Zaltones

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Litauische Schlangenverehrer, nach der Vorstellung von Olaus Magnus, 16.Jh.

Zaltones war nach Matthäus Prätorius die Bezeichnung für litauische Schlangenbeschwörer. Der Name leitet sich von litauisch žaltys und lettisch zaltis (Ringelnatter) ab.

Schlangenkult[Bearbeiten]

Bei den baltischen Völkern ist die Verehrung der Schlange bis in die Neuzeit bezeugt. Bei den Litauern und Letten wurden Ringelnattern als Hausschlange gehalten und mit Milch gefüttert. Sie galt als Beschützerin des Viehs und konnte mit der lettischen Piena māte („Milchmutter“) gleichgesetzt werden.[1] In einem litauischen Volkslied wird die Ringelnatter als „Abgesandte der Götter“ bezeichnet. Ein litauisches Sprichtwort lautet:

„Die Ansicht einer toten Žaltys lässt die Sonne weinen.“[2]

Sie dienten manchmal der Zukunftsdeutung und waren auch sonst mit abergläubischen Praktiken verbunden. Auch für die Prußen ist das Halten von Schlangen und deren Fütterung mit Milch bezeugt und soll nach Simon Grunau als Idol des Gottes Potrimpos verehrt worden sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Haralds Biezais: Baltische Religion. Kohlhammer, Stuttgart 1975, ISBN 3-17-001157-X.
  2. Marija Gimbutas: The Balts. London 1963, S. 203 (englisch; online; deutsch: Die Balten. Geschichte eines Volkes im Ostseeraum. Herbig, München 1983, ISBN 3-7766-1266-5).

Literatur[Bearbeiten]

  • Jonas Balys und Haralds Biezais: Baltische Mythologie. In: H. W. Haussig (Hrsg.): Götter und Mythen im alten Europa. Klett, Stuttgart 1973. ISBN 3-12-909820-8