Zaltbommel

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Gemeinde Zaltbommel
Flagge der Gemeinde Zaltbommel
Flagge
Wappen der Gemeinde Zaltbommel
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister Albert van den Bosch (VVD)
Fläche
 – Land
 – Wasser
89,06 km²
79,72 km²
9,34 km²
CBS-Code 0297
Einwohner 27.179 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 305 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 48′ N, 5° 15′ O51.8083055555565.2448888888889Koordinaten: 51° 48′ N, 5° 15′ O
Bedeutender Verkehrsweg A2, N322, N832
Vorwahl 0418
Postleitzahlen 5300–5302, 5305–5308, 5310–5311, 5315–5318
Website www.zaltbommel.nl
Lage von Zaltbommel in den Niederlanden

Zaltbommel ( anhören?/i) ist eine niederländische Gemeinde der Provinz Gelderland und hatte am 1. Januar 2014 nach Angaben des CBS 27.179 Einwohner.

Orte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Zaltbommel umfasst folgende Orte (in Klammern die ungefähre Einwohnerzahl am 1. Januar 2008):

  • Stadt Zaltbommel, Sitz der Gemeindeverwaltung (11.877);
  • mehrere Dörfer:
    • Aalst (1.908)
    • Brakel (2.882)
    • Bruchem (1.671)
    • Delwijnen (366)
    • Gameren (2.121)
    • Kerkwijk (507)
    • Nederhemert (1.496)
    • Nieuwaal (710)
    • Poederoijen (961)
    • Zuilichem (1.650)
  • das entlegene Schloss Loevestein
  • und einen sehr kleinen Ort mit nur 38 Einwohnern, der den nicht gerade holländischen Namen Bern trägt. Dort im Süden grenzt die Gemeinde an Heusden, das in der Provinz Nordbrabant liegt.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt Zaltbommel liegt am Südufer des Flusses Waal an der Autobahn A2 Utrecht’s-Hertogenbosch und an der Eisenbahn zwischen diesen beiden Städten. Unweit der Stadt, beim Schloss Loevestein, fließen Waal und Maas zusammen.

Für die Wirtschaft von Bedeutung sind vor allem der Tourismus (siehe unten: Sehenswürdigkeiten), der Obst- und Gartenbau (in der Stadt gibt es eine Obstversteigerung) so wie die Industrie (Ziegeleien entlang des Flusses; Kleinbetriebe in der Stadt).

In Zaltbommel befindet sich der Hauptsitz des Milchverarbeitungskonzerns Campina BV.

Geschichte[Bearbeiten]

Zaltbommel, Karte von 1649

Bereits im Jahr 850 ist von einem Dorf Bomela die Rede. Im Jahr 999 weilte Otto III. in Zaltbommel und verlieh dem Ort den Zoll sowie das Brau-, Markt-, Münzrecht.[2]. Graf Otto II. von Geldern verlieh Zaltbommel 1231 weitere wichtige Stadtrechte, die mit dem Recht zum Mauerbau im Jahr 1316 komplettiert wurden. Graf Rainald I. von Geldern stattete um die Wende zum 14. Jahrhundert außer Zaltbommel einige weitere Gemeinden der Region mit Stadtrechten aus. Diese Städte prosperierten in der Folge. Über die Flüsse, insbesondere den Rhein, lief ein ausgedehnter, auswärtiger Handel.[3] Zaltbommel gehörte zum Geldernschen "Quartier" (=Amtsbezirk) Nimwegen.[4] Die erste Silbe des Ortsnamens Zalt- hängt mit einem der bedeutendsten Handelsgütern, dem Kochsalz, zusammen. Auch Wein gehörte zu den wichtigen Handelsgütern. In Zaltbommel wurde erheblich Kapital angesammelt.[5]

1412 wurde Zaltbommel von Herzog Rainald IV. von Jülich-Geldern mehrere Wochen lang belagert.[6] Der berühmte Geldernsche Feldherr Martin van Rossum ließ sich 1535 im damals für das Herzogtum Geldern strategisch wichtigen Zaltbommel ein Haus bauen, das erhalten ist und jetzt das Heimatmuseum beherbergt. Im Oktober 1537 verbanden sich die Geldernschen Ritter und Städte, unter ihnen Zaltbommel, gegen die Pläne Herzog Karl von Egmonds, das Herzogtum bei seinem Tod an den König von Frankreich zu vererben. Am 14. November vereinigten sich Zaltbommel, Roermond, Venlo, Zütphen und Tiel zu einem gegenseitigen Schutz- und Trutzbündnis. Am 19. November lenkte der Herzog ein, am 12. Dezember bestätigte ein Landtag in Nimwegen die alte Erbordnung.[7]

Bis etwa 1600 blühte Zaltbommel. Dann folgte der Niedergang, der u. a. durch die Entstehung einer Sandbank im Fluss und die Konkurrenz von Herzogenbusch verursacht wurde. Zu neuer Blüte kam Zaltbommel im 19. Jahrhundert, als sich mehrere Industriebetriebe in der Hafenstadt niederließen. Die Zaltbommeler behaupten, dass drei weltbekannte Personen ihre Stadt besucht haben: der Meteorologe Buys Ballot (der hier als Junge tatsächlich das Gymnasium besuchte); der Komponist Franz Liszt (vermutlich ist das nicht wahr); und Karl Marx. Letzterer hat tatsächlich in Zaltbommel einen Verwandten namens Philips besucht, um von ihm finanziell unterstützt zu werden; er bekam aber nur eine Anleihe. Die Zaltbommeler Familie Philips gründete 1877 in Eindhoven den Philips-Konzern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Martinskirche
Das Maarten van Rossum Haus
Eben-Haëzerkirche und Gasthuisturm

Wenn nicht anders angegeben, befinden diese sich in der Altstadt von Zaltbommel.

  • Schloss Loevestein, eine der interessantesten Burgen der Niederlande, nahe Poederoijen;
  • gotische Martinikirche, eines der kunsthistorisch bedeutendsten Gotteshäuser der Niederlande;
  • Museum im Maarten van Rossumhuis;
  • Gasthausturm;
  • Überbleibsel der Stadtbefestigung;
  • Mehrere alte Häuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert;
  • Die Ruine des 1944 zerstörten Schlosses in Nederhemert;
  • Hafen von Zaltbommel, ein bedeutender Jachthafen;
  • Im April lohnt sich eine Radtour durch die Umgebung der Stadt, wenn die Obstbäume blühen.

Zaltbommel hat ein größeres Hotel.

Bekannte Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Nettesheim: Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern, Bd. 1, Krefeld 1863
  • S. H. A. M. Zoetmulder: Zaltbommel in oude ansichten. Europese Bibliothek, Zaltbommel 1983

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zaltbommel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Wigelmann/Mohrmann: Nahrung und Tischkultur im Hanseraum, Münster/New York 1993
  3. Friedrich Nettesheim: Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern, Bd. 1, Krefeld 1863, S.51ff.
  4. Nettesheim, a.a.O., S.65
  5. Nettesheim, a.a.O., S.60
  6. Nettesheim, a.a.O., S.105
  7. Nettesheim, a.a.O., S.221