Zabid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zabid
Zabid (große Moschee)
Basisdaten
Gouvernement al-Hudaida
Koordinaten 14° 12′ N, 43° 19′ O14.243.316666666667Koordinaten: 14° 12′ N, 43° 19′ O
Höhe 110 m ü. NN
Einwohner 29.035 (Berechnung 2012) [1]
Szene in Zabid
Der typische historische Baustil der Stadt

Zabid (arabisch ‏زبيد‎, DMG Zabīd) ist eine Stadt in der Küstenregion zum Roten Meer (Tihama) im Jemen. Nach Bayt al-Faqīh ist sie die größte Stadt in der Tihama und nach dem südlich gelegenen Wadi Zabid benannt. Die Stadt liegt im Zentrum einer landwirtschaftlich genutzten Ebene, etwa 100 Kilometer südöstlich der Hafenstadt al-Hudaida. Die Provinzstadt beherbergt knapp 30.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Zabid wurde 819 von Mohammed Ibn Ziyad begründet. Dieser legte auch den Grundstein für das Universitätswesen in der Stadt und zeichnet verantwortlich für herausragende akademische Leistungen im arabischen Raum im Bereich der Algebra. Zabid erlangte dabei schnell den Ruf als Gelehrtenstadt. In seiner Blütezeit unter den Rasuliden bot die Universität 5000 Studienplätze. Bis heute liegt der Sitz der religiösen Hochschule der Schāfiʿiten, eine der vier sunnitischen Rechtsschulen in Zabid.[2]

Von diesem Jahr 819 an, bis 1018 war sie die Hauptstadt der Ziyadid-Dynastie. Nach der Ermordung des Ziyadiden-Herrschers fiel Zabid an die Nadschahid-Dynastie. Deren Hauptstadt wurde sie von 1022 bis 1158. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert war Zabid die Hauptstadt Jemens.

Im Jahr 1763 besuchte der Forschungsreisende Carsten Niebuhr die Stadt.[3]

Stadtbild[Bearbeiten]

Innerhalb der ehemaligen Stadtmauer, von der die vier Stadttore erhalten sind, liegen die eng gebauten Häuser der Altstadt (Medina). Sehenswert sind die Moschee im Westen und die Ruinen der ehemaligen Universität (al-Bayshiya). Vorherrschend wird aus gebrannten Lehmziegeln gebaut. Die Häuser sind niedrig, allenfalls eingeschossig. Die Fassade wird durch eine Eingangstür und – diese flankierend – zwei Fenster gegliedert. Ein besonderer Hang zu Ornamenten und Ornamentsfriesen fällt auf. Mit Stuck wird reichhaltig verziert. Die Fassaden sind häufig weiß getüncht.

UNESCO-Weltkulturerbe[Bearbeiten]

Aufgrund ihrer historischen und kulturellen Bedeutung wurde die Stadt Zabid 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Seit dem Jahr 2000 gehört sie aufgrund schlechter Restaurierung und Instandhaltung zur Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Der historische Suq im Altstadtzentrum wird nicht mehr genutzt, viele Gebäude sind durch moderne Betonbauten ersetzt worden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3]
  2. Gerhard Heck, Manfred Wöbcke, Arabische Halbinsel
  3. Josef Wiesehöfer, Stephan Conermann, Carsten Niebuhr (1733 - 1815) und seine Zeit, S 163 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Wald: Harmonie von Siedlung und Landschaft. In: Werner Daum: Jemen, Umschau, Frankfurt/Main, ISBN 3-7016-2251-5