Zbyněk Hráček

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Zbyněk Hráček, 2010

Zbyněk Hráček (* 9. September 1970 in Uherské Hradiště, Tschechoslowakei) ist ein tschechischer Schach-Großmeister.

Leben[Bearbeiten]

Hráček wurde 1990 Internationaler Meister, 1993 Großmeister, er erlernte das Schachspiel von seinem Onkel im Alter von fünf Jahren[1]. Bei der Junioreneuropameisterschaft in Arnheim 1990 wurde er Dritter. Hráček siegte in Altensteig 1995[2] und Lippstadt 2000. Im Jahr 1994 gewann er die Landesmeisterschaft von Tschechien[3]. Hráček nahm am Schach-Weltpokal 2013 teil, scheiterte aber in der ersten Runde an Viktor Bologan.

Seine Elo-Zahl beträgt 2634 (Stand: August 2014), damit belegt er den Platz Drei der tschechischen Rangliste. Seine bisher höchste Elo-Zahl hatte er mit 2650 im Januar 1996.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Hráček gehört seit 1990 zuerst zur tschechoslowakischen, später zur tschechischen Nationalmannschaft und hat an zwölf Schacholympiaden[4] und neun Mannschaftseuropameisterschaften teilgenommen[5]

Vereine[Bearbeiten]

In der tschechischen Extraliga spielte Hráček in der Saison 1992/93 bei TJ Jiskra Staré Město, bei dem er bereits im Vorjahr in der tschechoslowakischen Mannschaftsmeisterschaft antrat[6], von 1993 bis 2000 beim ŠK Dům armády Prag, mit dem er 1996, 1997 und 1999 Meister wurde, von 2000 bis 2006 beim ŠK Hagemann Opava (ab 2004 ŠK Lokomotiva Brno), mit dem er 2002 und 2004 Meister wurde, seit 2006 spielt er beim 1. Novoborský ŠK, mit dem er 2008, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 Meister wurde[7] und außerdem 2013 den European Club Cup gewann.[8] In der deutschen Schachbundesliga spielt Hráček seit 1994 für Werder Bremen und wurde in der Saison 2004/05 mit der Mannschaft deutscher Meister. Außerdem war Hráček auch schon in Österreich (für den SK Hietzing), in den Niederlanden (für Rotterdam) und in Frankreich (für Vandœuvre-Echecs) in der höchsten Spielklasse aktiv.

Partiebeispiel[Bearbeiten]

Ľubomír Ftáčnik – Zbyněk Hráček
Tschechische Extraliga, 1. Dezember 2006
Solid white.svg a b c d e f g h Solid white.svg
8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Schwarz am Zug




Die Diagrammstellung entstand aus der Königsindischen Verteidigung. Die schwarzen Figuren richten sich gegen den weißen König, was den materiellen Nachteil von einem Bauern aufwiegt.
1. ... Dh5xh2+!
Aufgrund der offenen Königsstellung kann Schwarz die Dame opfern, da der weiße König hierdurch in einen Mattangriff gerät:
2. Tg2xh2 Sg4xh2+ 3. Kg1-f2 Sf6-g4+ 4. Kf2-g3 Sg4-e3+ 5. Kg3-f2 Tg7-g2+

Es folgt ein Matt im nächsten Zug durch Th8-h3 oder Sh2-f3, Ftáčnik gab deshalb auf.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zbyněk Hráček – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebenslauf bei sach.cz (Tschechisch)
  2. Chessbase Megabase 2007
  3. Geschichte der tschechischen Meisterschaft
  4. Zbyněk Hráčeks Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  5. Zbyněk Hráčeks Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  6. Zbyněk Hráčeks Ergebnisse in der tschechoslowakischen Mannschaftsmeisterschaft auf olimpbase.org (englisch)
  7. Zbyněk Hráčeks Ergebnisse in der Extraliga auf olimpbase.org (englisch)
  8. Zbyněk Hráčeks Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)
  9. Anmerkung: Die ganze Partie online mit Originalkommentar des Großmeisters (Tschechisch)