Zeche Westende

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Zeche Westende
Fördermaschinenhaus der Zeche Westende Schacht 4

Fördermaschinenhaus der Zeche Westende Schacht 4
Abbau von Steinkohle
Betriebsbeginn 1871
Betriebsende 1968
Geographische Lage
Koordinaten 51° 27′ 54″ N, 6° 44′ 22″ O51.4649966.739339Koordinaten: 51° 27′ 54″ N, 6° 44′ 22″ O
Zeche Westende (Regionalverband Ruhr)
Zeche Westende
Lage Zeche Westende
Standort Duisburg
Gemeinde Duisburg
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p0p2

Pforte der Zeche Westende Schacht 4
Kompressorhaus der Zeche Westende Schacht 4

Die Zeche Westende war ein Steinkohlen-Bergwerk in Duisburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Im Jahre 1855 begann eine englische Betreibergesellschaft in Meiderich mit den Vorarbeiten des Schachtes Jacobine. Die Schachtanlage lag an der Stadtgrenze von Meiderich nach Oberhausen. Durch einen Wassereinbruch 1859 mussten die Abteufarbeiten zunächst eingestellt werden. Der Schacht soff ab, die Gesellschaft musste liquidieren.

In den Folgejahren wurden die Gesellschaften durch diverse deutsche Betreiber konsolidiert. Da das entstehende Bergwerk seinerzeit die westlichste Kohlenzeche des Ruhrgebietes war, wurde der Name Westende gewählt. Der Schacht Jacobine (fortan Schacht 1) wurde 1870 erfolgreich gesümpft und 1871 in Betrieb genommen. Trotz des erneuten Konkurses der Betreibergesellschaft 1875 wurde die Förderung aufrechterhalten.

Nach erneuter Neufirmierung als Meidericher Steinkohlenbergwerks-AG 1885 konnte die Zeche weiter expandieren. Dazu wurde 1889 neben Schacht 1 der Schacht 2 abgeteuft, der bereits 1892 in Betrieb ging. Die Förderanlagen beider Schächte wurde nach seinerzeit modernen Standards ausgebaut. Zusätzlich wurde der in Duisburg-Meiderich in der Nähe ca. 200 m vom Nordhafen gelegene Schacht der Zeche Ruhr & Rhein erworben und künftig als Wetterschachtanlage (Schacht 3) betrieben. 1896 wurde die Meidericher Steinkohlenbergwerks-AG durch die Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb erworben.

Zur Zusammenfassung aller Feldesteile sowie der betriebenen Schachtanlagen wurde von 1906 bis 1910 in Laar der Schacht 4 geteuft. Diese Anlage wurde auch Schachtanlage Kampschacht genannt und lag in direkter Nachbarschaft der Hüttenwerke Ruhrort. Diese Schachtanlage wurde mit einem deutschen Strebengerüst für Doppelförderung versehen. Ferner wurde bei Schacht 4 eine Kokerei für Gießereikoks errichtet.

Nach der Inbetriebnahme des Schachtes wurde die Anlage offiziell als Zeche Westende geführt. Die Schachtanlagen 1/2 und 3 fungierten im Anschluss nur als Wetterschächte. Die Zeche baute auch unter den Duisburger Hafenanlagen Kohle ab und hatte deswegen ständig mit Auflagen wegen der drohenden Absenkungen zu kämpfen.

Die Schachtanlage kam 1926 in den Besitz der Vereinigte Stahlwerke AG und wurde organisatorisch deren Gruppe Hamborn zugeordnet. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre wurden umfangreiche Maßnahmen zur Konzentration der Förderung unternommen.

Die Schachtanlage 1/2 wurde am 1. Dezember 1927 stillgelegt und abgeworfen. Weiterhin wurde der selbständig fördernde Schacht Rönsbergshof von der Zeche Friedrich Thyssen übernommen, nachdem dieser 1931 die Förderung einstellte.

In den Folgejahren wurde nach erfolgten Deicherhöhungen wieder der Abbau unter den Rheinhäfen aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Abbauvorgehen erweitert und unter planmäßiger Absenkung des Hafengebietes vorgetrieben.

[Bearbeiten] Stilllegung

1964 wurde der Schacht Rönsbergshof abgeworfen und verfüllt. Das Fördergerüst wurde 1965 gesprengt. Im Rahmen der Kohlekrise der 1960er Jahre entschloss sich die Friedrich Thyssen Bergbau-AG als Betreiber, die Zeche Westende im Geschäftsjahr 1968 stillzulegen. Die Stilllegung erfolgte am 31. Juli 1968.

Die Kokerei wurde noch in die Ruhrkohle AG übernommen. Wegen fehlenden Absatzes für den Gießereikoks wurde sie allerdings 1969 sofort stillgelegt.

[Bearbeiten] Heutiger Zustand

Heute ist von den Anlagen der Zeche Westende fast nichts mehr zu finden. Die Schachtanlage 1/2 ist mit der Zeit komplett überbaut worden, das Gelände von Schacht 3 wird von den Duisburger Verkehrsbetrieben genutzt. Das Gelände von Schacht 4 liegt größtenteils brach als Reservefläche für die ThyssenKrupp AG, die Pforte, das Kompressorhaus und die Fördermaschinenhalle sind erhalten. Das Kompressorhaus beinhaltet derzeit Proberäume für diverse Bands und auf dem Parkplatz findet jährlich ein zweitägiges Open-Air Festival statt.[1] Von der Schachtanlage Rönsbergshof sind noch zwei Gebäude und das Fördermaschinenhaus vorhanden. Dieses Gelände wird von der städtischen Förderschule sowie der Bezirkssportanlage "Am Rönsbergshof" genutzt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. 3. Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://rockhaus-duisburg.de/
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