Zapfen (Technik)

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Ein Zapfen ist ein (oft zylindrischer oder quaderförmiger) Fortsatz eines Bauteils, der dazu dient, dieses mit einem anderen Bauteil zu verbinden.

Ein Zapfen am Ende einer Welle mit Passfedernut und Außengewinde

Maschinenbau[Bearbeiten]

Ein Zapfen bezeichnet im Maschinenbau ein abgesetztes Ende einer Achse, das ein Lager aufnehmen kann und als Zentrum einer Drehbewegung dient. Solche Zapfen werden durch Abdrehen der rohen Achse hergestellt und sind in ihren Abmessungen weitestgehend genormt. Am Ende einer Welle nimmt dagegen der Zapfen kein Lager auf, sondern eine Welle-Nabe-Verbindung wie beispielsweise eine Passfeder. Die dazu notwendige Nut wird in den zuvor abgedrehten Zapfen eingefräst; die Länge, Breite und Tiefe der Nut sind ebenso wie der zugehörige Zapfen genormt. In der Uhrmacherei werden Zapfen in einem Zapfenrollierstuhl rolliert.

Kurbelzapfen[Bearbeiten]

Ein Kurbelzapfen am Rad einer Dampflokomotive

Ein Kurbelzapfen befindet sich außerhalb der Mitte einer Achse. Er nimmt ein Pleuel oder eine Treibstange auf und gewährleistet so den Kurbeltrieb. Bei Lokomotiven werden damit auch Kuppelstangen mit den entsprechenden beiden Radsätzen verbunden.

Holzverarbeitung[Bearbeiten]

Schlitz u. Zapfen bei einem einfachen Rahmen
Schlitz u. Zapfen mit innen umlaufenden Falz z. B. für einen Bilderrahmen

Ein Zapfen bezeichnet im Bereich der Holzverarbeitung ein abgesetztes Ende einer 2-teilgen Holzverbindung. Sein Gegenstück in der Verbindung wird als Schlitz bezeichnet. Je nach Bedarf bzw. Gestaltung der Holzverbindung kann der Zapfen in unterschiedlichen Varianten ausgeführt werden. Einsatzzwecke sind z. B. Eckverbindungen an Holzfenstern, Rahmentüren und Bereiche des Holz- bzw. Fachwerkbaus.

Weblinks[Bearbeiten]

Der Begriff Kurbelzapfen bei Lueger: Lexikon der gesamten Technik (1904)