Zýkait

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Zýkait
Andere Namen
  • IMA 1976-039
Chemische Formel

Fe43+[OH|SO4|(AsO4)3] · 15H2O[1]

Mineralklasse Phosphate, Arsenate und Vanadate
8.DB.45 (8. Auflage: VII/D.05) nach Strunz
43.05.03.02 nach Dana
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin
Farbe Grauweiß mit hellgelblichgrünem oder bräunlichem Stich
Strichfarbe Hellgelb
Mohshärte nicht definitiert (sehr weich[2])
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,50 ; berechnet: 2,504
Glanz
Transparenz durchscheinend
Spaltbarkeit
Bruch uneben
Habitus
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,632 ; nβ = 1,635 - 1,636 ; nγ = 1.646[3]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,014; zweiachsig negativ
Optischer Achsenwinkel 2V = 60° (gemessen), 56° bis 66° (berechnet)[3]

Zýkait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Fe43+[OH|SO4|(AsO4)3] · 15H2O[1], ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Eisen-Arsenat mit Hydroxid und Sulfatkomplex als zusätzlichen Anionen.

Zýkait ist durchscheinend und entwickelt nur kleine, feinnadelige Kristalle bis etwa bis 0,02 Millimetern Länge. Meist findet er sich in Form von knolligen Mineral-Aggregaten bis etwa 3 Zentimetern Durchmesser oder als massige Hohlraumfüllungen. Zýkait ist grauweiß mit einem Stich ins Hellgelblichgrüne oder Bräunliche.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Zykait in der „Safary Mine“ bei Kaňk (Kutná Hora) in Tschechien und beschrieben 1978 durch F. Čech, J. Jansa, František Novák, die das Mineral nach Václav Zýka (*1926), dem Direktor des Instituts für Rohmaterial in Kutná Hora bezeichneten.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Zýkait zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate mit fremden Anionen“, wo er zusammen mit Bukovskýit, Diadochit, Pitticit und Sarmientit die unbenannte Gruppe VII/D.05 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Zýkait ebenfalls in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphate mit weiteren Anionen, mit H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der weiteren Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex (RO4), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen, (OH, etc.):RO4 < 1 : 1“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 8.DB.45 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Zýkait in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphate“ ein. Hier ist er zusammen mit Pitticit in der „Pitticitgruppe“ mit der System-Nr. 43.05.03 innerhalb der Unterabteilung „Zusammengesetzte Phosphate etc., (Wasserhaltige zusammengesetzte Anionen mit Hydroxyl oder Halogen)“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Zýkait bildet sich sekundär als Verwitterungsprodukt aus Arsenopyrit und Pyrit in den Abraumhalden alter Bergwerke. Als Begleitminerale treten neben Arsenopyrit und Pyrit unter anderem noch Gips, Kaňkit, Limonit, Pitticit, Quarz und Skorodit auf.[2]

Als seltene Mineralbildung konnte Zýkait bisher (Stand: 2012) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden. Neben seiner Typlokalität „Safary Mine“ bei Kaňk trat das Mineral in Tschechien nur noch bei Jáchymov (Sankt Joachimsthal) auf.

In Deutschland fand sich Zýkait in den Gruben „Vereinigt Feld“, „Reiche Zeche“ und „Christbescherung“ bei Freiberg im sächsischen Erzgebirge und in Polen trat er bisher nur in der „Wilhelm Mine“ bei Stara Góra im Bober-Katzbach-Gebirge (Niederschlesien) zutage.[3]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Zýkait kristallisiert orthorhombisch, wobei die genaue Raumgruppe bisher nicht bestimmt wurde. Die Gitterparameter lauten a = 20,85 Å; b = 7,03 Å und c = 36,99 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Čech, J. Jansa, František Novák: Zýkaite, Fe3+4(AsO4)3(SO4)(OH) · 15H2O, a new mineral, in: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte, 1978, S. 134-144

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 495.
  2. a b John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Zýkaite, in: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 64,3 kB)
  3. a b c Mindat - Zýkaite