Zaisenhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel handelt von der Gemeinde Zaisenhausen im Landkreis Karlsruhe. Zum gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Mulfingen siehe Zaisenhausen (Mulfingen).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zaisenhausen
Zaisenhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zaisenhausen hervorgehoben
49.1069444444448.8158333333333175Koordinaten: 49° 6′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 175 m ü. NN
Fläche: 10,11 km²
Einwohner:

1695 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75059
Vorwahl: 07258
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 094
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 97
75059 Zaisenhausen
Webpräsenz: www.zaisenhausen.de
Bürgermeister: Wolfgang Bratzel
Lage der Gemeinde Zaisenhausen im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
Über dieses Bild

Zaisenhausen ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde Zaisenhausen gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Zaisenhausen stammt aus dem Jahr 991. Eine Urkunde des Klosters Weißenburg im Nordelsass erwähnt erstmals den Ort unter den Namen Ceisenhausen. Im Jahre 1347 war das Kloster Maulbronn der größte Grundherr im Ort. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte der Ort zuerst zur Kurpfalz und wurde 1803 badisch.[2][3] Bis 1973 gehörte der Ort zum Landkreis Sinsheim. Bei dessen Auflösung kam er zum Landkreis Karlsruhe.

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

1939 wurden 996 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1052.[4] 2010 betrug die Einwohnerzahl 1.691 Menschen.

Das ehemalige Schwefelbad [Bearbeiten]

Entdeckung [Bearbeiten]

Im Jahre 1713 wurde durch einen Schweizer Seidenwarenhändler eine schwefelhaltige Quelle im Kohlbachtal nahe dem damaligen Fußweg nach Sickingen entdeckt. Der genaue Fundort wurde von einem Zeitgenossen so beschrieben:

„Dieser Heilbrunnen entspringt eine starke Viertelstund von dem Dorf Zaisenhausen zu End eines lustigen Wiesenthals, so gedachtem Flecken zugehöret und also auf Württembergischen Grund und Boden allernächst aber an die Freyherrliche Sickinger Gemarckung stoßend...“

Der Schweizer Händler verabreichte das Wasser einer von Ausschlägen erkrankten Eppinger Frau, die von ihrem Leiden vollständig geheilt wurde. Daraufhin wurde die Schwefelquelle rasch bekannt. Nach kurzer Zeit besuchten bereits mehr als 100 Personen täglich die Zaisenhäuser Schwefelquelle.

Blütezeit des Bades [Bearbeiten]

1714 wurde von Herzog Eberhard Ludwig ein Bad- und Trinkhaus errichtet. Ein Jahr später wurde es um ein Gast- und Wirtshaus erweitert. Durch einen Badearzt wurde ein geregelter Kurbetrieb möglich. Sogar der Herzog Friedrich August von Württemberg und Teck ließ sich mehrere Male im Bad seine "Engbrüstigkeit" behandeln. 1747 kam Zaisenhausen vollständig in den Besitz des Kurfürsten von der Pfalz. Das Bad hatte sich in der Zwischenzeit zu einem Modebad gewandelt.


Panoramabild mit dem "Drei Türme Blick". Der Turm der katholischen Kirche erscheint zwischen den Türmen der evangelischen Kirche

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

Religionen [Bearbeiten]

Neben einer evangelischen Gemeinde gibt es in Zaisenhausen auch die „Gemeinschaft entschiedener Christen“. Die römisch-katholischen Gläubigen werden von der Gemeinde in Flehingen aus geistlich versorgt.[2]

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: Ein silberner Ring mit waagerechtem Balken im blauen Schild, dieses Symbol ist ein Zaster (alte Maßeinheit für Getreide). Die Farben verweisen auf die frühere Zugehörigkeit zur Kurpfalz.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr [Bearbeiten]

Zaisenhausen liegt direkt an der Bundesstraße 293 (Heilbronn - Pfinztal). Die Kraichgaubahn (Karlsruhe - Heilbronn), auf der die Stadtbahn S4 des Karlsruher Verkehrsverbundes fährt, hat einen Haltepunkt im Ort. Autobahnanschlüsse an die A 6 und die A 8 befinden sich in 25 km Entfernung.

Bildung [Bearbeiten]

Zaisenhausen verfügt über eine eigene Grundschule und einen evangelischen Kindergarten.

Bauwerke [Bearbeiten]

Evangelische Kirche [Bearbeiten]

In der Ortsmitte wurde im Jahre 1834 bis 1836 die doppeltürmige evangelische Pfarrkirche erbaut. Die beiden Türme sollten an die ehemalige Dorfkapelle Zur lieben Frau und an die durch einen Blitzschlag zerstörte St. Peterskirche erinnern. Manche bezeichnen die Kirche heute auch als Dom des Kraichgaus.

Katholische Kirche [Bearbeiten]

Im Jahre 1972 erhielten die Zaisenhäuser Katholiken eine neue Kirche. Der Neubau entstand am westlichen Rand des damaligen Neubaugebietes. Durch die moderne und eigenwillige Turmkonstruktion wurde die Kirche schnell zum Erkennungszeichen des Dorfes. Im Untergeschoss des Gebäudes befindet sich ein Saal der für verschiedene Zwecke benutzt werden kann.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. a b Hartmut Hensgen: 1000 Jahre Zaisenhausen, Aus der Geschichte eines Kraichgaudorfes, Herausgegeben von der Gemeinde Zaisenhausen 1991
  3. Ortssippenbuch Zaisenhausen
  4. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Zaisenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien