Zara (Unternehmen)

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Zara
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Rechtsform Sociedad Anónima (S.A.)
Gründung 1975
Sitz Arteixo, A Coruña, Galicien, Spanien
Leitung Pablo Isla Álvarez de Tejera
Mitarbeiter 120.314 (2012)
109.512 (2011)[1]
Umsatz Green up.png € 15,946 Milliarden (2012)
Green up.png € 13,793 Milliarden (2011) [1]
Gewinn Green up.png € 2,361 Milliarden (2012)
Green up.png € 1,932 Milliarden (2011)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Textileinzelhandel
Website www.zara.com
Stand: 18. November 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Zara [ˈθaɾa] ist ein Textilunternehmen und eine Tochtergesellschaft des von Amancio Ortega und Rosalía Mera gegründeten spanischen Inditex-Konzerns. Über ein eigenes Netz von Ladengeschäften und einen Onlineshop verkauft Zara weltweit preiswerte Bekleidung, Accessoires und Schuhe für Damen, Herren und Kinder.

Zara ist die bekannteste Produktions- und Verkaufskette des Inditex-Konzerns; sie hatte 2010 weltweit etwa 25.000 Mitarbeiter und etwa 1.763 Läden in 86 Ländern[2] auf vier Kontinenten, davon rund 275 in Spanien. Im Jahr 2012 erzielte der Mutterkonzern Inditex einen Umsatz von 15,946 Mrd. Euro (2011: 13,793 Mrd. Euro). Der Nettogewinn von Inditex erhöhte sich auf 2,361 Mrd. Euro nach 1,932 Mrd. Euro im Jahr 2011.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Zara-Geschäft eröffnete im Jahr 1974 in A Coruña (Spanien).[3] Nach dem erfolgreichen Start expandierte Zara im spanischsprachigen Raum und errichtete ein Netzwerk in anderen spanischen Städten. Im Jahre 1980 wurde der erste Store in Portugal eröffnet. In den 1990ern wurden die ersten Geschäfte in den Vereinigten Staaten eröffnet.

Zara-Geschäft in Madrid (Spanien).

Der Startschuss für die Zara Deutschland GmbH fiel am 19. Oktober 1999 mit der Eröffnung der ersten Filiale in Köln. Die Filiale in Hamburg folgte am 2. Dezember 1999. Zum Stand 2010 verfügt Zara Deutschland über 64 Stationärgeschäfte[4] in 45 Städten.[5] Am 3. April 2014 eröffnete Zara in Bremen seine Filiale. [6]

Die Zara Deutschland GmbH war zeitweise ein Joint Venture von Inditex und der deutschen Otto-Gruppe. Anfänglich zu gleichen Anteilen betrieben, hat Inditex mittlerweile die Mehrheit übernommen. Die Otto Group hat sich zwischenzeitlich von ihrem zuletzt gehaltenen Anteil von 22 %[7] getrennt.[8]

Der Tagesspiegel berichtete am 18. April 2006, Zara habe mit einem Umsatzzuwachs von 21 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro Hennes & Mauritz (H&M) als umsatzstärkstes Unternehmen der Sparte abgelöst.[9]

Ende 2005 bzw. Anfang 2006 wechselte Inditex seine Geschäftsstrategie und löste in Italien und Japan die bestehenden Joint Ventures betreffend Zara auf; es übernahm die Gesellschaften jeweils zu 100 Prozent. In Deutschland erklärte sich Otto bereit, von seinen 50 Prozent 28 an Zara zu verkaufen und sich mit den verbleibenden 22 Prozent zu begnügen.[10]

Im August 2014 geriet das Unternehmen wegen einem schwarz-weiß-gestreiften Kindershirt mit einem gelben Stern, welches viele an die Häftlingskleidung von KZ-Insassen erinnerte, in die Schlagzeilen.[11]

Konzept[Bearbeiten]

Zara-Geschäft in Hongkong
Zara-Innenraum in Holland

Zara produziert und verkauft modische Kleidung, Accessoires und Schuhe für Damen, Herren und Kinder, die ausschließlich in den eigenen Ladengeschäften (mitunter Shops-in-Shop in größeren Kaufhäusern) und über den eigenen Onlineshop zu kaufen sind. Das Erwachsenensortiment ist grundsätzlich auf eine junge, modische Zielgruppe ausgerichtet. Die Warenpreise rangieren dabei im Niedrigpreis- bis unteren Mittelpreis-Segment. Im Gegensatz zu anderen Handelsketten stellt Zara einen Großteil seiner Ware in eigenen Produktionsstätten in europäischen Ländern wie Spanien, Portugal oder der Türkei her.

Das Geschäftskonzept beruht darauf, sehr schnell auf Entwicklungen in der internationalen Mode zu reagieren und sehr häufig neue Modelle bzw. Linien in die Läden zu bringen. Daher beobachteten sogenannte „Trend-Scouts“ von Zara die Modewelt auf Messen, in Geschäften, auf der Straße und bei gesellschaftlichen Ereignissen. Die Kette beschäftigt mehr als 200 Modedesigner. Die Kleidung wird ausschließlich in eigenen Geschäften verkauft, die sich in der Regel an attraktiven Standorten in Innenstädten und Einkaufszentren befinden, da als einzige Form der Werbung Schaufenster- und Ladendekorationen verwendet werden.

Zara wirbt angeblich weniger für seine Waren via Print-, Radio- oder Fernsehwerbung, was auf den Firmengründer Amancio Ortega zurückgehen soll, der Werbung als etwas Sinnloses betrachtet. Einzig und allein die Werbung im Schaufenster reiche aus, um den Kunden anzulocken. Es gibt allerdings durchaus Werbekampagnen mit zum Teil international bekannten Models, die in den Ladengeschäften und auf der Webseite zu sehen sind.[12] Der Kern beruht darauf, eine große Marke aufzubauen, ohne dass dabei die Marketinganstrengungen den eigentlichen Zielgruppenmarkt übersteigen.[13]

Kollektionen[Bearbeiten]

  • Zara Woman – Hauptkollektion für Damen
  • Zara Studio – Unterkollektion für Damen mit ausgefallenen Schnitten und hochwertigen Materialien
  • Zara Man – Hauptkollektion für Herren
  • Zara TRF (kurz für: „Trafaluc“) – günstigere Damen-Zweitlinie für die jüngere Zielgruppe ab dem Teenager-Alter
  • Zara Basic – Unterkollektion für Damen und Herren mit Basis-Kleidungsstücken
  • Zara Kids – Kindermode für Neugeborene bis Teenager
  • Zara Kids Studio – Unterkollektion für Kinder mit ausgefallenen Schnitten
  • Zara Home – Heimkollektion mit Wohnaccessoires

Kritik[Bearbeiten]

Änderung der Unternehmensform[Bearbeiten]

Im August 2010 übte die Gewerkschaft Verdi Kritik an Zara, weil die Zara Deutschland GmbH in eine Firma nach niederländischem Recht umgewandelt worden war, das Unternehmen den Betriebsrat der deutschen Tochter darüber aber nicht informiert hatte. Zara ist nun nicht mehr verpflichtet den Aufsichtsrat zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern zu besetzen.[14]

Unmenschliche Arbeitsbedingungen[Bearbeiten]

Zara wurde wiederholt nachgewiesen, dass in vielen ihrer Produktionsbetriebe unter unmenschlichen Bedingungen gearbeitet werden muss.[15] Mitte 2011 wurden in Brasilien Ermittlungen wegen des Verdachts auf Zwangsarbeit gegen Zara aufgenommen. Das brasilianische Arbeitsministerium hat nach eigener Aussage bereits mehr als 50 Mal Bußgelder gegen Zara wegen zahlreicher Verstöße verhängt.[16]

Krebserregende Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Greenpeace hat Kleidungsstücke auf gesundheitsschädliche Bestandteile untersucht und ist bei allen Markenartikeln fündig geworden. Diese enthielten Nonylphenolethoxylate (NPE), die zu giftigen Nonylphenolen abgebaut werden. Die höchsten NPE-Konzentrationen wurden in Kleidungsstücken der Marken Zara, C&A, Calvin Klein und weiteren gefunden. Außerdem enthielten Kinderjacken und Jeans der Marke Zara hormonell wirksame sowie krebserregende Chemikalien.[17]

Steuervermeidung[Bearbeiten]

Inditex und Zara sind in die Kritik geraten, da die Unternehmensgruppe - wie zahlreiche weitere multinationale Konzerne - durch Verschiebung von Gewinnen seine Steuerzahlungen zu minimieren versucht. In den vergangenen fünf Jahren rechnete das Unternehmen Inditex 2 Milliarden Dollar Gewinn über kleinere Tochterfirmen in der Schweiz und den Niederlanden ab. Obwohl dort nur 0,1 Prozent der Arbeitnehmer der Unternehmensgruppe angestellt sind, wurden dort 20 Prozent des global anfallenden Gewinns versteuert.[18]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ZARA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Inditex: Our Group. 2013, abgerufen am 18. November 2013 (englisch).
  2. OTTO Group: Unternehmen ZARA, Abruf: 10. Juni 2010
  3. ZARA - Who we are - Timeline, Abruf: 12. Januar 2011
  4. Anzahl der Zara-Filialen in Deutschland (spanisch), Abruf: 10. Juni 2010
  5. Zara optimiert Standorte und plant neue Filialen, Meldung vom 23. April 2009
  6. WESER-KURIER: Zara in Bremen ist eröffnet
  7. OTTO Group: Unternehmen ZARA, Abruf: 10. Juni 2010
  8. Otto trennt sich von Zara, Süddeutsche Zeitung vom 9. August 2010
  9. Tanja Kewes, Abkehr von der Schneiderei der Welt, Tagesspiegel vom 18. April 2006.
  10. www.ottogroup.com 22. März 2006
  11. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/zara-zerstoert-t-shirts-mit-kz-optik-13120274.html
  12. lesmads.com: Herbst 2011: Stella Tennant und Hailey Clauson für Zara, 3. August 2011
  13. Zara, a Spanish success story June 15, 2001
  14. Verdi übt scharfe Kritik an Textilkette Zara, haz.de, 9. August 2010, abgerufen am 11. März 2014
  15. forbes.com: Zara Accused Of Alleged 'Slave Labor' In Brazil (englisch)
  16. Verheerende Arbeitsbedingungen. Schaffen Zwangsarbeiter für Zara?, n-tv.de, 18. August 2011, abgerufen am 18. August 2011
  17. Greenpeace DeutschlandDie giftige Masche der Modemarken, abgerufen am 1. Juni 2013
  18. Bloomberg, Ortega’s Zara Fashions Tax Avoidance by Shifting Profits to Alps (englisch) , 26. Februar 2014