Yvette Guilbert

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Henri de Toulouse-Lautrec: Porträt von Yvette Guilbert

Yvette Guilbert (* 20. Januar 1867 in Paris; † 2. Februar 1944 in Aix-en-Provence) war eine bekannte französische Sängerin des 19. Jahrhunderts.

[Bearbeiten] Leben

Yvette Guilbert arbeitete zunächst als Verkäuferin im Pariser Warenhaus Printemps und als Kunstmodell und nahm daneben Gesangs- und Schauspielunterricht. Schnell zu Erfolg gekommen, trat sie im Moulin Rouge und im Berliner Wintergarten auf. Sie beeindruckte laut zeitgenössischen Kritiken weniger durch ihre Sangeskunst als durch ihre Vortragsweise. Ihre Lieder ähnelten eher einem Sprechgesang; wichtig waren dabei die pointierte Darstellung und die scharfen, oftmals zeitkritischen Texte.

Der Dichter und Kritiker Alfred Kerr schrieb über ihren Gesang:

Wüste Tragik. Leiser Spott.
Liebeskirren und Schafott.
Ferner Walzer. Sachtes Summen.
Lachen. Grübeln. Und Verstummen.

Heutzutage kennt man sie am ehesten noch aus den Bildern von Toulouse-Lautrec, der sie mit rotem Haar, grünem Kleid und schwarzen Handschuhen darstellte. Weniger bekannt ist, dass Guilbert in den 1920er- und 1930er-Jahren auch in einigen Filmen als Schauspielerin mitwirkte. Die bekanntesten sind Faust – eine deutsche Volkssage von Friedrich Wilhelm Murnau und Marcel L’Herbiers Zola-Adaption L’Argent (dt.: Das Geld). Außerdem verfasste sie zwei Bücher über die Belle Époque. Sie und ihr Ehemann Max Schiller waren mit Sigmund Freud in Briefkontakt; Freud skizzierte dabei seine persönliche Deutung des „Phänomens Yvette Guilbert“.

[Bearbeiten] Werke

  • Die Halb-Alten. Übersetzung von Ludwig Wechsler. Seemann, Leipzig o.J. (um 1900).
  • Der Brettlkönig. Übersetzung von Paul Bornstein. Langen, München 1902.
  • Lied meines Lebens. Übersetzung von Franz Hessel, Vorwort von Alfred Polgar. Rowohlt, Berlin 1928.
  • Mir sang die Erde. Reiseerinnerungen. Übersetzung und Vorwort von Hedda Eulenberg. Droste, Düsseldorf 1950.
  • Die Kunst, ein Chanson zu singen. Mit zehn Chansons aus dem Repertoire der Yvette Guilbert in Nachdichtungen von Bettina Wegner. Henschel, Berlin 1981.

[Bearbeiten] Weblinks

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