Zürcher Hochschule der Künste

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Zürcher Hochschule der Künste
Gründung 1878, 2007
Trägerschaft staatlich
Ort Winterthur, Schweiz
Zürich, Schweiz
Leitung Thomas D. Meier
Studenten 2019 (2013)[1]
Mitarbeiter 670 VZÄ (2013)[1]
davon Professoren 106 (2013)[1]
Jahresetat CHF 142.120 Millionen (2013) [1]
Website zhdk.ch
ZHdK im Toni-Areal

Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK; englisch Zurich University of the Arts) ist mit über 2000 Studierenden die grösste Kunsthochschule der Schweiz. Sie entstand 2007 aus der Fusion der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGKZ) und der Hochschule für Musik und Theater (HMT). Seit September 2014 ist fast die gesamte Hochschule im neu bezogenen Standort Toni-Areal in Zürich-West untergebracht. Sie ist eine der vier Teilschulen der Zürcher Fachhochschule.

Die ZHdK bietet Bachelor- und Master-Studiengänge sowie Weiterbildungen in den Bereichen Kunst, Design, Musik, Vermittlung, Theater, Film, Tanz und Transdisziplinarität an. Sie ist ausserdem in der Forschung tätig und betreibt vor allem künstlerische Forschung und Designforschung.

Angegliedert sind der ZHdK das Museum für Gestaltung Zürich, das Theater der Künste, der Musikklub Mehrspur und das Medien- und Informationszentrum MIZ.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) wurde am 1. August 2007 gegründet und entstand aus dem Zusammenschluss der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ), welche aus der 1878 gegründeten Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich hervorgegangen ist, und der Hochschule Musik und Theater Zürich (HMT). Hans-Peter Schwarz war Gründungsrektor der neuen Kunsthochschule. Seit 1. November 2009 leitet Rektor Thomas D. Meier die ZHdK.

Die Hochschule für Gestaltung und Kunst ging aus der 1878 gegründeten Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich hervor. Sie hatte ihren Sitz im 1933 errichteten Gebäude von Adolf Steger und Karl Egender, wie auch das Museum für Gestaltung.

Die Hochschule Musik und Theater Zürich entstand 1999 aus dem Zusammenschluss der Konservatorien Winterthur und Zürich, der Jazzschule Zürich, der Schauspiel-Akademie Zürich und der Schweizerischen Ballettschule. Der heutige Fachbereich Theater (im Departement Darstellende Künste und Film) wurde 1937 im Umfeld des Zürcher Schauspielhauses unter der Bezeichnung Bühnenstudio Zürich gegründet. Anfangs der 1970er Jahre erfolgte die Umbenennung in Schauspiel-Akademie Zürich.

Durch ihre Entstehung aus der Fusion von mehrerer Schulen war die ZHdK auf über 35 Standorte in der ganzen Stadt Zürich (Ausstellungsstrasse, Florhof, Mediacampus, Gessnerallee) und Winterthur aufgeteilt. Im Herbst 2014 wurde ein neuer Campus auf dem Toni-Areal in Zürich-West bezogen. Fast alle anderen Standorte wurden aufgegeben, einzig der Standort Gessnerallee mit dem Theater der Künste sowie das Museum Bellerieve bleiben in ihren angestammten Räumen. Auch der Musikklub Mehrspur befindet sich nun im Toni-Areal, ebenso die Sammlungen des Museum für Gestaltung und bis auf weiteres auch die Wechselausstellung desselben[2].

Der Hochschulcampus auf dem Toni-Areal ist aus der ehemaligen Toni-Molkerei an diesem Standort entstanden. Das ursprüngliche Fabrikgebäude wurde nach Plänen des Zürcher Architekturbüros EM2N für die Bedürfnisse der neuen Nutzer umgebaut. Auf dem Toni-Areal sind erstmals alle Kunstrichtungen, das Design und die Vermittlung an einem Standort vereint. Neben Seminarräumen, Ateliers, Studios, Werkstätten, Probebühnen und Übungsräumen beherbergt das neue Gebäude auch mehrere Konzert- und Kammermusiksäle, Ausstellungsräume und ein Kino.[3]

Lehre und Forschung[Bearbeiten]

Die ZHdK bietet Bachelor- und Master-Studiengänge an, welche im Zuge der Bologna-Reform die alten Diplom-Studiengänge ablösten. Die Anzahl Studienplätze ist in allen Fächern begrenzt. Ausserdem bietet die ZHdK im Bereich der Vorbildung einen gestalterischen Vorkurs und im Bereich der Weiterbildung verschiedene CAS- und MAS-Programme an, sowie – in internationalen Kooperationen – PhD-Programme.

Im Zuge der Etablierung der Forschung an Fachhochschulen hat die ZHdK ihre Forschungstätigkeit intensiviert. Sieben Institute und zwei Forschungsschwerpunkte sind vor allem im Bereich der Künstlerischen Forschung tätig. Daneben wird auch im Design, in der Kunstgeschichte, in der Kulturvermittlung und in der Musikwissenschaft geforscht.

Departemente[Bearbeiten]

Die ZHdK ist in fünf Departemente aufgeteilt:

Das Departement Musik ist das grösste Departement der ZHdK. Es umfasst die Ausbildung in Klassik, Jazz und Pop, an allen Instrumenten, im Gesang, im Dirigieren, und in der Komposition. Zum Departement gehören das Institute for Computer Music und Sound Technology (ICST) und der Forschungsschwerpunkt Musikalische Interpretation. Das Department betreibt unter der Bezeichnung ZHdK Records auch ein eigenes Plattenlabel für Veröffentlichungen erstklassiger Produktionen der ZHdK. Vertrieben werden die CDs über Phonag Records. [4]

Im Departement Darstellende Künste und Film sind die Ausbildungen in den Bereichen Theater (Schauspiel, Regie, Dramaturgie, Szenographie, Theaterpädagogik), Film und Tanz vereint. Zum Departement gehört das Institute for Performing Arts and Film (IPF).

Das Departement Kunst & Medien beherbergt die „Fine Arts“-Ausbildung: diese besteht aus einem „BA Medien & Kunst“ mit den Vertiefungen Bildende Kunst, Mediale Künste, Fotografie und Theorie[5] und einem „MA Fine Arts“ mit den Schwerpunkten Fine Arts, Theorie, Künstlerische Forschung[6]. Zum Departement gehören das Institut für Gegenwartskunst (Institute for Contemporary Art Research, IFCAR) und der Forschungsschwerpunkt Public City. In Kooperation mit der Kunstuniversität Linz bietet das Departement zudem einen wissenschaftlichen PhD und einen „practice based (artistic research) PhD“[7] an.

Im Departement Kulturanalysen und Vermittlung werden Zeichnungslehrer, Kulturjournalisten, Ausstellungsmacher und Erwachsenenbildner ausgebildet. Zum Departement gehören des Weiteren neben dem Master in Transdisziplinarität auch die Forschungsinstitute Institut für Theorie (ith), Institute for Art Education (IAE) und Institute for Cultural Studies in the Arts (ICS) sowie der Forschungsschwerpunkt Transdisziplinarität.

Das Departement Design bietet Ausbildungen in Produkt- und Industriedesign, Interaction Design, Game Design, Style und Design und Visueller Kommunikation sowie in wissenschaftlicher Illustration. Zum Departement gehört das Institut für Designforschung.

Bekannte Absolventinnen und Absolventen[Bearbeiten]

Die ZHdK und ihre Vorgängerinstitutionen (Kunstgewerbeschule/HGKZ, Konservatorien Winterthur und Zürich, Schauspielakademie Zürich) haben eine Reihe bekannter Künstler, Designer, Musiker und Schauspieler hervorgebracht:

Theater/Film[Bearbeiten]

Fotografie[Bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten]

Design/Gestaltung/Typografie[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Bekannte Dozierende[Bearbeiten]

Viele ehemalige Absolventinnen und Absolventen übernahmen und übernehmen später Lehrfunktionen. Daneben unterrichten weitere namhafte Persönlichkeiten an der ZHdK.

Zu den bekannten Dozierenden gehören bzw. gehörten:

  • Volkmar Andreae leitete nicht nur von 1906 bis 1949 das Tonhalle-Orchester Zürich, sondern auch von 1914 bis 1939 das Konservatorium Zürich.
  • Sophie Taeuber-Arp leitete von 1916 bis 1929 die Textilklasse an der Kunstgewerbeschule.
  • Johannes Itten war von 1938 bis 1943 Direktor der Kunstgewerbeschule.
  • Die Regisseurin Sabine Boss ist im Bachelor Film Dozentin für Inszenierung und Schauspielführung.
  • Hans Finsler war Leiter der ersten Fotoklasse der Kunstgewerbeschule und Lehrer von René Burri, Ernst Scheidegger und Werner Bischof.
  • Die Dokumentarfilmerin Sabine Gisiger ist in der Fachrichtung Film Dozentin für Dokumentarfilm.
  • Der Dokumentarfilmer Christian Iseli leitet am Institute for the Performing Arts and Film (IPF) den Schwerpunkt Filmwissen / Filmerfahrung.
  • Der Film Editor Bernhard Lehner leitet seit 2009 den Bachelor Film.
  • Hansjörg Mattmüller und Serge Stauffer leiteten von 1965 bis 1970 die künstlerische Experimentierklasse F+F (für „Form und Farbe“)
  • Robert Haussmann hatte von 1972 bis 1978 einen Lehrauftrag für Innenarchitektur und Produktgestaltung.
  • Irwin Gage leitete eine Klasse für Liedinterpretation.
  • Gerald Bennett war Dozent und Mitbegründer des Institute für Computer Music and Sound Technology (ICST).
  • Der Regisseur Markus Imboden leitet seit 2012 den Master Film.
  • Die Künstlergruppe Knowbotic Research hält eine Professur im Bereich Mediale Künste.
  • André Gelpke unterrichtete Fotografie.
  • Isabel Mundry unterrichtet Komposition.
  • Der russische Pianist Konstantin Scherbakov ist Professor für Klavier.
  • Der britische Cellist Raphael Wallfisch lehrt Violoncello und Kammermusik.
  • Der russische Violinist Zakhar Bron lehrt Geige und Kammermusik.
  • Maria Eichhorn unterrichtet Bildende Kunst.
  • Florian Dombois leitet seit Herbst 2011 den Forschungsschwerpunkt Transdisziplinarität.
  • Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Corina Caduff ist als Dozentin und Leiterin der Plattform Z+ tätig.
  • Der deutsche Tänzer Oliver Matz leitete die zur ZHdK gehörende Tanzakademie.
  • Der Medienkünstler und Komponist Andres Bosshard unterrichtet im Departement Kunst & Medien.
  • Der Kultur und Medienwissenschaftler Giaco Schiesser leitet das Department Kunst & Medien.
  • Der Designer und Kulturwissenschafter Gerhard M. Buurman gründete den Studiengang Interaction Design und leitet das Institut für Designforschung.
  • Aida Stucki: Violinistin, unterrichtete eine Berufsklassse am Konservatorium Winterthur; Lehrerin von Anne-Sophie Mutter
  • Stefi Geyer: ungarische Violinistin war Lehrerin am Konservatorium Zürich.
  • Margit Eschenbach baute ab 1992 den Studienbereich Film/Video an der damaligen HGKZ auf. Leitung, Co-Leitung und Lehrtätigkeit bis 2009. Sie erhielt für ihre Verdienste 2003 den Filmpreis der Stadt Zürich.
  • Der Kunstwissenschaftler, Journalist und Musiker Jörg Scheller ist Co-Leiter der Vertiefung Fotografie im Bachelor Medien & Kunst sowie Dozent im Master of Art Education.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zürcher Hochschule der Künste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Jahresbericht 2013. ZHdK. Abgerufen am 28. August 2014.
  2. Schaudepot. In: Website des Museum für Gestaltung Schaudepot. Abgerufen am 21. Oktober 2014.
  3. "Viele Töne im Toni" in: Neue Zürcher Zeitung vom 13. September 2014, S. 16.
  4. ZHdK Records. In: Website der ZHdK. Abgerufen am 17. Dezember 2012.
  5. http://www.zhdk.ch/?ba_kunst
  6. http://www.zhdk.ch/?masterfinearts
  7. http://www.zhdk.ch/?doktorat#c73391