Zbigniew Siemiątkowski

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Zbigniew Siemiątkowski (* 8. Oktober 1957 in Ciechanów) ist ein polnischer Politiker. Er war von 1996 bis 1997 Innenminister Polens und von 2002 bis April 2004 Chef des polnischen Auslandsnachrichtendienstes Agencja Wywiadu (AW).

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Ab 1977 studierte Siemiątkowski Politikwissenschaft an der Universität Warschau. 1981 schloss er mit dem Magister ab. 1987 erhielt er den Doktor in Geisteswissenschaften.

Von 1981 bis 1991 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Journalismus und Politikwissenschaften der Universität Warschau tätig.

Politik[Bearbeiten]

1978 trat Siemiątkowski in die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PZPR) ein. Er war auch Mitglied der Nachfolgepartei Socjaldemokracja Rzeczypospolitej Polskiej (SdRP) und dem Bund der Demokratischen Linken (SLD).

Er fungierte 1995 als Sprecher der Präsidentschaftskampagne von Aleksander Kwaśniewski. Später wurde er zum Staatssekretär in der Kanzlei des Staatspräsidenten und zum stellvertretenden Chef des Büros für Nationale Sicherheit berufen.

Von 1996 bis 1997 leitete er das Innenministerium.

Von 2001 bis 2002 leitete er kommissarisch das Nachrichtendienst Urząd Ochrony Państwa.

Nachrichtendienst[Bearbeiten]

2002 wurde Siemiątkowski zum Leiter des polnischen Auslandsnachrichtendienstes Agencja Wywiadu (AW) berufen. Dieses Amt erfüllte er bis 2004.[1]

2005, nach einer Wahlniederlage in den Parlamentswahlen zog er sich aus dem politischen Leben zurück und kehrte zur wissenschaftlicher Arbeit an der Universität Warschau zurück.

Im März 2012 hat ihn die polnische Staatsanwaltschaft der illegalen Freiheitsberaubung und Körperverletzung beschuldigt. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit den so genannten Black Sites, Geheimgefängnissen der CIA zum Inhaftieren und Verhören von Ungesetzlichen Kombattanten, in Polen.[1]

Familie[Bearbeiten]

Siemiątkowski ist verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bettina Vestring: CIA-Gefängnisse - Ex-Geheimdienstchef angeklagt. In: Frankfurter Rundschau. 28. März 2012, abgerufen am 28. März 2012 (deutsch).