Zahnfee

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Dieser Artikel behandelt das Fabelwesen. Zur US-amerikanischen Fantasy-Filmkomödie aus dem Jahr 1997 siehe Die Zahnfee.
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Die Zahnfee ist ein Fabelwesen aus der britischen und amerikanischen Folklore, von dem erzählt wird, dass es kleinen Kindern nachts eine Goldmünze im Austausch für einen ausgefallenen Milchzahn hinterlasse. Dazu legt das Kind den Zahn vor dem Schlafengehen unter das Kopfkissen (oder in ein Glas auf dem Nachttisch). Die Goldmünze wird in den heutigen Zeiten von den Eltern durch Geld oder andere kleine Überraschungen ersetzt.

Herkunft des Brauches[Bearbeiten]

Vermutlich liegen die Ursprünge dieses Brauches in einem magischen Ritual, welcher das Übergehen vom Kind zum Jugendlichen begleiten sollte. In Zeiten, da man noch an Hexen glaubte, die Macht über die eigene Person erlangen konnten, wenn sie dazu Haare, Zähne oder Fingernägel von der zu verhexenden Person besaßen, war der richtige Umgang mit ausgefallenen Zähnen für die Menschen noch äußerst wichtig. In verschiedenen Kulturen gab es deshalb allerlei Bräuche, einen solchen Zahn an Tiere zu verfüttern, zu verbrennen oder zu begraben, wobei insbesondere die erste Variante eine große Rolle spielte.

Feenfiguren gab es ebenfalls schon lange, es ist allerdings nicht geklärt, wann sich diese beiden Mythen miteinander zur Zahnfee verwoben. Die ersten Berichte von der Zahnfee als allgemeiner guter Fee, die ausgefallene Zähne gegen Goldmünzen tauscht, stammen vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

1927 wurde dann The Tooth Fairy, ein kurzes Schauspiel für Kinder von Esther Watkins Arnold, zum ersten Mal aufgeführt. Die erste über die Zahnfee geschriebene Geschichte scheint The Tooth Fairy von Lee Rogow zu sein, die 1949 erschien. Danach erlebte die Zahnfee zumindest im angloamerikanischen Raum eine regelrechte Blüte, welche von Büchern und Comics begleitet wurde.

Auftreten in Kunst und Kultur[Bearbeiten]

  • Die Geschichte wurde auch in dem Horror-Film Der Fluch von Darkness Falls verwendet, in der die Zahnfee allerdings eine negative Rolle hat.
  • Auch der Fantasy-Autor Terry Pratchett verwendet in seinem Roman Schweinsgalopp (engl. Hogfather) den Mythos der Zahnfee. Dort dringt eine Gruppe Schurken in den Turm der Zahnfee ein, um mit den gesammelten Zähnen aller Kinder den Glauben an den Schneevater (eine Art Weihnachtsmann der Scheibenwelt) zu manipulieren. Bei Pratchett werden die Aufgaben des Einsammelns (gegen Geld) und der Transport der Zähne aber von Menschen ausgeführt.
  • Des Weiteren gibt es den Film Die Zahnfee (Toothless) aus dem Jahr 1997 mit Kirstie Alley.
  • Der Film Zahnfee auf Bewährung (Tooth Fairy) aus dem Jahr 2010 mit Dwayne Johnson.
  • In Thomas Harris' Roman Roter Drache (und dem gleichnamigen Film) wird dem Serienmörder Dolarhyde, aufgrund von Bisswunden an seinen Opfern, das Pseudonym Zahnfee verliehen.
  • In der 2. Folge der 4. Staffel von South Park The Tooth Fairy's Tats 2000 (Zahnfee-Mafia & Co) wird das Thema humoristisch verarbeitet.
  • Einen eher makaberen Auftritt der „Tooth Fairy“ gibt es auch in einer Folge der Zeichentrickserie Ren und Stimpy.
  • In dem Film Hellboy – Die goldene Armee tauchen ebenfalls Zahnfeen zu Tausenden auf. Hier sind es kleine Dämonen, die fliegen können und jeden angreifen und komplett auffressen. Ihr Name wird damit erklärt, dass sie von ihren Opfern zuerst die Zähne fressen.
  • In der Serie Family Guy legt das Baby Stewie einen Zahn unter sein Kopfkissen. Als es das Verschwinden des Zahns bemerkt, erfolgt ein Schnitt auf einen heruntergekommenen Mann mit Feenflügeln, der den Zahn auf einen Zahnhaufen im Raum wirft und sich dann laut stöhnend in den Zähnen wälzt.
  • Im Horrorfilm Don't be afraid of the Dark von Guillermo del Toro sind es grotesk aussehende kleine Fabelwesen, die in einer Höhle unter dem Herrenhaus leben und Kinder zu sich herabziehen, um sie zu ihresgleichen zu machen.
  • Im Animationsfilm Die Hüter des Lichts von Dreamworks ist die Zahnfee einer der titelgebenden Hüter ... neben dem Osterhasen, dem Weihnachtsmann, dem Sandmann und Jack Frost.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Lorelies Singerhoff: Rituale: Sinn, Halt & Kraft für die Seele. mvg Verlag, München 2006, ISBN 978-3-636062-74-1, S. 173f..