Zürcher Kantonalbank

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Zürcher Kantonalbank (ZKB)
Unternehmensform Öffentlich-rechtliche Anstalt
Gründung 15. Februar 1870
Unternehmenssitz Zürich, Schweiz
Unternehmensleitung

Martin Scholl (CEO)
Urs Oberholzer (Bankpräsident)

Mitarbeiter 4446 (31. Dez. 2007)
Bilanzsumme 103,2 Mrd. CHF (31. Dez.2007)
Branche Banken
Produkte

Finanzdienstleistungen

Website www.zkb.ch

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist die marktführende Zürcher Universalbank mit nationaler und zum Teil internationaler Ausrichtung. Gemessen an der Bilanzsumme von CHF 103.2 Mrd ist sie die grösste Kantonalbank und drittgrösste Schweizer Bank. Aufbauend auf der umfassenden Kompetenz im Hypothekar- und Kreditgeschäft hat sie sich auch sehr erfolgreich im Anlage- und Vorsorgebereich weiterentwickelt und zählt heute mit Kundenvermögen von CHF 119 Mrd zu den grössten Vermögensverwaltern der Schweiz. Als selbstständige öffentlich- rechtliche Anstalt des Kantons Zürich geniesst sie Staatsgarantie. Der Kanton haftet für alle Verbindlichkeiten der ZKB, soweit ihre eigenen Mittel nicht ausreichen. Von den beiden Rating-Agenturen Standard & Poor’s und Moody’s wird die ZKB als eine der wenigen Banken weltweit unverändert mit der Bestnote (AAA bzw. Aaa) eingestuft.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Gründerjahre

Am 15. Februar 1870 eröffnete die Zürcher Kantonalbank ihren ersten Schalter. Hypothekarkredite und sonstige Kapitalbedürfnisse für Arbeiter, Handwerker und Angestellte, für landwirtschaftliche und gewerbliche Betriebe sowie für kleinere und mittlere Industrieunternehmungen wurden von den damaligen Privatbanken weitgehend vernachlässigt. Hier sollte die "Bank des Zürcher Volkes" einspringen. Der Kanton Zürich stellte das Dotationskapital zur Verfügung, garantierte die Verbindlichkeiten der Bank (Staatsgarantie) und bestellte die obersten Organe. Der öffentliche Leistungsauftrag und damit die gesellschaftspolitische Verantwortung wurde im Gegenzug gesetzlich festgeschrieben.

Jahrhundertwende

Gegen Ende des 19. und zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts erlebte die Zürcher Wirtschaft einen beachtlichen Aufschwung. Parallel dazu wuchs auch die Bevölkerung stark an. Die Folgen waren eine vermehrte Nachfrage nach Wohnungen sowie steigende Mietzinsen. Der Hypothekarbestand der Zürcher Kantonalbank nahm daraufhin markant zu.

Krisenzeit

Die Zürcher Kantonalbank blieb trotz gelegentlicher Rückschläge in den kriegs- und krisengeschüttelten Jahren zwischen 1914 und 1950 eine zuverlässige Stütze im Kanton. Dank ihres gesetzlichen Auftrages liess sie sich nicht auf riskante Geschäften ein und überstand auch die Kreditkrise Anfang der 30er-Jahre ungeschoren.

Von der Hypobank zur Finanzdienstleisterin

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die schweizerische Wirtschaftsmetropole Zürich zu einem der bedeutendsten Finanzplätze. Die Zürcher Kantonalbank hielt mit dieser Entwicklung Schritt, indem sie ihr Geschäftsvolumen ausdehnte und ihre Leistungen vielfältiger ausgestaltete. Zwischen 1960 und 1988 hatte sich die Bilanzsumme der ZKB verzehnfacht; sie stieg von CHF 3,8 Mia. auf fast CHF 35 Mia. Gleichzeitig nahm die Zahl der Mitarbeitenden von 986 auf 3740 zu. Die Schwerpunkte bildeten in dieser Zeit Spar- und Hypothekargeschäfte. Gegen Ende des Jahrhunderts entwickelt sich aus der Hypothekarbank eine innovative, international agierende Finanzdienstleisterin. 1994 führt sie als erste Schweizer Bank das Online-Banking ein. Die Immobilienkrise Mitte der 90er-Jahre zwingt auch die ZKB zu Korrekturen. Die Bank reorganisiert sich und richtet sich auf Kundensegmente aus.

Rekordjahre 2003-2006

Das neue Jahrhundert begann für die ZKB ausgezeichnet. Dank Kostenkontrolle, verstärktem Engagement im Handel und im Anlagegeschäft gelangen zwischen 2004 und 2006 drei Rekordjahre in Serie. Davon profitieren insbesondere der Kanton und die Gemeinden, die durch die Gewinnausschüttung direkt am Erfolg der Bank teilhaben.

[Bearbeiten] Aktuelle Zahlen

Bruttogewinn per 31. Dezember 2007 (in Mio. CHF): 956

Konzerngewinn per 31. Dezember 2007 (in Mio. CHF): 843

Gewinnausschüttung an Kanton und Gemeinden 2007 (in Mio CHF): 400

Bilanzsumme vor Gewinnverteilung per 31. Dezember 2007 (in Mio. CHF): 103'172

Kundenvermögen per 31. Dezember 2007 (in Mio. CHF): 119'150

Return-on-Equity (Eigenkapitalrentabilität): 12,5 %

Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrags-Verhältnis): 58,9 %

Eigenmittel-Ratio (BIZ-Ratio nach Standardansatz-CH): 13,3 %

Personalbestand per 31. Dezember 2007 (teilzeitbereinigt): 4'446

Geschäftsstellen: 104 (davon 83 Filialen, 18 Agenturen und 3 Automatenbanken)

[Bearbeiten] Besitzverhältnisse und Geschäftszweck

Die Zürcher Kantonalbank ist im Besitz des Kantons. Die ZKB erfüllt einen gesetzlichen Leistungsauftrag. Sie wird nach kaufmännischen Grundsätzen geführt und soll einen angemessenen Gewinn erwirtschaften. Der Rahmen der Geschäftstätigkeit, der Geschäftszweck sowie die Beaufsichtigung und die Organisation der Bankorgane sind im Gesetz über die Zürcher Kantonalbank geregelt.

Zu den gesetzlichen Aufträgen gehört:

  • die Versorgung der breiten Bevölkerung mit Bankdienstleistungen
  • die Förderung des preisgünstigen Wohnungsbaus und des Wohneigentums
  • die spezielle Berücksichtigung der Bedürfnisse der kleineren und mittleren Unternehmen, der Arbeitnehmenden, des Gewerbes und der Landwirtschaft sowie der öffentlich-rechtlichen Körperschaften
  • die Unterstützung einer umweltverträglichen Entwicklung im Kanton Zürich

Unter den öffentlichen Leistungsauftrag fällt ausserdem der Betrieb der Pfandleihkasse des Kantons Zürich. Diese Institution gewährt zinsgünstige Kleinstdarlehen ab 10 Franken. Ein allfälliges Defizit wird von der ZKB getragen.

[Bearbeiten] Staatsgarantie

Der Kanton Zürich haftet nach dem Kantonalbankgesetz für alle Verbindlichkeiten der Zürcher Kantonalbank, wenn deren eigene Mittel nicht ausreichen. Diese Staatsgarantie dient als Stabilisator für den Finanzplatz Zürich, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Die ZKB gehört weltweit zu den wenigen Banken, die sowohl von Standard & Poor's wie auch von Moody's mit einem AAA-Rating bewertet werden.


[Bearbeiten] Organisation

Die Zürcher Kantonalbank steht unter der Oberaufsicht des Kantonsrates. Dieser wählt die Mitglieder des Bankrates und des Bankpräsidiums. Dem Bankrat obliegt die Oberleitung der Bank sowie die Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsleitung. Er delegiert die operative Geschäftstätigkeit der Bank an die Generaldirektion.

Mitglieder des Bankpräsidiums Dr. iur. Urs Oberholzer (Bankpräsident), lic. oec. publ. Liselotte Illi (Vize-Bankpräsidentin), Dr. iur. Martin Zollinger (Vize-Bankpräsident)

Mitglieder des Bankrates Agro-Ing. HTL Alfred Binder, Dipl. sc. math. und lic. oec. János Blum, lic. rer. pol. Thomas Heilmann, Germain Mittaz, Dr. oec. HSG Jörg Müller-Ganz, Prof. Dr. oec. Maurice Pedergnana, Kurt Schreiber, Prof. Dr. oec. publ. Hans Sigg, BBA Liliane Waldner, Hans-Peter Züblin

Mitglieder der Generaldirektion Martin Scholl (Vorsitzender der Generaldirektion / CEO), Charles Stettler (Leiter Geschäftseinheit Firmenkunden, stv. CEO), Dr. Martin Sieg Castagnola (Leiter Geschäftseinheit Investment & Private Banking), Anton Allemann (Leiter Geschäftseinheit Logistik), Daniel Previdoli (Leiter Geschäftseinheit Privatkunden), Dr. Philipp Halbherr (Leiter Geschäftseinheit Finanz), Bruno Meier (Leiter Geschäftseinheit Risk)

[Bearbeiten] Tätigkeitsgebiete

[Bearbeiten] Hypothekargeschäft

Ein Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Zürcher Kantonalbank ist das Hypothekargeschäft. Sie fördert die Bautätigkeit speziell durch Vergabe von Kleinsthypotheken und durch Darlehen an Wohnbaugenossenschaften. Dabei geniessen Projekte, die auf Umweltverträglichkeit achten, besondere Konditionen. Bei der Festlegung des Hypothekarzinssatzes nimmt die Zürcher Kantonalbank eine spezielle Verantwortung wahr: Gemäss Nationalbankstatistik liegt sie mit ihren Zinssätzen in den letzten Jahren in aller Regel unter der durchschnittlichen Verzinsung der inländischen Hypothekaranlagen.

[Bearbeiten] KMU-Kredite

Ein Netz von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist für jede Volkswirtschaft von grosser Bedeutung, da es in der Regel über drei Viertel aller Arbeitsplätze schafft. Die ZKB gewährt jungen Unternehmen Starthilfe, sie leistet Sanierungsbeiträge an grundsätzlich überlebensfähige Betriebe und sichert so Arbeitsplätze.

[Bearbeiten] Anlagegeschäft

Seit 1995 hat sich die Zürcher Kantonalbank auch sehr erfolgreich im Anlage- und Vorsorgebereich weiterentwickelt und zählt heute mit Kundenvermögen von CHF 117 Mrd. zu den grössten Vermögensverwaltern der Schweiz.

[Bearbeiten] Schwerpunkt Umwelt

Laut gesetzlichem Auftrag ist die ZKB verpflichtet, eine Vorbildfunktion wahrzunehmen. Sie tut dies folgendermassen:

  • Konsequente und nachhaltige Senkung des eigenen Energie- und Ressourcenverbrauchs
  • Angebot von nachhaltigen Anlagemöglichkeiten
  • Berücksichtigung umweltrelevanter Kriterien bei der Kreditvergabe
  • Förderung von besonders umweltverträglichen Investitionen durch Umweltdarlehen
  • Nutzung von regenerativen Energien

[Bearbeiten] Weitere Leistungen für die Öffentlichkeit

Die ZKB interpretiert ihren Leistungsauftrag weit. So engagiert sie sich auch in Kultur, Sport, Forschung oder Naturschutz. Konkrete Beispiele sind:

  • die Führung der SanArena-Rettungsschule
  • die Stiftung Botanischer Garten Grüningen
  • die Unterstützung von Forschungsprojekten im Rahmen des Wissenschaftssponsorings, welche einer breiten Öffentlichkeit jeweils an den ZKB-Forumsveranstaltungen zugänglich gemacht werden
  • die Förderung des zürcherischen Kulturschaffens an Veranstaltungen wie dem Theaterspektakel, der Kyburgiade und durch die Unterstützung von Kulturstätten wie das Jazzlokal Moods oder das Literaturhaus
  • die Ausrichtung und Finanzierung des ZKB-Schillerpreises
  • die Unterstützung von Veranstaltungen des Breitensports (Züri-Lauf Cup, Turnfeste, etc)
  • die Publikationen der “Züri-Reihe”, welche volkskundliche und kulturelle Themen aus der Region einem breiten Publikum nahe bringt.
  • die Unterstützung des Nachtnetzes des Zürcher Verkehrsverbund

[Bearbeiten] Probleme 2006/07

Ende 2006, Anfang 2007 kam eine ungenügende interne Kontrolle der ZKB an die Öffentlichkeit (NZZ: "Die Derivat-Truppe führte ein Eigenleben, das Kenner mit dem einer ausser Kontrolle geratenen Rakete vergleichen.").

Die ZKB spielt im Derivatehandel eine führende Rolle, sie war aber mit Optionsgeschäften bei praktisch allen feindlichen Firmenübernahmen und Attacken beteiligt – so bei Unaxis, Saurer, Converium, Ascom, Implenia, Sulzer.

Das oberste Organ der Staatsbank, der Bankrat, hat im April/Mai 2007 erste Massnahmen getroffen. Erst wurde Hans Fischer, Leiter Investment und Private Banking, gekündigt. Die ZKB setzte sich neue Leitplanken für das Optionsgeschäft und hat das interne Frühwarnsystem verstärkt. Die ZKB will künftig bei feindlichen Übernahmen kotierter Firmen nicht mehr mitwirken und für die Umgehung von Meldepflichten keine Hand mehr bieten.

Am 7. Mai 2007 wurde in einem Pressecommuniqué der Zürcher Kantonalbank der Rücktritt von CEO Hans F. Vögeli auf den 31. Mai 2007 bekanntgegeben. Ab 1. Juni 2007 übernimmt neu Martin Scholl das Amt des CEO.

Am 23. Mai 2007 übernahm die ZKB grosse Teile des Technologiekonzerns Ascom von Ronny Peciks Victory Industriebeteiligung AG.

[Bearbeiten] Weblinks

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