Zarter Gauchheil

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Zarter Gauchheil
Zarter Gauchheil (Anagallis tenella)

Zarter Gauchheil (Anagallis tenella)

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Myrsinengewächse (Myrsinoideae)
Gattung: Gauchheil (Anagallis)
Art: Zarter Gauchheil
Wissenschaftlicher Name
Anagallis tenella
L.

Der Zarte Gauchheil (Anagallis tenella) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gauchheil (Anagallis) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae).[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava ..., Volume 13, 1868

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Zarte Gauchheil wächst als überwinternd-grüne, ausdauernde krautige Pflanze. Die kriechenden, dünnen Stängel sind bis zu 20 Zentimeter lang und wurzeln an den Knoten. Die gegenständigen Laubblätter sind kahl und bei einer Känge von höchstens 1 Zentimeter rundlich.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen einzeln auf bis zu 35 Millimeter langen Blütenstielen in den Blattachseln. Die zwittrigen |Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die blassrosafarbenen Kronblätter sind dunkel geadert. Die glockenförmige Krone ist 6 bis 10 Millimeter lang und damit zwei- bis dreimal so lang wie der Kelch.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Beim Zarten Gauchheil handelt es sich um einen Chamaephyten oder Hemikryptophyten.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Zarte Gauchheil wächst in Eurasien, wo Moore und Quellgebiete ihre Hauptvorkommen darstellen. Die europaweit ungefährdete Art gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht.[1] In Mitteleuropa lebt der Zarte Gauchheil nur noch auf isolierten Vorposten; er kommt dort nur noch vereinzelt in der Umgebung von Paderborn und im Südschwarzwald[1] vor. Der Zarte Gauchheil besetzt in Mitteleuropa ein typisch atlantisches Areal. Noch im letzten Jahrhundert soll er im Südschwarzwald in der Westschweiz und am Genfer See nicht selten gewesen sein.[2]

Der Zarte Gauchheil gedeiht am besten auf kalkarmen oder kalkfreien, aber durchaus basenhaltigen, feuchten oder nassen, sandig-tonigen Böden.[2] Er besiedelt vernässte Stellen in Mooren, in Gräben, seltener auch auf Äckern oder auf Brachland. Er kommt nur in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit vor.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Zarter Gauchheil. In: FloraWeb.de.
  2. a b c  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3: Nachtkerzengewächse bis Rötegewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zarter Gauchheil (Anagallis tenella) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien