Zdzieszowice

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Zdzieszowice
POL Zdzieszowice COA.svg
Zdzieszowice (Polen)
Zdzieszowice
Zdzieszowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Landkreis: Krapkowicki
Fläche: 12,35 km²
Geographische Lage: 50° 25′ N, 18° 7′ O50.41666666666718.116666666667Koordinaten: 50° 25′ 0″ N, 18° 7′ 0″ O
Einwohner: 11.978
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 47-330
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OKR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KrapkowiceKędzierzyn-Koźle
Schienenweg: BreslauKatowice
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Fläche: 57,85 km²
Einwohner: 16.213
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 280 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1605053
Verwaltung (Stand: April 2014)
Bürgermeister: Sybila Zimerman (interim)[2]
Adresse: ul. Bolesława Chrobrego 34
47-330 Zdzieszowice
Webpräsenz: www.zdzieszowice.pl
Die Kokerei in Zdzieszowice

Zdzieszowice [ˌʑd͡ʑɛʃɔˈvit͡sɛ] (deutsch Deschowitz, 1936–45: Odertal O.S.) ist eine Stadt mit etwa 12.000 Einwohnern im Powiat Krapkowicki, Woiwodschaft Oppeln in Polen.

Sie liegt an der Oder zwischen Kędzierzyn-Koźle und Krapkowice.

Geschichte[Bearbeiten]

Deschowitz war ein alter Umschlagplatz für die Oderschifffahrt. Hier lagerte das Galmei aus den oberschlesischen Bergwerken ebenso wie die Erzeugnisse der Eisenhütten an der Malapane sowie das über die Oder herangebrachte Salz.

In dem Dorf, das fünf Kilometer südwestlich vom St. Annaberg liegt, fanden während der polnischen Usurpantenaufstände Wojciech Korfantys zwischen 1919 und 1921 mehrfach heftige Kämpfe zwischen Freikorps, der Schwarzen Reichswehr und Aufständischen statt.

1931 entstand in Deschowitz die Großkokerei und ein Elektrizitätswerk der Schaffgotsch-Werke. 1938 kam noch ein Treibstoffsyntheseanlage hinzu. 1944 arbeiteten in diesen Werken 2.100 Menschen.

Wegen dieser Industrieanlagen war Deschowitz im zweiten Halbjahr 1944 Ziel schwerer Luftangriffe. Bis 1945 gehörte der Ort dem Landkreis Groß Strehlitz an.

1951 waren die Schäden durch den Zweiten Weltkrieg so weit beseitigt, dass die Produktion wieder aufgenommen werden konnte.

Zdzieszowice, das seit 1956 stadtartige Siedlung war, erhielt 1962 Stadtrecht.

Fast vierzig Jahre lang, von 1976 bis 2014, leitete der deutschstämmige Politiker Dieter Przewdzing (* 1944, † 2014) die Stadt und Gemeinde. Er war bis zur politischen Wende in 1989 als Vertreter der PVAP der administrativ ernannte Gemeindevorsteher (naczelnik gminy) und nach der Wiederherstellung der Gemeindeverfassung in 1990 bis zu seinem Tod Bürgermeister. Er gewann fünfmal die Bürgermeisterwahlen in der ersten Wahlrunde, nur einmal in 2010 musste er sich der Stichwahl stellen.[3] Er war damit der am längsten amtierende Bürgermeister in Polen. In seinen letzten Lebensjahren engagierte sich Przewdzing für Stärkung der wirtschaftlichen Selbstständigkeit der oberschlesischen Gemeinden und wurde deswegen überregional bekannt. Am 18. Februar 2014 wurde er von Unbekannten ermordet.[4] Die Ermittler schließen einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1933: 2.170 Einwohner
1939: 4.842
1961: 4.224
1971: 5.600
2004: 13.564

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Städtepartnerschaften zwischen Zdzieszowice und

Gmina[Bearbeiten]

Zu der Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Zdzieszowice gehören folgende Orte:

  • Januszkowice (Januschkowitz, 1936–45: Oderhain)
  • Jasiona (Jeschona, 1936–45: Eschendorf)
  • Krępna (Krempa, 1936–45: Ambach)
  • Oleszka (Oleschka, 1936–45: Nieder Erlen)
  • Rozwadza (Roswadze, 1936–45: Annengrund)
  • Zdzieszowice (Deschowitz, 1936–45: Odertal)
  • Żyrowa (Zyrowa, 1936–45: Buchenhöh)

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zdzieszowice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Burmistrz Zdzieszowic nie żyje. Prawdopodobnie został zamordowany. In: zdzieszowice.pl. Abgerufen am 18. April 2014 (polnisch).
  3. Gerhard Gnauck: Das Portrait: Dieter Josef Przewdzing. In: welt.de. 23. November 2010, abgerufen am 7. März 2014.
  4. Burmistrz Zdzieszowic nie żyje. Prawdopodobnie został zamordowany. In: gazeta.pl. 19. Februar 2014, abgerufen am 19. Februar 2014 (polnisch): „Nie żyje burmistrz Zdzieszowic Dieter Przewdzing. (...) Lokalne media podają, że został zamordowany, ale policja oficjalnie tego nie potwierdza. Deutsche Übersetzung: Bürgermeister von Zdzieszowice Dieter Przewdzing ist tot. (...) Lokale Medien geben an, dass er ermordet worden sei, was aber von der Polizei nicht offiziell bestätigt wurde.“
  5. http://wiadomosci.gazeta.pl/wiadomosci/1,114871,15711188,Sledztwo_po_brutalnym_zabojstwie_polityka_mniejszosci.html