Zaibatsu

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Ein Zaibatsu (jap. 財閥, wörtlich: „vermögender Klan“, sinngemäß: „Holdinggesellschaft im Familienbesitz“) ist ein japanisches auch im Ausland agierendes Firmenkonglomerat, eine besondere Art von Familienunternehmen.

Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Der Begriff wurde neben seiner ökonomischen Definition in verschiedenen Cyberpunk-Werken in den 1980er Jahren verwendet, wo er jedes asiatische Firmenkonglomerat als ein Zaibatsu bezeichnete. Eine Organisation im Computerspiel Grand Theft Auto 2 heißt ebenfalls so.

Zaibatsus vor 1945[Bearbeiten]

Die ersten Zaibatsu entstanden nach der Meiji-Restauration (1868) und läuteten die Industrialisierung im Japanischen Kaiserreich ein. Die erste Zaibatsu wurde von der Familie Mitsui gegründet, die seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (Edo-Zeit) erfolgreich mit ihren Kurzwarenläden und Geldgeschäften in Edo, Kyōto und Ōsaka Vermögen anhäufte.

Die Zaibatsu – organisiert wie die der Großen Vier, bestehen heute in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr. Sie und etwa 15 weitere wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen Besatzungsmacht, vertreten durch den Supreme Commander for the Allied Powers als Zaibatsu klassifiziert und 1946/1947 aufgelöst bzw. entflochten und in dezentral organisierte Unternehmensgruppen umgewandelt.[1]

Die Großen Vier[Bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten]

Shinkō zaibatsu[Bearbeiten]

Zaibatsu der Gegenwart werden als shinkō zaibatsu bezeichnet. Sie sind nicht mehr rein auf der Basis einer Familie entstanden und die Aktionäre sind durchaus (familien-)fremde Personen. Ein weiterer Unterschied sind die nicht mehr in der Firmengruppe vorhandenen eigenen Familienbanken, die Durchführung von Finanzgeschäften wird jetzt von Banken außerhalb eines solchen Unternehmen vollzogen.[2]

Zaibatsu in anderen Staaten[Bearbeiten]

Sie sind mit den gleichgeschriebenen Jaebeols in Süd-Korea z. B. Samsung sowie mit im 19. Jahrhundert gegründeten Mischkonzernen in Indien wie Tata Sons und Birla vergleichbar.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John P. Kotter: Matsushitas Leadership. Simon & Schuster, New York 1997, ISBN 0-684-83460-X, S. 137ff.
  2. Caroline Fohlin:.Mobilizing Money. Cambridge University Press. New York, 2012. S. 94ff. ISBN 978-05218-1021-0.