Zürcher Kantonalbank

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  Zürcher Kantonalbank
Logo der Zürcher Kantonalbank
Staat Schweiz
Sitz Zürich
Rechtsform Öffentlich-rechtliche Anstalt
BC-Nummer 700[1]
BIC ZKBKCHZZ80A[1]
Gründung 15. Februar 1870
Website www.zkb.ch
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 149,7 Mrd. CHF
Mitarbeiter 4'818
Leitung

Unternehmensleitung

Martin Scholl (CEO)
Jörg Müller-Ganz (Bankpräsident)

Die Zürcher Kantonalbank ist die marktführende Universalbank des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie ist nur im eigenen Kantonsgebiet vertreten, jedoch national und teilweise international tätig. Gemessen an der Bilanzsumme von 149,7 Milliarden Schweizer Franken ist sie die grösste Kantonalbank und viertgrösste Schweizer Bank. Sie ist im Hypothekar- und Kreditgeschäft sowie im Anlage- und Vorsorgebereich tätig und zählt mit Kundenvermögen von rund 191,9 Milliarden Franken zu den grösseren Vermögensverwaltern der Schweiz. Als selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich geniesst sie eine unbeschränkte Staatsgarantie. Der Kanton haftet für alle Verbindlichkeiten der Zürcher Kantonalbank, soweit ihre eigenen Mittel nicht ausreichen. Die Bonität der Zürcher Kantonalbank wird von den drei Ratingagenturen, Standard & Poor’s, Moody’s und seit Januar 2009 auch von Fitch Ratings, mit der Bestnote («AAA» bzw. «Aaa») eingestuft.

Aktuelle Zahlen[Bearbeiten]

Bruttogewinn per 31. Dezember 2013 (in Mio. CHF): 877

Konzerngewinn per 31. Dezember 2013 (in Mio. CHF): 797

Gewinnausschüttung an Kanton und Gemeinden 2014 für Geschäftsjahr 2013 (in Mio. CHF): 369

Bilanzsumme per 31. Dezember 2013 (in Mio. CHF): 149'707

Kundenvermögen per 31. Dezember 2013 (in Mio. CHF): 191'867

Return-on-Equity (Eigenkapitalrentabilität) 2013: 9,2 %

Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrags-Verhältnis) per 31. Dezember 2013: 62,7 %

Eigenkapitalratio (Tier 1, Basel III) 2013: 16,2 %

Personalbestand per 31. Dezember 2013 (teilzeitbereinigt): 4'818

Geschäftsstellen: 97

Fünfjahresübersicht[Bearbeiten]

2009 2010 2011 2012 2013
Bruttogewinn Konzern (in Mio. CHF) 1'001 847 852 856 877
Jahresgewinn Konzern (in Mio. CHF) 751 729 769 744 797
Gewinnausschüttung an Kanton und Gemeinden (in Mio. CHF) 381 379 377 374 369
Bilanzsumme (in Mio. CHF) 117'235 126'410 133'999 150'694 149'707
Eigene Mittel (in Mio. CHF) 7'834 8'180 8'568 8'784 9'208
Kundenvermögen (in Mio. CHF) 150'150 165'059 176'626 191'393 191'867
Mitarbeiter (teilzeitbereinigt per Jahresende) 4'825 4'972 5'101 5'068 4'818

Besitzverhältnisse und Geschäftszweck[Bearbeiten]

Die Zürcher Kantonalbank ist im Besitz des Kantons und erfüllt einen gesetzlichen Leistungsauftrag. Sie wird nach kaufmännischen Grundsätzen geführt und soll einen angemessenen Gewinn erwirtschaften. Der Rahmen der Geschäftstätigkeit, der Geschäftszweck sowie die Beaufsichtigung und die Organisation der Bankorgane sind im Gesetz über die Zürcher Kantonalbank geregelt.

Zu den gesetzlichen Aufträgen gehört:

  • die Versorgung der breiten Bevölkerung mit Bankdienstleistungen
  • die Förderung des preisgünstigen Wohnungsbaus und des Wohneigentums
  • die spezielle Berücksichtigung der Bedürfnisse der kleineren und mittleren Unternehmen, der Arbeitnehmenden, des Gewerbes und der Landwirtschaft sowie der öffentlich-rechtlichen Körperschaften
  • die Unterstützung einer umweltverträglichen Entwicklung im Kanton Zürich

Unter den öffentlichen Leistungsauftrag fällt ausserdem der Betrieb der Pfandleihkasse des Kantons Zürich. Diese Institution gewährt zinsgünstige Kleinstdarlehen ab 10 Franken. Ein allfälliges Defizit wird von der Zürcher Kantonalbank getragen.

Staatsgarantie[Bearbeiten]

Der Kanton Zürich haftet nach dem Kantonalbankgesetz für alle Verbindlichkeiten der Zürcher Kantonalbank, wenn deren eigene Mittel nicht ausreichen. Diese Staatsgarantie dient als Stabilisator für den Finanzplatz Zürich, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Zürcher Kantonalbank gehört zu den weltweit wenigen Banken, die von den drei Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch mit der jeweiligen Bestnote bewertet werden.

Systemrelevanz[Bearbeiten]

Die ZKB wurde am 1. November 2013 durch Verfügung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als systemrelevante Bank im Inland eingestuft und muss strengere Eigenmittelanforderungen erfüllen sowie Notfallpläne für Krisenzeiten ausarbeiten. Neben der ZKB sind die Grossbanken UBS und Credit Suisse systemrelevant.[3][4]

Organisation[Bearbeiten]

Die Zürcher Kantonalbank steht unter der Oberaufsicht des Kantonsrates. Dieser wählt die Mitglieder des Bankrates und des Bankpräsidiums. Dem Bankrat obliegt die Oberleitung der Bank sowie die Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsleitung. Er delegiert die operative Geschäftstätigkeit der Bank an die Generaldirektion.

Mitglieder des Bankpräsidiums[Bearbeiten]

  • Jörg Müller-Ganz (Bankpräsident)
  • János Blum (Vizepräsident)
  • Bruno Dobler (Vizepräsident)

Mitglieder des Bankrates[Bearbeiten]

  • Alfred Binder
  • Thomas Heilmann
  • Hans Kaufmann
  • Mark Roth
  • Peter Ruff
  • Anita Sigg
  • Hans Sigg
  • Liliane Waldner
  • Rolf Walther
  • Stefan Wirth

Mitglieder der Generaldirektion[Bearbeiten]

  • Martin Scholl (Vorsitzender der Generaldirektion/CEO)
  • Christoph Weber (Leiter Geschäftseinheit Private Banking, stv. CEO)
  • Markus Bachofen Rösner (Leiter Geschäftseinheit Products und Services)
  • Jürg Bühlmann (Leiter Geschäftseinheit Logistik)
  • Stephanino Isele (Leiter Geschäftseinheit Geschäftseinheit Institutionals & Multinationals)
  • Heinz Kunz (Leiter Geschäftseinheit Firmenkunden)
  • Roger Müller (Leiter Geschäftseinheit Risk)
  • Daniel Previdoli (Leiter Geschäftseinheit Privatkunden)
  • Rudolf Sigg (Leiter Geschäftseinheit Finanz)

Tätigkeitsgebiete[Bearbeiten]

Hypothekargeschäft[Bearbeiten]

Ein Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Zürcher Kantonalbank ist das Hypothekargeschäft. Sie fördert die Bautätigkeit speziell durch Vergabe von Kleinsthypotheken und durch Darlehen an Wohnbaugenossenschaften.

Engagement für die Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Die Zürcher Kantonalbank engagiert sich in Kultur, Sport, Forschung oder Naturschutz wie z. B.

  • der Zoo Zürich und der Wildnispark Zürich
  • die Führung der SanArena-Rettungsschule
  • die Stiftung Botanischer Garten Grüningen
  • das Theater Kanton Zürich
  • die Unterstützung von Forschungsprojekten im Rahmen des Wissenschaftssponsorings, welche einer breiten Öffentlichkeit jeweils an den Forumsveranstaltungen der Zürcher Kantonalbank zugänglich gemacht werden
  • die Förderung des zürcherischen Kulturschaffens an Veranstaltungen wie dem Theaterspektakel, der Kyburgiade (bis 2009) und durch die Unterstützung von Kulturstätten wie das Jazzlokal Moods oder das Literaturhaus
  • die Ausrichtung und Finanzierung des ZKB Schillerpreises
  • die Unterstützung von Veranstaltungen des Breitensports (Züri-Lauf Cup, Turnfeste, Töss-Stafette, etc)
  • die Publikationen der «Züri-Reihe», welche volkskundliche und kulturelle Themen aus der Region einem breiten Publikum nahe bringt.
  • die Unterstützung des Nachtnetzes des Zürcher Verkehrsverbunds

Privatinvest Bank AG[Bearbeiten]

Am 27. Oktober 2009 gab die ZKB die vollständige Übernahme der österreichischen Privatinvest Bank AG (PIAG) von der Commerzbank und der Salzburger Sparkasse bekannt. Die Transaktion wurde am 1. Februar 2010 formell abgeschlossen.[5] Seit Oktober 2011 firmiert die Privatinvest Bank AG unter dem Namen Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Damit verbunden ist die Absicht der Zürcher Kantonalbank, sich im internationalen Private Banking auf die Zielmärkte Deutschland und Österreich sowie ausgewählte zentraleuropäische Länder zu konzentrieren.

ZKB Private Banking[Bearbeiten]

Das ZKB Private Banking belegte zum zweiten mal in Folge den ersten Platz des Private Banking Ratings des Wirtschaftsmagazins Bilanz.[6]

Mangelnde Einhaltung interner Richtlinien 2006/2007[Bearbeiten]

Ende 2006, Anfang 2007 kam eine ungenügende interne Kontrolle der Zürcher Kantonalbank an die Öffentlichkeit. Als führende Bank im Derivatehandel war sie als Optionsemittentin indirekt an verschieden feindlichen Firmenübernahmen oder Übernahmeversuchen beteiligt – so bei Unaxis, Saurer, Converium, Ascom, Implenia oder Sulzer. Besonders das Zürcher Traditionsunternehmen Sulzer missbilligte das Vorgehen der Zürcher Kantonalbank, Aktienpakete für Dritte durch Ausnützen von Schlupflöchern in der Meldepflichtregelung zu schnüren. Die Konsequenz daraus war eine Untersuchung der Eidgenössischen Bankenkommission, deren Ergebnis bis zum aktuellen Zeitpunkt noch aussteht.

Aufgrund der Untersuchungen der Aufsichtsbehörden sah sich das oberste Organ der Staatsbank, der Bankrat, zu verschiedenen Massnahmen gezwungen. Hierbei trennte sich die Bank im April 2007 zunächst von ihrem Leiter Investment und Private Banking sowie von ihrem Handelschef. Am 7. Mai 2007 wurde zudem in einem Pressecommuniqué der Zürcher Kantonalbank der Rücktritt von CEO Hans F. Vögeli auf den 31. Mai 2007 bekanntgegeben. Das involvierte Derivatteam hatte die Bank bereits zuvor verlassen.

In der Folge beschloss die ZKB verschiedene neue Richtlinien, unter anderem für das Optionsgeschäft. Sie erklärte ihre Absicht, zukünftig bei feindlichen Übernahmen kotierter Firmen nicht mehr mitzuwirken und für die Umgehung von Meldepflichten keine Hand mehr zu bieten. Ferner wurden die Eigengeschäftsbestimmungen für die Mitarbeiter verschärft, eine Compliance-Einheit eingerichtet und eine eigens für das Risikocontrolling zuständige Geschäftseinheit geschaffen.

In einem im Oktober 2008 im Zürcher Kantonsrat behandelten Schreiben der Eidgenössischen Bankenkommission entlastet diese die noch amtierenden Bankratsmitglieder, Bankpräsidiumsmitglieder und Geschäftsleitungsmitglieder. Die EBK beabsichtigte gegen diese keine aufsichtsrechtliche Massnahmen zu ergreifen. Alle Personen, die mit solchen Massnahmen oder «mit allfälliger Entfernung» hätten rechnen müssen, hätten die Bank inzwischen verlassen.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zürcher Kantonalbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eintrag im Bankenstamm der Swiss Interbank Clearing
  2. http://www.zkb.ch/de/center_worlds/ueber_uns/zahlen_und_fakten/berichterstattung/geschaeftsbericht1/aktuelle_ausgabe.html
  3. Ermes Gallarotti: Die ZKB wird systemrelevant. In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. November 2013
  4. Verfügung der Schweizerischen Nationalbank betreffend Systemrelevanz. Medienmitteilung vom 11. November 2013 (PDF-Datei)
  5. Medienmitteilung der Zürcher Kantonalbank vom 2. Februar 2010
  6. Hansjörg Ryser: Private-Banking-Rating 2011: ZKB schlägt UBS und CS. In: Bilanz 4/2011 vom 25. Februar 2011
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatZKB-Bankrat im Fall Sulzer entlastet. Neue Zürcher Zeitung, 10. Oktober 2008, abgerufen am 18. September 2009.

47.3608968.534698Koordinaten: 47° 21′ 39″ N, 8° 32′ 5″ O; CH1903: 682800 / 246139