ZPG-3W

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Am Mast ein ZPG-3W, darüber ein ZPG-2W

ZPG-3W war ein US-amerikanisches Prallluftschifftyp, welches von der Firma Goodyear Ende der 1950er Jahre für die US-Marine gebaut wurde. Die ZPG-3W-Schiffe sind bis heute die größten je gebauten Prallluftschiffe. Sie wurden im Kalten Krieg als Teil des US-Frühwarnsystems zur Abwehr sowjetischer Interkontinentalraketen entwickelt und über dem Atlantischen Ozean eingesetzt.

Betrieb[Bearbeiten]

ZPG-3W

Ende 1955 waren die Arbeiten am Mock-up beendet und die US-Marine bestellte vier ZPG-3Ws. Sie besaßen unter anderem eine größere Radarantenne, die im Gegensatz zu ihren Vorgängern im Inneren der Hülle untergebracht war. Das erste Schiff machte seine Jungfernfahrt im Juli 1958. Die Grenzpatrouillen begannen im Dezember 1959.

Das letzte der vier ZPG-3Ws wurde am 4. April 1960 nach Lakehurst ausgeliefert.

Am 1. März 1960 kehrte ein ZPG-3W nach einem Patrouillenflug über dem Nordatlantik zurück, nachdem es 49,3 Stunden auf seinem Beobachtungsposten und insgesamt 58 Stunden in der Luft verbracht hatte. Dieser Rekord übertraf die alte Bestzeit des Vorgängermodells ZPG-2W um mehr als das doppelte.

Am 6. Juli 1960 gab es einen tödlichen Unfall mit dem ersten ausgelieferten Schiff vor der Küste von Long Island. Die Hülle des Schiffes war kollabiert. 18 der 21 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Nach diesem Vorfall und Änderungen in den Frühwarn-Missionen wurden fast nur noch ZPG-2W-Luftschiffe für die Langstrecken-Missionen eingesetzt.

Der Betrieb der ZPG-3Ws wurde am 30. November 1961 eingestellt. Die US-Marine beendete ihr Luftschiffprogramm 1962. Der Typ ZPG-3W war damals der letzte Luftschifftyp, der für die US-Marine entwickelt worden war. In den 1990er Jahren gab es mit dem Sentinel-Programm Versuche, Luftschiffe wieder für militärische Überwachungszwecke einzusetzen.

Eine Gondel existiert noch heute in den Vereinigten Staaten. Es gibt Pläne zu deren Aufarbeitung für ein Museum.

Technik[Bearbeiten]

Das ZPG-3W hatte ein Traggas-Volumen von rund 39.555 Kubikmeter (1.465.000 cft) bei einer Länge von ca. 122,8 m (403 ft). Das Gesamt-Hüllenvolumen betrug 42.936 Kubikmeter (1.516.000 cft), bei einem größten Durchmesser von 25,9 m (85 ft).

  • Besatzung: 22-26 Personen
  • Höchstgeschwindigkeit: 128,7 km/h (80 mph)
  • Triebwerke: zwei Wright R-1820-88 Sternmotoren mit je 1.120 kW in externen Triebwerksgondeln
  • Eigengewicht: etwa 27 t
  • Nutzlast: etwa 10 t
  • Traggas: Helium

Literatur[Bearbeiten]

  • Bleibler, J. (2002): Die fünfziger und sechziger Jahre - Großluftschiffprojekte in Deutschland und den USA, in: Meighörner, W. (Hrsg.): Luftschiffe die nie gebaut wurden, Friedrichshafen, S. 151-175.
  • Bock, J.K./Knauer, B.: Leichter als Luft: Transport- und Trägersysteme. Verlag Frankenschwelle, Hildburghausen 2003, ISBN 3-86180-139-6.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]