Zahme Gera

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Zahme Gera
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Die Zahme Gera in Geraberg (Oberlauf in Arlesberg)

Die Zahme Gera in Geraberg (Oberlauf in Arlesberg)

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Thüringen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Gera → Unstrut → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle Kerbhölzerbrunnen
50° 39′ 28″ N, 10° 47′ 31″ O50.6577510.7919860
Quellhöhe ca. 860 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bildet in Plaue mit der Wilden Gera die Gera50.77505310.895887327Koordinaten: 50° 46′ 30″ N, 10° 53′ 45″ O
50° 46′ 30″ N, 10° 53′ 45″ O50.77505310.895887327
Mündungshöhe 327 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 533 m
Länge 19 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Geraberg[1]
AEo: 18,5 km²
Lage: 9,3 km oberhalb der Mündung
NNQ (2002)
MNQ 1961-2005
MQ 1961-2005
Mq 1961-2005
MHQ 1961-2005
HHQ (10.08.1981)
0 l/s
52 l/s
389 l/s
21 l/s km²
4,46 m³/s
27,8 m³/s
Linke Nebenflüsse Wirrbach
Rechte Nebenflüsse Jüchnitz, Körnbach, Reichenbach
Gemeinden Geraberg, Angelroda, Plaue

Die Zahme Gera ist ein 19 Kilometer langer Fluss im Ilm-Kreis in Thüringen. Sie ist einer der beiden Quellflüsse der Gera.

Mündung der Jüchnitz (re.) in die Zahme Gera
Zahme Gera in Geraberg (Untere Ohrdrufer Straße)

Verlauf[Bearbeiten]

Quellgebiet[Bearbeiten]

Die Zahme Gera entspringt im mittleren Thüringer Wald zwischen Ilmenau und Suhl nahe der Schmücke am Rennsteig. Das Quellgebiet liegt auf der Nordseite des Berges Sachsenstein, am Forstort „Kerbhölzerbrunnen“, an der „Alten Landstraße“, auch „Suhler Straße“ genannt. Das Quellwasser durchfließt den „Aschbachsgraben“ und vereinigt sich beim „Hungertalsteich“ mit den zufließenden Quellbächen des „Löffeltales“ und des „Hungentales“. Die Zahme Gera besitzt diesen Namen ab dem „Hungertalsteich“. Der heute durchbrochene Erddamm wurde einst für den Bedarf eines Pochwerkes oder einer „Wasserkunst“ im Zusammenhang mit dem regionalen Altbergbau aufgeschüttet. Die Zahme Gera umfließt anschließend den westlich gelegenen, 772 Meter hohen Gabelbachskopf. Der landschaftlich beeindruckende Taleinschnitt besitzt eine Tiefe von über 100 Metern. Auf der westlich des Tales folgenden Hochfläche befindet sich das Dorf Gehlberg.

Mittellauf[Bearbeiten]

An der Zahmen Gera unterhalb Gehlbergs befindet sich das Mundloch des etwa zehn Kilometer langen Gerastollens. Dieses Bauwerk gehört zum Projekt Ohra-Talsperre und leitet einen Teil des Flusswassers in die Talsperre ab. Es folgt ein etwa sechs Kilometer langer, bewaldeter Talabschnitt bis zur Braunsteinmühle, heute ein technisches Denkmal im Ortsteil Arlesberg von Geraberg. Diese Mühle wurde 1855 gegründet und zerkleinerte gefördertes Manganerz (Braunstein). Sie befindet sich unmittelbar an der Einmündung der fünf Kilometer langen Jüchnitz. Arlesberg gehört seit 1923 zu Geraberg. Hier endet das klammartige Waldtal und markiert zugleich den Austritt aus dem Thüringer Wald. Der folgende Ortskern von Geraberg trug noch bis 1922 den Namen Gera. In Geraberg abzweigende Mühlgräben dienten für den Betrieb von Hammerwerken und später überwiegend zum Antrieb einiger Sägemühlen. In Geraberg mündet von rechts der etwa drei Kilometer lange Körnbach (im Dialekt Kermich genannt) in die Zahme Gera ein.

Talbrücke Zahme Gera[Bearbeiten]

Die Talbrücke Zahme Gera der A71

Am nördlichen Ortsrand von Geraberg folgt die imposante Talbrücke Zahme Gera der A 71. Sie ist 520 Meter lang und 63 Meter hoch. Unterhalb der Kammerlöcher wurde an einer Engstelle zwischen dem „Bringeberg“ und dem Berg „Weißer Stein“ zum Hochwasserschutz erbautes Rückhaltebecken angelegt, das im Bedarfsfall 351.000 m³ Wasser der Zahmen Gera aufnehmen kann. Daneben befindet sich der Weiher „Fronteich“, sein Überlauf mündet von rechts in die zahme Gera. Nach etwa 900 m mündet unterhalb von links der etwa sechs Kilometer lange Wirrbach in die Zahme Gera ein.

Unterlauf[Bearbeiten]

Hier ändert sie auch ihre Fließrichtung von Nord auf Nordost. Es folgt der Ort Angelroda, wo das Tal von einem 1879 erbauten, 23 Meter hohen, 100 Meter langen Eisenbahnviadukt der Bahnstrecke Erfurt-Ilmenau überspannt wird. Hinter Angelroda beginnt der Plauesche Grund, ein Talabschnitt der Gera, der sich bis vor die Tore Arnstadts erstreckt. Die Zahme Gera schlängelt sich nun noch etwa vier Kilometer durch ihr breites Wiesental, wobei sie noch den von rechts einmündenden, zehn Kilometer langen Reichenbach aufnimmt, bevor sie sich in Plaue mit der von links kommenden Wilden Gera zur Gera vereinigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Für die Zahme Gera gab es in früherer Zeit verschiedene Namen. Von 1503 bis 1642 waren dies: Windische Gera, die alte Gera, die wendische Gera, Alte Gera. Um 1590 ging der Name Windische Gera von der Zahmen Gera zur Wilden Gera über. Die Auffassung über den Ursprung der Zahmen Gera wechselte im 17. Jahrhundert. Man sah diesen fortan in der Quelle Kerbhölzerbrunnen an der Alten Landstraße [2], ca. 450 m nördlich vom Hochpunkt des Sachsensteines. Bis ins 20. Jahrhundert zählte man insgesamt 14 Mühlenstandorte an der Zahmen Gera vom Quellgebiet bis unterhalb von Geraberg.[3] Die Zahme Gera gilt auch als ein unberechenbarer Gebirgsfluss. Hiervon zeugt das große Hochwasser vom 9. und 10. August 1981, bei dem in Geraberg eine Frau ertrank. Als Hochwasserschutzmaßnahme wurde 2010 oberhalb von Angelroda ein Hochwasser- Rückhaltebecken fertiggestellt.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Tal der Zahmen Gera hat für den Verkehr nur untergeordnete Bedeutung. Zwischen Gehlberg und Arlesberg gibt es einen Forstweg entlang des Flusses und zwischen Arlesberg und Angelroda eine Kreisstraße. Zwischen Angelroda und Plaue verläuft die Bahnstrecke Erfurt–Ilmenau entlang des Tals. Der Gera-Radweg begleitet die Zahme Gera ab der Jüchnitzmündung.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach der Zahmen Gera hat sich die 1992 gegründete Verwaltungsgemeinschaft Geratal mit Sitz in Geraberg benannt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Forstkarten des Forstamtes Schwarzwald von 1810, 1818 und 1853

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pegel: Geraberg Auf: hnz.tlug-jena.de
  2. GERBING, LUISE; Die Flurnamen des Herzogtums Gotha und die Forstnamen des Thüringer Waldes zwischen der Weinstraße im Westen und der Schorte (Schleuse) im Osten; Jena, Verlag von Gustav Fischer, 1910; Seite 510 bis 512
  3. FISCHER, KLAUS; Geraberg ein jahrhunderte alter Mühlenstandort; Herausgegeben von den Geraberger Heimatfreunden e. V. 2007