapping Zone. Bern: Benteli, 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.post.ch/de/index/uk_mm01_marke_schokolade.htm?viewId=726
  2. Journal für Kunst, Sex und Mathematik, abgerufen 29. Oktober 2008
  3. Mitteilung zur Ausstellung, abgerufen am 19. Juli 2014.