Zabriskie Point (Film)
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Zabriskie Point |
| Originaltitel | Zabriskie Point |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1970 |
| Länge | 107 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 16 |
| Stab | |
| Regie | Michelangelo Antonioni |
| Drehbuch | Michelangelo Antonioni, Fred Gardner, Sam Shepard, Tonino Guerra, Clare Peploe |
| Produktion | Carlo Ponti |
| Musik | Jerry García Pink Floyd |
| Kamera | Alfio Contini |
| Schnitt | Franco Arcalli |
| Besetzung | |
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Zabriskie Point ist ein Film des italienischen Regisseurs Michelangelo Antonioni von 1970. Er ist nach dem Aussichtspunkt Zabriskie Point im Death Valley benannt und gilt als eine Hommage an die 68er-Bewegung.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Der Student Mark verlässt eine heftig geführte Debatte zwischen schwarzen und weißen Studenten und Studentinnen in Los Angeles. Als er einen von der Polizei verhafteten Dozenten im Polizeirevier besuchen will, wird er selbst vorübergehend festgenommen. Weil er befürchtet, dass die Polizei auf demonstrierende Studenten schießen könnte, besorgt er sich eine Pistole. Kurz darauf wird ein Teach-in tatsächlich gewaltsam aufgelöst. Schüsse fallen, ein schwarzer Student und ein Polizist werden erschossen. Weil Mark annimmt, dass man ihn verdächtigen könnte, den Polizisten getötet zu haben, stiehlt er ein Flugzeug und flieht damit.
Die Angestellte Daria ist zu einer Konferenz in Phoenix mit dem Auto unterwegs. Sie hält an einer einsamen Tankstelle in der Wüste, um mit ihrem Chef zu telefonieren und nach dem Weg zu fragen. Als sie geht, bewerfen mehrere Jungen die Tankstelle mit kleinen Steinen, wobei ein Fenster zu Bruch geht. Daria läuft den Jungen nach, von denen immer mehr auftauchen. Die bedrängenden Blicke und sexistischen Bemerkungen der Jungen bewegen sie aber zum eiligen Aufbruch. Während ihrer Weiterfahrt fliegt Mark mit seinem Flugzeug wiederholt sehr knapp über ihren Wagen hinweg. Nachdem er gelandet ist, bittet er sie, ihn mitzunehmen. Am Zabriskie Point halten sie an, verlassen den Wagen und spazieren durch die Felsformationen, diskutieren, philosophieren, toben miteinander und lieben sich. Antonioni flicht an dieser Stelle Szenen Dutzender weiterer sich in Fels und Staub liebender Paare in den Film ein, ohne dass diese Personen vorher oder nachher im Film in Erscheinung treten.
Danach treffen beide auf einen Polizisten. Während Daria diesen abwimmelt, hat Mark bereits für den Fall seiner Entdeckung die Waffe gezogen. Daria sieht dies und erfährt auf ihre Nachfrage seine Geschichte, die ihrer Begegnung vorausging. Mark entschließt sich, trotz Darias Bedenken und dem Angebot, mit ihr nach Phoenix zu fahren, das gestohlene Flugzeug nach Los Angeles zurückzubringen und malt es mit ihr vor dem Rückflug bunt an. Mit seinem Start trennen sich beide, Daria fährt weiter nach Phoenix.
Bei der Landung in Los Angeles wird Mark bereits von der Polizei erwartet. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd auf dem Flugfeld erschießt ein Polizist Mark. Daria hört unterwegs die Nachricht im Radio, hält am Straßenrand und trauert für einen Moment, bevor sie ihre Fahrt durch die Wüste fortsetzt. Sie gelangt zu einer Villa an einem Felshang hoch über der Wüste, parkt dort und schleicht ins Haus. Dort befindet sich ihr Chef in einer geschäftlichen Verhandlung, die nicht wie gewünscht verläuft. Ihr Chef entdeckt sie und weist ihr ein Zimmer zu, in dem sie sich erfrischen und umziehen kann. Als sie einer indianischen Bediensteten begegnet, läuft Daria jedoch fort, steigt in ihren Wagen und fährt ein kurzes Stück davon. Von der Straße aus sieht sie zurück auf die Villa.
Im Haus wird die Besprechung fortgesetzt, überraschend sieht man plötzlich in einem Zwischenschnitt die Villa tonlos explodieren, bevor wieder Daria zu sehen ist. Nach einer längeren Einstellung im Wagen steigt Daria aus, stellt sich neben den Wagen und schaut zur – unbeschädigten – Villa hoch. Die Kamera wechselt zwischen Daria und der Villa, die jetzt wieder (dieses Mal mit Ton) explodiert. Immer wieder wird nun aus unterschiedlichsten Blickwinkeln die Explosion der Villa gezeigt. Die Sequenz geht über in eine lange Passage, in der man verschiedene Alltags- und Konsumgegenstände wie etwa einen Kühlschrank stark verlangsamt explodieren und dessen Inhalt wie etwa einen Truthahn oder eine Champagnerflasche im Raum vor einem blauen Himmel schweben sieht. Daria hat, motiviert nicht zuletzt durch Marks Tod, durch die Vorstellung der explodierenden Villa samt all ihren Luxusgütern mit ihrem alten etablierten Leben abgeschlossen. Die Musik von Pink Floyd endet abrupt mit einem Schnitt auf Darias erfülltes Gesicht im Sonnenuntergang. Sie steigt in ihren Wagen und fährt davon, während die Kamera auf den Sonnenuntergang schwenkt und die Musik wieder eingeblendet wird.
Kritiken [Bearbeiten]
Dem Film wurde in den USA eine linksradikale und antiamerikanische Aussage vorgeworfen, und es wurden (erfolglos) verschiedene Prozesse gegen ihn angestrengt.
„Antonionis in Amerika entstandener Film erzählt in zum Teil allegorisch-visionären Bildern vom Mythos eines Wunderlandes, von der Faszination seiner unbegrenzten Möglichkeiten und von den Symptomen seines Zerfalls, wobei utopische Wunschträume unvermittelt in tödliche Alpträume umschlagen. Die radikalen Befreiungsversuche der Helden korrespondieren mit einem experimentellen Erzählstil, der bewußt grelle Effekte des Actionkinos und der Kolportage mit Elementen der Pop- und Werbeästhetik verbindet.[1]“
„Ein Aussteiger-Film vom Regisseur des bürgerlich-existentialistischen Kinos aus Italien, Michelangelo Antonioni. Konnte das gut gehen? Nein. Nur die ästhetische Umsetzung ist beachtlich. Die Absicht aber, zugleich die Studentenbewegung und das wogegen sie rebellierte, nämlich die westlich-materialistische Konsumgesellschaft, zu kritisieren, zeigt den hilflosen Standpunkt des liberalen Ästheten.[1]“
– Berndt Schulz (Lexikon der Road Movies)
Soundtrack [Bearbeiten]
Zum Film wurde 1970 ein Soundtrack veröffentlicht, der allerdings nicht alle Songs enthält, die im Film zu hören sind.
- Pink Floyd: Heart Beat, Pigmeat
- The Kaleidoscope: Brother Mary
- Grateful Dead: Dark Star (Ausschnitt)
- Pink Floyd: Crumbling Land
- Patti Page: Tennessee Waltz
- Rolling Stones: You Got the Silver
- The Youngbloods: Sugar Babe
- Jerry García: Love Scene
- Roscoe Holscomb: I Wish I Was a Single Girl Again
- The Kaleidoscope: Mickey's Tune
- John Fahey: Dance of Death
- Pink Floyd: Come in Number 51, Your Time Is Up, eine Version von Careful With That Axe, Eugene
Trivia [Bearbeiten]
Nachdem der Film fertiggestellt war, zogen die beiden Hauptdarsteller Mark Frechette und Daria Halprin in die Fort Hill Commune von Mel Lyman im hauptsächlich von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil Roxbury von Boston.
Harrison Ford hatte in dem Film eine Nebenrolle als Angestellter auf dem Flugplatz, seine Szenen wurden in der veröffentlichten Version jedoch herausgeschnitten und gelten als verloren.
Weblinks [Bearbeiten]
- Zabriskie Point in der Internet Movie Database (englisch)
- Rezension von Benjamin Happel in der Filmzentrale
- Rezension im Dirk Jasper Filmlexikon, u.a. mit zeitgenössischen Kritiken
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Zitiert nach Dirk Jasper Filmlexikon
Chronik einer Liebe | Kinder unserer Zeit | Die große Rolle | Liebe in der Stadt | Die Freundinnen | Der Schrei | Die mit der Liebe spielen | Die Nacht | Liebe 1962 | Die rote Wüste | Drei Gesichter einer Frau (Episode Il provino) | Blow Up | Zabriskie Point | Antonionis China | Beruf: Reporter | Das Geheimnis von Oberwald | Identifikation einer Frau | 12 registi per 12 città (Episode Rom) | Jenseits der Wolken | Eros (Episode Il filo pericoloso delle cose)
Syd Barrett • David Gilmour • Nick Mason • Roger Waters • Richard Wright
| Studioalben | The Piper at the Gates of Dawn • A Saucerful of Secrets • Ummagumma • Atom Heart Mother • Meddle • The Dark Side of the Moon • Wish You Were Here • Animals • The Wall • The Final Cut • A Momentary Lapse of Reason • The Division Bell |
| Livealben | Ummagumma • Delicate Sound of Thunder • Pulse • Is There Anybody Out There? The Wall Live 1980–81 |
| Soundtracks | The Committee • Tonite Lets All Make Love in London • Soundtrack from the Film More • Zabriskie Point • Obscured by Clouds |
| Kompilationsalben | Relics • A Collection of Great Dance Songs • Works • Echoes: The Best of Pink Floyd • The Best of Pink Floyd: A Foot in the Door |
| Videoalben | Live at Pompeii • The Wall • Delicate Sound of Thunder • Pulse |
| Singles | Arnold Layne • See Emily Play • Flaming • Apples and Oranges • It Would Be So Nice • Let There Be More Light • Point Me at the Sky • The Nile Song • One of These Days • Fearless • Free Four • Money • Us and Them / Time • Have a Cigar • Another Brick in the Wall (Part II) • Comfortably Numb • Run Like Hell • When the Tigers Broke Free • Not Now John • Learning to Fly • On the Turning Away • One Slip • Take It Back • High Hopes • Wish You Were Here (live) |