Zacharias (Papst)

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Zacharias, Phantasiedarstellung in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern

Zacharias, (griechisch Ζαχαρίας του Πολυχρόνιου; * 679 in Santa Severina[1]; † 15. März 752 in Rom) war Papst der katholischen Kirche von 741 bis 752.

Die Vita im Liber Pontificalis nennt den Namen seines Vaters, Polychronios, und seine Zugehörigkeit zur griechischen Bevölkerungsgruppe. Ort und Zeit seiner Geburt sind unbekannt; falls die Familie nicht zur griechischen Bevölkerung Roms gehört haben sollte, käme noch eine Herkunft aus den griechischen Siedlungsgebieten Unteritaliens in Frage.[2] Wahrscheinlich am 10. Dezember 741[3] wurde er als Nachfolger Gregors III. geweiht, zu dem er in enger Beziehung stand. Er war der letzte Grieche auf dem Stuhl Petri. Seine Kenntnis der lateinischen und griechischen Sprache ermöglichte ihm die Übersetzung der Dialogi Gregors des Großen ins Griechische.[4] Seine private Sammlung an liturgischen Büchern hat er der Peterskirche gestiftet.

Seinem diplomatischen Geschick gegenüber den langobardischen Königen verdankte die Region eine relativ friedliche Zeit. Im Jahr 751 legitimierte er die Absetzung des letzten Merowingerkönigs Childerich III. durch den Karolinger Pippin III.

Unter seinem Pontifikat legte im Jahre 745 ein Konzil fest, dass lediglich die biblisch bezeugten Erzengel Raphael, Michael und Gabriel als Erzengel verehrt werden dürften, nicht aber der nur apokryph bezeugte Uriel. Im Jahre 751 ließ Papst Zacharias den Verzehr von Hasenfleisch verbieten. In der damaligen Zeit wurde der Feldhase wegen seines äußerst regen Paarungstriebes und seiner vielfachen Nachkommenschaft als Symbol der Fruchtbarkeit gesehen und daher galt den Kirchenführern der Verzehr von Hasen als sitten- und moralgefährdend.[5][6][7]

Die Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen der römischen Kirche ermöglichte ihm verschiedene Baumaßnahmen an römischen Palästen und Kirchen. Im Lateranpalast, dem Sitz der päpstlichen Verwaltung, ließ er einen Zeremoniensaal und einen Turm mit Bronzetüren errichten. Die Diakoniekirche Santa Maria Antiqua, die von einem seiner Vorgänger, dem ebenfalls griechischen Johannes VII., bereits mit Fresken ausgeschmückt worden war, ließ er weiter verschönern: Dort hat sich auch ein zeitgenössisches Fresko mit seinem Porträt erhalten.

Sein Gedenktag wird in der katholischen Kirche am 15. März, seinem Todestag, begangen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hubert Mordek: Zacharias, Papst (hl.). In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 9, LexMA-Verlag, München 1998, ISBN 3-89659-909-7, Sp. 435–436 ohne Angabe eines Geburtsjahrs.
  • Paolo DeloguZaccaria. In: Massimo Bray (Hrsg.): Enciclopedia dei Papi, Istituto della Enciclopedia Italiana, Band 1  (Pietro, santo. Anastasio bibliotecario, antipapa), Rom 2000, OCLC 313504669 (italienisch) (ohne Angabe eines Geburtsjahres, Herkunft möglicherweise aus griechischer Familie in Rom) 
  • Giorgio S. Marcou: Zaccaria (679-752): l'ultimo papa greco nella storia di Roma altomedievale. In: Studi in onore di Pietro Agostino d'Avack. Bd. 2, Rom 1976, S. 1017-45.
  • Ottorino Bertolini: I rapporti di Zaccaria con Costantino V e con Artavasdo. In: Archivio della Società Romana di Storia Patria. (ASRSP) Nr. 78, 1955, S. 1-21.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zacharias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel: Pope St. Zachary. In: Charles G. Herbermann (Ed.): The catholic encyclopedia – an international work of reference on the constitution, doctrine, discipline, and history of the catholic church. Appleton, New York 1913 (15 Bände, 1 Supplementband 1958).
  2. Delogu ist einer stadtrömischen Herkunft zugeneigt, Mordek schreibt „aus Unteritalien?“
  3. Delogu nennt den 3. Dezember, Mordek legt sich nicht fest, Erich Caspar spricht sich für den 10. Dezember aus.
  4. Im 18. Jahrhundert wurde seine Übersetzung neugriechisch überarbeitet, vgl. Dimitrios Z. Nikitas: Gregorius Dialogus neograecus: die neugriechische Weiterbearbeitung der Zacharias-Übersetzung durch Konstantin Dapontes (1780). In: Dorothea Walz (Hrsg.): Scripturus vitam. Lateinische Biographie von der Antike bis in die Gegenwart. Festgabe für Walter Berschin zum 65. Geburtstag. - Heidelberg 2002, S. 1173-1184. In den orthodoxen Kirchen ist Papst Gregor I. als Gregorios ho Dialogosbekannt.
  5. Kerstin Viering: Legendäre Fruchtbarkeit. In: Berliner Zeitung. 9. April 2009, Wissenschaft
  6. Herbert Jankuhn, Heinrich Beck, Heiko Steuer: Artikel In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 14, 2. Auflage, de Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-016423-X, S. 31
  7. Birgit Gehrisch: "Lepusculus Domini, Erotic Hare, Meister Lampe" - Zur Rolle des Hasen in der Kulturgeschichte, Dissertation 2005, S. 105 (PDF; 39,8 MB)
Vorgänger Amt Nachfolger
Gregor III. Papst
741–752
Stephan (II.)