Zamość

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Zamość
Wappen von Zamość
Zamość (Polen)
Zamość
Zamość
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lublin
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 30,48 km²
Geographische Lage: 50° 43′ N, 23° 16′ O50.72055555555623.258611111111Koordinaten: 50° 43′ 14″ N, 23° 15′ 31″ O
Höhe: 212 m n.p.m
Einwohner: 65.494
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 22-400 bis 22-410
Telefonvorwahl: (+48) 84
Kfz-Kennzeichen: LZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WarschauLemberg
Schienenweg: WarschauLemberg
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 30,48 km²
Einwohner: 65.494
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 2149 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0664011
Verwaltung (Stand: 2009)
Stadtpräsident: Marcin Zamoyski
Adresse: Rynek Wielki 13
22-400 Zamość
Webpräsenz: www.zamosc.pl

Zamość [ˈzamɔɕt͡ɕ] (dt: Samosch oder Zamesch[3]) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Lublin im südöstlichen Teil Polens rund 240 km südöstlich der Hauptstadt Warschau und 110 km nordwestlich der ukrainischen Stadt Lemberg in der Landschaft Roztocze gelegen.

Die Stadt wurde ab 1578 nach den Vorstellungen des venezianischen Baumeisters Bernardo Morando im Stil der italienischen Renaissance erbaut, was ihr den Namen Padua des Nordens einbrachte. Die Altstadt gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Geographie[Bearbeiten]

Die Hochebene (rund 200 m über NN) ist waldreich und wird von den Flüssen Wieprz und Tanew durchschnitten, zwei östlichen Nebenflüssen der Weichsel. Im Norden – bei der Stadt Krasnystaw und dem Dorf Skierbieszów – ging im Juli 1915 ein langer Stellungskrieg in einen Vormarsch nach Osten über.

Geschichte[Bearbeiten]

Festung Zamosc
(Aquarell des Festungsbaumeisters Jan Pawel Lelewel um 1825)
Großer Markt und Rathaus

Ihren Namen verdankt die Stadt ihrem Gründer Jan Zamoyski, der u. a. in Padua studiert hatte und ab 1576, zur Zeit der Lubliner Union mit Litauen, höchste Staatsämter bekleidete.

Im Jahre 1720 fand in Zamość eine Synode der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche statt, auf der wichtige Beschlüsse zur Reform der Liturgie gefasst wurden.

Zwischen 1772 und 1809 gehörte der Ort zu Österreich und war ein Teil des Kronlandes Galizien.

Rathaus

In der Zwischenkriegszeit lag die Region (Wyżyna Lubelska) fast im Zentrum Polens und wurde früher – mit den heute ukrainischen Gebieten östlich des Bug – Wolhynien genannt, zeitweilig auch „Russisch-Polen“.

Im Zweiten Weltkrieg gehörte die Region als Protektorat zum deutschen Generalgouvernement (1939–1944), das im besetzten Polen errichtet wurde. Kreishauptmann war in dieser Zeit ein Helmut Weihenmaier[4]. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung kam in der Nazizeit in Ghettos, (Ghetto Zamość) [5] Vernichtungslagern oder durch Erschießungen um, viele starben auch durch Hunger oder Krankheiten, denn die Zustände in den Ghettos und im Generalgouvernement im Allgemeinen waren unmenschlich. Durch deutsche Siedler sollte die polnische Mehrheit „germanisiert“ werden, wobei die Stadt in den Planungen den Namen Himmlerstadt, später auch Pflugstadt trug (vgl. Aktion Zamosc). 1944 wurde die Stadt schließlich von der Roten Armee erobert und die Region war seit 1945 Grenzgebiet zur Sowjetunion, heute zur Ukraine.

Die Adelsfamilie der Zamoyski wurde von den Nazis und später von den Kommunisten drangsaliert. Ein Spross der Familie ist heute Bürgermeister der Stadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche
Mietshäuser
  • Altstadt, von Bernardo Morando (ca. 1540–1600) als „ideale Stadt“ geplant und errichtet, mit Festungsbauten und farbenprächtigen, reich verzierten Bürgerhäusern, seit 1992 Weltkulturerbe der UNESCO,[6]
  • Die Kollegiatskirche, ebenfalls nach Entwürfen Bernardo Morandos von 1587 bis 1630 erbaut, gehört zu Polens schönsten Kirchen aus der Zeit des Manierismus. Sie ist die Kathedralkirche des seit 1992 bestehenden Bistums Zamość-Lubaczów.
  • Rathaus mit geschwungener Freitreppe und einem 52 m hohen achteckigen Uhrenturm am Marktplatz

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl-Friedrich Binder (1937–2012), langjähriger Oberbürgermeister der Partnerstadt Schwäbisch Hall (1995 verliehen)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Stuber, „Notizen zur Wiederaufwertung historischer Städte in Polen“, in Schweizer Ingenieur und Architekt (Zürich), Jahrgang 104, Nr. 21, 1986 (Seiten 506-516, 16 Abb.)
  • Piotr Szewc „Das Buch eines Tages. Zamość, Juli 1934.“ Roman, Edition.fotoTAPETA 2011, ISBN 978-3-940524-15-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zamość – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 23. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 23. November 2013.
  3. Frederik Hetmann: Rosa L. – Die Geschichte der Rosa Luxemburg und ihrer Zeit, S.22
  4. vermutlich: Helmut W. 1905–1995, zuvor Amtsverweser im Oberamt Urach, 1960–1971 Landrat im Landkreis Freudenstadt. Im Axis History Forum an 1 Stelle geschrieben "Helmuth", an einer anderen ohne Vorname
  5. deathcamps.org: Ghetto Zamość
  6. http://whc.unesco.org/en/list/564
  7. Webseite der Stadt, Aktuelle Ereignisse (polnisch, abgerufen 28. Mai 2012)