Zeibekiko

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Dieser Artikel behandelt den griechischen Volkstanz, für den türkischen Volkstanz siehe Zeybek.

Der Zeibekiko (griechisch Ζεϊμπέκικο auch Zeibekikos Ζεϊμπέκικος) ist ein griechischer Volkstanz kleinasiatischen Ursprungs.[1] Er ist eng mit der Musik des Rembetiko verbunden, welches ebenfalls seinen Ursprung in Anatolien hatte und mit dem sich die ehemals kleinasiatischen Griechen identifizierten.[2] Der zumeist spontan solo vor Zuschauern ausgeübte Ausdruckstanz beruht auf Improvisation, doch muss der Tänzer in der Lage sein, dem charakteristischen Rhythmus zu folgen. Schritte, Sprünge, Figuren sowie Drehungen improvisiert der Tänzer aus der Melodie und dem Takt heraus.

Der Zeibekiko handelt meist von einer unerfüllten Liebe oder der Schwermütigkeit des Lebens. Dies zeigt sich auch in der populären Art, mit der Zeibekiko getanzt wird. Der Tänzer kann einen Betrunkenen imitieren, der seinen Schmerz in Alkohol getränkt hat, herumtaumelt und Porzellanteller auf den Boden wirft. Gelegentlich stehen die Tänzer tatsächlich unter Alkoholeinfluss. Dabei knien Freunde oder Familienangehörige in einem Kreis um den Tänzer, um ihm durch rhythmisches Klatschen ihr Verständnis und ihren Beistand entgegenzubringen.

Früher unterschied man verschiedene Zeibekiko-Arten, je nach Ort oder Musikstil und Rhythmus. Einige Beispiele sind der Kamilierikos (Καμιλιέρικος), der Youroukikos (Γιουρούκικος) und der Aivaliotikos (Αιβαλιώτικος). Obwohl alle Arten immer im 9/8-Takt getanzt werden, gibt es jedoch verschiedene Ausbauweisen des Rhythmus.

Eine besondere Zeibekiko-Variante ist der Aptalikos (Απτάλικος), der von zwei gegenüber stehenden Tänzern getanzt wird. Auch der Rhythmus ist anders. Obwohl auch im 9/8-Takt getanzt wird, hebt man bei der letzten rhythmischen Phrase an. Dieser Tanz ist in der Volksmusik der griechischen Inseln sehr populär.

Das Zeibekiko-Tanzen - gelegentlich zu Live-Rembetiko-Orchestern - ist in griechischen Auslands-Gemeinschaften weltweit ein populärer Teil der Traditionspflege. Zahlreiche YouTube-Videos belegen das.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Γεώργιος Μπαμπινιώτης (Georgios Babiniotis): Λεξικό της Νέας Ελληνικής Γλώσσας (Lexikon der Neugriechischen Sprache). Β' Έκδοση 2. Auflage. Κέντρο Λεξικολογίας, 2005, ISBN 960-86190-1-7, S. 707.
  2. Deutschlandradio Kultur vom 30. März 2012: "Hier ist der Rembetiko geboren worden"
  3. zeibekiko tis magkias, stergios