Zawady-Tworki

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Zawady-Tworki
Wappen von Prostki
Zawady-Tworki (Polen)
Zawady-Tworki
Zawady-Tworki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Ełk
Gmina: Prostki
Geographische Lage: 53° 44′ N, 22° 36′ O53.73472222222222.6075Koordinaten: 53° 44′ 5″ N, 22° 36′ 27″ O
Höhe: 125 m n.p.m
Einwohner: 140 (2005)
Postleitzahl: 19-335
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Lycker Kleinbahn (nicht in Betrieb)
Nächster int. Flughafen: Danzig
Szczytno-Szymany

Zawady-Tworki (dt. Sawadden, 1938–1945 Grenzwacht) ist ein zur Gemeinde Prostki zählendes Dorf im nordöstlichen Masuren in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, Landkreis Ełk.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt (in Luftlinie) 19 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Ełk bzw. 10 Kilometer nordöstlich der Ortschaft Prostki, zu dessen gleichnamiger Gemeinde es gehört.

Zawady-Tworki liegt am westlichen Ufer des Jezioro Rajgrodzkie (Raygrod-Sees).

Geschichte[Bearbeiten]

Der masurische Ortsname Sawadden kam mehrfach im ehemaligen Ostpreußen vor. Er leitet sich vermutlich aus dem slawischen Wort 'zawada' für „(schwer zu überwindendes) Hindernis“ ab.

Sawadden entstand im 16. Jahrhundert als Siedlungsinsel in einem damals stark bewaldeten Gebiet, welches von dort aus nach und nach gerodet wurde. Die ersten Siedler kamen vorwiegend aus dem nahen Masowien.

Am 27. Mai 1874 entstand im Zuge einer preußischen Gebietsreform ein Amtsbezirk Sawadden, zu dem neben dem Gutsbezirk Sawadden die Landgemeinden Brodowen, Buczylowen, Cziessen, Czyntschen, Jebramken, Klein Lasken, Krzywen, Kutzen, Ossarken, Statzen und Sypittken gehörten. Sawadden war Sitz des Gemeindevorstehers, der von 1874 bis 1880 ein Gutsbesitzer namens Arens war.

Am 30. Juni 1906 kam es zu einer weiteren Gebietsreform, in der die Umbenennung des bisherigen Amtsbezirks Sawadden in Amtsbezirk Sypittken erfolgte. Der Gutsbezirk Sawadden wurde dabei ausgegliedert und dem benachbarten Amtsbezirk Wischniewen zugeordnet. Dieser umfasste nunmehr die Landgemeinden Dlugossen, Dombrowsken, Giesen, Kallenczynnen, Regeln, Wischniewen, Zielasken und die Gutsbezirke Katrinowen, Kossewen, Lyck, Domänenamt und Sawadden.

Am 1. Dezember 1910 waren in Sawadden 110 Einwohner verzeichnet.

Durch eine Abzweigung nächst Klein Lasken wurde im Oktober 1913 Sawadden (als Endbahnhof) an die Lycker Kleinbahnen angebunden, womit eine (heute stillgelegte) direkte Eisenbahnverbindung zur Kreisstadt Lyck entstand.

Sawadden wurde am 16. Juli 1938 im Zuge der vom Verein Bund Deutscher Osten betriebenen massiven Eindeutschung masurischer Ortsnamen baltischer oder slawischer Herkunft in Grenzwacht umbenannt. Hierbei wurde auf die damalige Lage an der Grenze Ostpreußens zu Polen Bezug genommen, schließlich befand sich in der Nähe ein Militärstützpunkt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 fiel das zum Deutschen Reich (Ostpreußen), Landkreis Lyck, gehörende Sawadden ("Grenzwacht") an Polen. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht geflüchtet war, nach 1945 größtenteils vertrieben und neben der angestammten masurischen Minderheit durch Neubürger aus anderen Teilen Polens ersetzt. Der Ort wurde in Zawady umbenannt. Das sich gleich hinter der ehemaligen deutsch-polnischen Grenze befindende kleine Nachbardorf Tworki wurde angeschlossen, so dass die Ortschaft Zawady-Tworki entstand.

Von 1975 bis 1998 gehörte Zawady-Tworki zur damaligen Woiwodschaft Suwałki, kam dann 1999 zur neu gebildeten Woiwodschaft Ermland-Masuren.