Zakariya Qazwini

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Abū Yahyā Zakariyā' ibn Muhammad al-Qazwīnī (‏ابو یحیی زکریاء بن محمد القزوینی‎) (* um 1203; † 1283) war ein persischer Arzt, Astronom und Geograf.

Leben[Bearbeiten]

Geboren in der persischen Stadt Qazvin als Nachfahre von Anas ibn Malik diente Zakariya' ibn Muhammad al-Qazwini als Rechtsexperte und Richter (Kadi) in einigen Ortschaften in Persien und in Bagdad. Er reiste in Mesopotamien und Syrien herum, bevor er schließlich Teil eines durch den Gouverneur von Bagdad, Ata al-Mulk Dschuwaini (1283 gestorben), geförderten Gesellschaftskreises wurde.

Jenem widmete Qazwini auch seine berühmte, in arabischer Sprache verfasste Kosmographie mit dem Titel Aja'ib al-makhlūqāt wa-gharā'ib al-mawjūdāt (‏عجائب المخلوقات وغرائب الموجودات‎ / ‚Wunder der Lebewesen und seltsame Dinge‘). Diese Abhandlung, häufig bebildert, war sehr stark verbreitet und ist noch heute in vielen Kopien erhalten geblieben. Es wurde ins Persische und Türkische übersetzt. Qazwini schrieb darin auch über den Riesen Ūdsch bin Anaq, eine islamische Adaption des Amoriter-Königs Og. Dieser Text wird von manchen als ein futuristisches prä-Science Fiction-Märchen interpretiert.[1]

Qazwini ist ebenfalls bekannt für sein geographisches Lexikon Athar al-bilād wa-akhbar al-'ibād (‏آثار البلاد وأخبار العباد ‎ / ‚Monument der Orte und Geschichte der Leibeigenen Gottes‘). Beide Abhandlungen spiegeln umfassende Belesenheit und Wissen aus einer breiten Zahl an Disziplinen wider.

Auch erwähnt Qazwini wie als "Schwindler" bezeichnete Alchemisten von der Umwandlung von Metallen in Gold berichteten, wozu Qazwini anmerkt, dass sie die Entwicklung der Chemie als Wissenschaft ruiniert hätten, da sie mächtige Herrscher wie Imad ad-Din Zengi betrogen hätten. In der Folge hätten sich viele Gelehrte gegen die Alchemie ausgesprochen, was in einer generellen Abkehr von der Alchemie und einer Isolation der chemischen Wissenschaft resultierte.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  • T. Lewick, 'Kazwini' in The Encyclopaedia of Islam, 2. Auflage, hrsg. von H.A.R. Gibbs, B. Lewis, Ch. Pellat, C. Bosworth et al., 11 Bände (Leiden: E.J. Brill, 1960-2002), 4. Band, S. 865–867.
  • L. Richter-Bernburg, 'al-Qazwini, Zakariyya' ibn Muhammad', in Encyclopedia of Arabic Literature, hrsg. von Julie Scott Meisami und Paul Starkey (London: Routledge, 1998), 2. Band, S. 637–638.
  • Islamic Medical Manuscripts at the National Library of Medicine. U.S. National Library of Medicine, Bethesda, MD.

Werke[Bearbeiten]

  • Qazwinis Kosmographie wurde von Ferdinand Wüstenfeld unter dem Titel Aja'ib al-makhluqat (Göttingen, 1849) in Arabisch und von Alma Giese als deutsche Übersetzung unter dem Titel Al-Qazwini, Die Wunder des Himmels und der Erde (Stuttgart/Wien, 1986) herausgegeben.
  • Qazwinis geographisches Lexikon wurde durch Wüstenfeld unter dem Titel "Athar al-bilad" (Göttingen, 1848) herausgegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Achmed A. W. Khammas, Science Fiction in Arabic Literature
  2. http://books.google.com.pk/books?id=7CP7fYghBFQC&pg=PA1011

Weblinks[Bearbeiten]