Zbraslav

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zbraslav (Begriffsklärung) aufgeführt.
Zbraslav
Wappen
Zbraslav (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Hlavní město Praha
Gemeinde: Praha
Geographische Lage: 49° 58′ N, 14° 23′ O49.967514.386666666667Koordinaten: 49° 58′ 3″ N, 14° 23′ 12″ O
Einwohner: 7.448 (1. März 2001)
Schloss Zbraslav, das ehemalige Zisterzienserkloster Aula Regia, Juni 2006

Zbraslav (deutsch Königsaal) ist ein Stadtteil von Prag. Er hat 7800 Einwohner und liegt ca. 10 km südlich vom Prager Stadtzentrum an der Einmündung der Berounka in die Moldau. Der Stadtteil gliedert sich in die ehemalige Stadt Zbraslav und Lahovice.

Geschichte[Bearbeiten]

Zbraslav wurde erstmals 1115 als Besitz des Klosters Kladruby erwähnt. Nachdem der Ort in den Besitz der böhmischen Krone gelangt war, ließ sich König Ottokar II. im Jahre 1268 hier ein Jagdschloss errichten. Sein Nachfolger Wenzel II. gründete am 20. April 1292 das Kloster Aula Regia, das vom Zisterzienserorden in Waldsassen und dessen Tochterkloster Sedletz besiedelt wurde.

Die 1297 errichtete Basilika des Klosters wurde zur Grablege der Herrscherfamilie der Přemysliden, in der die Könige Wenzel II., Wenzel III. und Wenzel IV. beigesetzt wurden. Die Gebeine der letzten Přemyslidenkönige wurden 1991 in die Jacobusbasilika überführt.

Eine der bedeutendsten spätmittelalterlichen Geschichtsquellen Böhmens, die Königsaaler Chronik (Chronicon Aulae regiae), wurde im Kloster Aula Regia von Abt Otto von Thüringen (Abt 1312–1314) begonnen und vom wohl bekanntesten Abt des Klosters, Peter von Zittau, weitergeführt. Das Kloster war ein bedeutendes Zentrum der Bildung und des Humanismus in Böhmen und dem gesamten Heiligen Römischen Reich.

Das Kloster wurde zweimal, 1420 von den Hussiten und 1639 von den Schweden schwer verwüstet, bevor es 1785 von Kaiser Joseph II. aufgelöst wurde. 1787 nahm die k.k. Privilegirte Zucker-Raffinerie zu Königsaal bey Prag in den Klostergebäuden ihren Betrieb auf.

1825 kam das Städtchen Königsaal in den Besitz des Fürstenhauses Oettingen-Wallerstein, und wurde zum Sitz eines Gerichtsbezirkes. Unter dem nächsten Besitzer der Herrschaft, Cyril Bartoň-Dobenín, erfolgte eine Restaurierung und ein Umbau der Klosteranlagen zu einem Schloss.

1974 erfolgte die Eingemeindung Zbraslavs nach Prag. Im Jahre 1991 hatte der Ort 7151 Einwohner, zehn Jahre später 7448 Einwohner in 1305 Wohnhäusern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zbraslav – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien