Z-Netz
Das Z-Netz ist ein Mailboxnetz, das auf dem seit 1984 entwickelten Programm Zerberus beruht. Es wurde ab 1992 bis zu ihrer Auflösung 1999 von der Zerberus Gesellschaft für Kommunikation mbH gepflegt.
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Geschichte [Bearbeiten]
Anfangs wurde dieses Netz nach dem dreiköpfigen Höllenhund der griechischen Mythologie Zerberus-Netz oder einfach Zerberus genannt. Später wurde nur noch die Bezeichnung Z-Netz verwendet, um zu dokumentieren, dass die Verwendung nicht an eine bestimmte Software gebunden ist.
Das Z-Netz war das erste deutschsprachige MailBox-Netz, das demokratisch organisiert war, Nicht-Computerthemen wie Umweltschutz, Politik und Literatur in den Vordergrund stellte[1] und Gegenöffentlichkeit schuf.[2] Aufbauend auf den Z-Netz-Strukturen entstanden neue Netze wie das T-Netz, das gewerkschaftlich orientierte Solinet und das politisch und ökologisch ausgerichtete CL-Netz.[3]
Seit 1992 verwendet das Z-Netz das eigens entwickelte Protokoll ZConnect für den Austausch von E-Mail und News. Vereinzelt nutzen es noch Mailboxen, die hauptsächlich als Gateway zum Internet betrieben werden. ZConnect war im Grundsatz mehr als nur ein Protokoll, da Entwickler entsprechender Software in einem demokratischen Verfahren über die Normierung entschieden haben. Dieses Verfahren führte zu einer breiten Akzeptanz bei den Entwicklern, die Software für diesen Nischenmarkt bereitstellten. Stellvertretend für alle seien hier die Entwickler von CrossPoint und NCBMail genannt.
Heutzutage ist z-netz.* im Wesentlichen eine kleine deutschsprachige Usenet-Hierarchie. Aktive Gruppen existieren vor allem in Bereichen, wo es in de.* keine Spezialgruppe gibt, z.B. z-netz.alt.liebesleben.geschichten, z-netz.alt.rechnerkrieg, z-netz.freizeit.rollenspiele.dsa oder z-netz.alt.esoterik.reiki.
Literatur [Bearbeiten]
- Rena Tangens, padeluun, Peter Mandrella u.a.: MailBox auf den Punkt gebracht. Mit Zerberus und CrossPoint zu den Bürgernetzen. Bielefeld 1998, ISBN 3980218260 (vergriffen)
- Rena Tangens und padeluun: Informationen sind schnell - Wahrheit braucht Zeit. In: Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald, Julia Tieke (Hg.): SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-677-9
- Wem gehört das Internet? 20 Jahre Vernetzung, München 2008 (kostenloser Download, PDF)]
- Die Datenschleuder, Nr. 31: Das Z-Netz [4]
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Inoffizielle Homepage des Z-Netz
- Zerberus Gesellschaft für Kommunikation mbH (erloschen)
- z-netz bei Google Groups
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart, S. 93, abgerufen am 30. August 2012
- ↑ Annette Bruhns: Digitale Dorfbrunnen. In den Bürgernetzen trifft sich die alternative Öffentlichkeit, Spiegel Special 3/1996
- ↑ Rena Tangens & padeluun: Einige Mosaiksteine für das kollektive Netzgedächtnis
- ↑ Das Z-Netz