Zarte Binse

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Zarte Binse
Zarte Binse (Juncus tenuis)

Zarte Binse (Juncus tenuis)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Zarte Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus tenuis
Willd.

Die Zarte Binse (Juncus tenuis) gehört zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Der ursprünglich aus Nordamerika stammende, heute eingebürgerte Neophyt ist erst seit 1824 in Europa nachgewiesen.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Das Binsengewächs stammt ursprünglich aus Nordamerika. Seit etwa 1824 ist sie auch in Europa bekannt. Heute ist die Binse in Nord-, West- und Zentraleuropa eingebürgert und ist inzwischen weltweit bis nach Neuseeland und Australien verbreitet.

Die Zarte Binse wächst häufig auf Waldwegen und in Trittgesellschaften. Bevorzugt eher humusarmen Lehm- oder Tonboden, der basenreich, aber kalkarm sein sollte. Erträgt Bodenverdichtung und mäßige Beschattung. Fehlt in höheren Mittelgebirgen mit Kalkgestein gebietsweise. Nach Ellenberg ist es ein Mäßigsäurezeiger, auf mäßig stickstoffreichen Standorten wachsend und eine Verbandscharakterart der Vogelknöterich-Trittgesellschaften (Polygonion avicularis).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der ausdauernde, überwinternd grüne Hemikryptophyt bildet kleine gelbgrüne bis braungelbe Horste mit 15 bis 50 Zentimetern Wuchshöhe. Die runden Stängel wachsen aufrecht. Blühende Stängel tragen am Grund ein bis zwei grasartige, rinnige und nicht sehr steife Blätter sowie zwei bis drei den Blütenstand weit überragende Hochblätter. Am Ende der Blattscheiden befinden sich 1 bis 3 Millimeter lange, weißliche Öhrchen.

Der stets endständige Blütenstand ist eine bis zu 8 Zentimeter lange kompakte Spirre. Die Teilblütenstände sind lang gestielt. Die Perigonblätter sind mit 3 bis 4 Millimeter alle gleich lang. Sie sind grün, deutlich dreinervig und lanzettlich zugespitzt. Die inneren sind hautrandig. Sie umgeben sechs Staubblätter und drei aufrechte lange Narben. Die Kapselfrucht ist eiförmig bis kugelig und mit kurzer Stachelspitze ausgestattet. Sie ist deutlich kürzer als die Blütenhülle. Die Samen sind klein und bleich. Sie quellen im Wasser froschlaichartig auf. Die Blütezeit der Zarten Binse erstreckt sich von Juni bis September.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Die Diasporen werden durch Anhaften im Fell oder an Federn von Tieren verbreitet (Epizoochorie).

15–40 cm hohe Horstpflanze. Erstausbreitung in Europa wegen Klebsamen entlang der ungeteerten Wege durch Trittausbreitung und durch die an Wagenrädern anhaftende Erde. Benetzt man reife Fruchtkapseln mit Wasser, treten nach wenigen Minuten die Samen froschlaichartig aus. Kulturbegleiter.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Grau, B. P. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold & D. Triebel: Gräser, Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.
  • H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.
  • E. Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994. ISBN 3-8252-1828-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zarte Binse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Verbreitungskarten