Zarrentin am Schaalsee

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zarrentin am Schaalsee
Zarrentin am Schaalsee
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zarrentin am Schaalsee hervorgehoben
53.5510.91638888888940Koordinaten: 53° 33′ N, 10° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Zarrentin
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 91,89 km²
Einwohner: 4878 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19246
Vorwahl: 038851
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 159
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Amtsstraße 5 in 19246
Zarrentin am Schaalsee
Webpräsenz: www.zarrentin.de
Bürgermeister: Greta Glass
Lage der Stadt Zarrentin am Schaalsee im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Zarrentin am Schaalsee (bis 2004: Zarrentin) ist eine Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Zarrentin, dem vier weitere Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Westen Mecklenburg-Vorpommerns an der Grenze zu Schleswig-Holstein, etwa 50 Kilometer östlich von Hamburg und 30 Kilometer westlich von Schwerin. Die Kernstadt liegt am Südufer des stark gegliederten Schaalsees, der Teil des gleichnamigen Biosphärenreservats ist. Die das Stadtgebiet durchfließende Schaale bildet den natürlichen Abfluss des Sees. Weitere Gewässer in der Gemarkung sind unter anderem der Hammerbach, die Boize, die Kleine Schaale, der Neuenkirchener See und der Boissower See. Mehrere Landstriche und Wasserflächen sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Zarrentin befindet sich direkt südlich des maximalen Eisvorstoßes der Weichseleiszeit (Frankfurter Stadium) in einem Sandergebiet, die nördlichen Ortsteile liegen in den Endmoränenzügen. Die Flächen werden mehrheitlich landwirtschaftlich bewirtschaftet. Vereinzelt, vor allem am Ufer des Schaalsees, gibt es Wälder.

Zur Stadt Zarrentin am Schaalsee gehören die Ortsteile Zarrentin, Neu-Zarrentin, Testorf, Boize, Lassahn, Bantin und Neuhof.[2] Weitere zum Stadtgebiet gehörende Wohnplätze sind Bernstorf, Bockstanz, Hakendorf, Neuenkirchen, Stintenburg, Stintenburger Hütte und Techin.

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert lag hier die slawische Siedlung „Zarnethin“. Der Name könnte übersetzt heißen „Ort des Bösen“ oder „Ort des Schwarzen“ und deutet auf eine Kultstätte hin.

Mittelalter[Bearbeiten]

Zarrentin, Kloster, Blick vom Schaalsee

Nach der Unterwerfung der Slawen kam Zarrentin um 1139/1143 unter die Herrschaft des Grafen Heinrich von Badewide. Deutsche Bauern – wohl zumeist aus den westlichen Nachbargebieten – siedelten sich an. Der Ort wurde erstmals urkundlich 1194 als deutsches Pfarrdorf erwähnt, mit einer romanischen Feldsteinkirche im Bistum Ratzeburg. Ort und Kirche Zarrentin werden auch 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet. Nach der Schlacht bei Bornhöved (1227) kam der Ort an die Grafschaft Schwerin und 1359 an das Herzogtum Mecklenburg.

Seeseite des Ostflügels vom Kloster Zarrentin

Um 1250 wurde das Zisterzienserinnenkloster gegründet. Die Pfarrkirche wurde Klosterkirche. 1460 wurde unter Verwendung von Teilen der alten Kirche mit Ablassmitteln das heutige gotische Langhaus errichtet.

1555 wurde das Nonnenkloster aufgehoben. Nach 1576 wurden die baufälligen Süd- und Westflügel abgerissen; der Ostflügel aus dem 14. Jahrhundert blieb erhalten. Nunmehr wird das Amt Zarrentin, zu dem noch zwölf weitere Orte gehörten, von Beamten des Herzogtums verwaltet. Aus Geldnot wurde das Amt vom Herzog zwischen 1569 bis 1766, und dann noch mal von 1734 bis 1766 an Hannover verpfändet.

Ab 1600[Bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch in Zarrentin durch kaiserliche oder schwedische Truppen geplündert, gebrandschatzt und gemordet. Wenige überlebten in Armut. 1672 konnte der Westturm fertiggestellt und die Kirche renoviert werden. 1695, 1729 und 1775 brannte der Ort jeweils fast vollständig nieder.

1834 erfolgte die Zusammenlegung der Ämter von Zarrentin und Wittenburg. 1875 trat der erste gewählte Gemeinderat zusammen.

Das ursprüngliche Straßendorf erweiterte sich im 19. Jahrhundert. In der Küsterschule neben dem Pfarrhaus wurde unterrichtet. 1896 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahnlinie Hagenow Land–Bad Oldesloe. Nun siedelten sich eine Fassfabrik, eine Kartoffelflockenfabrik, eine Kalkbrennerei, Bauunternehmer, Korn- und Viehhandlungen an. Das Gaswerk wurde erbaut, Zarrentin wuchs beträchtlich. 1938 – mit erreichten 2000 Einwohnern – erhielt Zarrentin das Stadtrecht. Seither entwickelte es sich auch zum Ausflugs- und Urlaubsort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Zarrentin eine isolierte Grenzstadt in einem kontrollierten Grenzbezirk der DDR. Selbst der Zugang zum benachbarten Schaalsee wurde verwehrt. Es wurde in dieser Zeit die zentrale Wasserversorgung installiert, eine neue Schule gebaut, das Kinderkombinat entstand, und die Straßenzustände verbesserten sich. Das Klostergebäude verfiel jedoch weiter.

Im November 1982 wurde die Transitautobahn Hamburg-Berlin fertiggestellt. Vor den Toren Zarrentins entstand ein weitläufiger Grenzübergang. Nach der Wiedervereinigung wurden die Anlagen zurückgebaut. Auf dem Gelände befindet sich eine Autobahnraststätte und ein großes Gewerbegebiet.

Nach der Wende wurde ab 1991 die Stadt mit Hilfe der Städtebauförderung gründlich saniert. Das verfallene Klostergebäude konnte so gerettet werden und dient nunmehr der Stadtverwaltung und als Bibliothek, ferner für Konzerte, Ausstellungen und sonstige kulturelle Nutzungen.

Durch ein 260 Hektar großes Gewerbegebiet an der A 24 konnten mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Stadt wurde an ein Ferngasnetz und an eine zentrale Abwasserversorgung angeschlossen. Auch der „sanfte“ Tourismus erlebte einen deutlichen Aufschwung. 2000 wurde das Biosphärenreservat Schaalsee an der Grenze zu Schleswig-Holstein als Biosphärenreservat ausgewiesen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Boize gehört seit dem 1. Januar 1957 zu Zarrentin.[3] Testorf kam am 1. Januar 1974 hinzu.[3] Am 13. Juni 2004 wurden die Gemeinden Bantin, Lassahn und Neuhof in die Stadt Zarrentin eingegliedert. Gleichzeitig wurde der Stadtname in Zarrentin am Schaalsee geändert.[4]

Impressionen[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. Mai 1922 durch das Mecklenburg-Schweriner Staatsministerium genehmigt und unter der Nr. 51 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Blau zwei silberne Maränen übereinander; unten in Rot ein liegender goldener Äbtissinnenstab mit nach vorn und abwärts gerichteter Krümme.“[2]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Otto Menzel gestaltet und zeigt im oberen blauen Feld zwei Schaalsee-Edelmaränen sowie im unteren roten Feld den Krummstab als Abtsstab und Hirtenstab als Hinweis auf das Kloster.

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Stadtvertretung der Stadt Zarrentin am Schaalsee besteht aus 17 Mitgliedern.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Zarrentin am Schaalsee

Klosterkirche Zarrentin
Dorfkirche in Lassahn

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Vom Kloster Zarrentin ist der Ostflügel des 1248 gegründeten und 1552 aufgelösten Klosters erhalten. Es wurde aufwändig saniert und dient heute für kulturelle Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen. Das Gebäude beherbergt im Kreuzgang eine Dauerausstellung, die einen unmittelbaren Bezug zum Kloster und seiner Geschichte hat.
  • Die Kirche Zarrentin ist eine Feldstein- und Backsteinkirche. Sie war in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts Dorfkirche, dann von etwa 1250 bis 1552 Pfarr- und Klosterkirche und danach wieder nur noch Pfarrkirche. 1460 wurde das heutige gotische Langhaus errichtet. 1672 wurde der Westturm fertiggestellt. Das romanische Feldsteinmauerwerk des Chores stammt aus den 1230/40er Jahren. Um 1300/10 wurde der Chor mit Backsteinmauerwerk erhöht. Im Langhaus und im Turm sind Teile aus dem 13. und 14. Jahrhundert enthalten. Die Kanzel von 1533/34 aus der Werkstatt des Bildschnitzers Benedikt Dreyer wurde 1699 aus der Lübecker Marienkirche erworben.
  • Das Zarrentiner Heimatmuseum wurde 1988 durch Bürgerinitiative gegründet und befindet sich seit dem Jahr 2000 in der restaurierten ehemaligen Amtsscheune, der heutigen „Klosterscheune“ auf dem Kirchplatz. Die Dokumentation und Sammlungen beinhalten eine Vielfalt von Informationen zur Stadt- und Regionalgeschichte.
  • Das denkmalgeschützte Rathaus mit seinem Fachwerkteil ist ein Backsteinbau mit neugotischen Giebeln.
  • Das Pahlhuus ist das Informationszentrum des Biosphärenreservates Schaalsee.
  • Die Kleinstadt Zarrentin – einer der ältesten Orte der Region – ist als Ganzes sehenswert auf Grund ihres kleinstädtischen fast dörflichen Charakters und durch ihre idyllische Lage am Schaalsee mit seiner Promenade.
  • Die St. Abundus-Kirche in Lassahn mit ihrer Feldstein-Sakristei aus dem 13. Jahrhundert erhielt im 17./18. Jahrhundert Fachwerkanbauten und einen Turm. Zur Innenausstattung gehört ein Altarbild von 1898. Auf der Turmspitze befindet sich ein goldener Hahn von 1980. Im Turm befindet sich eine Glocke von 1993. Zwei ausgediente Glocken sind vor der Kirche ausgestellt.
Schaalsee, Kleiner Fuchs (Tagfalter) auf Schaalseewiese

Natur[Bearbeiten]

  • Das 309 km² große Biosphärenreservat Schaalsee wurde im Jahr 2000 durch die UNESCO als internationales UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Die Westseite des Schaalsees wurde schon 1960 als Naturpark „Lauenburgische Seen“ unter Schutz gestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Neptunfest (1. Wochenende im Juli)
  • Schützenfest (2. Wochenende im August)
  • Kloster-/Weihnachtsmarkt (2. Advent)
  • Bahnhofsfest (2. Wochenende im Mai)
  • Biosphäre-Schaalsee-Markt (jeden 1. Sonntag in den Monaten April-November)
  • Theater im Pahlhuus (Puppentheater für Kinder; jeden 1. Mittwoch in den Monaten Februar-Dezember)
  • Apfeltag (Oktober)

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Grenzübergangsstelle vor Zarrentin am 12. November 1989

Verkehr[Bearbeiten]

In Zarrentin beginnt die Bundesstraße 195, die in südlicher Richtung über Boizenburg/Elbe und Dömitz nach Wittenberge führt. Über sie ist die Anschlussstelle Zarrentin zur Bundesautobahn 24 zu erreichen. Zarrentin ist seit 1896 an die sogenannte Kaiserbahn angeschlossen, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Hagenow mit Bad Oldesloe verband. Mit der deutschen Teilung und dem Rückbau der grenzüberschreitenden Gleisanlagen wurde Zarrentin Endbahnhof auf ostdeutscher Seite. Im Jahr 2000 wurde der regelmäßige Personenverkehr eingestellt. Lediglich einmal monatlich verkehren seit 2008 zwei Zugpaare der Westmecklenburgischen Eisenbahngesellschaft (WEMEG) vor allem zu touristischen Zwecken auf der Strecke.[5]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Träger der regionalen Schule mit Grundschule in Zarrentin ist der Schulverband Zarrentin-Lassahn
  • Kinder- und Jugendeinrichtungen
  • Bibliothek

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b § 1 der Hauptsatzung (PDF; 49 kB)
  3. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  5. Schweriner Volkszeitung: Mit dem Uerdinger an den Schaalsee, 3. April 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zarrentin am Schaalsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien