Zeise-Salz

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Strukturformel
Struktur des Zeise-Salzes
Allgemeines
Name Zeise-Salz
Andere Namen

Kaliumtrichloridoethylenplatinat(II)-hydrat

Summenformel C2H4Cl3KPt
CAS-Nummer 123334-22-5
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 368,61 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,88 g·cm3−[1]

Schmelzpunkt

220 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Bei dem Zeise-Salz handelt es sich um einen Platinkomplex mit der Formel K[PtCl3(C2H4)]·H2O. Er wurde 1825 [3] oder 1827[4] von dem dänischen Chemiker William Christopher Zeise entdeckt und gilt als eine der ersten synthetisierten metallorganischen Verbindungen.

Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]

Zeise erhielt den Komplex durch Kochen von Kaliumtetrachloridoplatinat(II) (K2[PtCl4]) in Ethanol.[5] [6] [7] Hierbei spaltet sich aus Ethanol Wasser ab unter der Bildung von Ethen. Dieses koordiniert dann an das Platinzentrum und bildet das Zeise-Salz.

Synthese nach Zeise


Zeise postulierte damals, dass das entstandene Salz Ethen enthielte. Dies konnte jedoch erst Jahrzehnte später bestätigt werden, als Kaliumtetrachloridoplatinat(II) mit Ethen zur Reaktion gebracht wurde und das gleiche Salz erhalten wurde.[8]

Struktur[Bearbeiten]

Im Zeise-Salz ist das zentrale Platinion quadratisch-planar koordiniert.[9] Im Festkörper steht der Ethylenligand senkrecht zu dieser Ebene, in Lösung jedoch rotiert er um die σ-Bindung zum Metallion.[10] Die Wasserstoffatome liegen nicht wie beim Ethen in einer Ebene mit den Kohlenstoffatomen, sondern sind etwas weiter vom Platin entfernt.[3] Die C–C-Bindung ist etwas länger als die im Ethen.[3] Durch Eliminierung von Kaliumchlorid kann das Dimer des Zeise-Salzes erhalten werden.

Dimer des Zeise-Salzes


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Potassium trichloro(ethylene)platinate(II) hydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 25. April 2011 (PDF).
  2. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. a b c  Richard A. Love , Thomas F. Koetzle , Graheme J. B. Williams , Lawrence C. Andrews , Robert Bau: Neutron diffraction study of the structure of Zeise's salt, KPtCl3(C2H4)·H2O. In: Inorganic Chemistry. 14, Nr. 11, 1975, S. 2653–2657, doi:10.1021/ic50153a012.
  4. Christoph Elschenbroich: Organometallchemie. 6. Auflage, Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8351-0167-8, S. 367 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  William Christopher Zeise: Von der Wirkung zwischen Platinchlorid und Alkohol, und von den dabei entstehenden neuen Substanzen. In: Johann Christian Poggendorff, Berlin (Hrsg.): Annalen der Physik und Chemie. 97, Nr. 4, Johann Ambrosius Barth, Leipzig, 1831, S. 497–541, doi:10.1002/andp.18310970402 (Band 21 von Poggendorffs Annalen, online auf den Seiten von Gallica - Bibliothèque numérique der Bibliothèque nationale de France).
  6.  William Christopher Zeise: Ueber die zwischen Platinchlorid und Alkohol Statt findenden wechselseitigen Zersetzungen, und die daraus entstehenden neuen Körper. In: Franz Wilhelm Schweigger-Seidel, Halle (Hrsg.): Journal für Chemie und Physik. 62, Nr. 4, 1831, S. 393–441 (gleichzeitig: Neues Jahrbuch der Chemie und Physik des pharmaceutischen Instituts zu Halle, online auf den Seiten von archive.org - The Internet Archive).
  7.  William Christopher Zeise: Ueber die zwischen Platinchlorid und Alkohol Statt findenden wechselseitigen Zersetzungen, und die daraus entstehenden neuen Körper (Fortsetzung). In: Franz Wilhelm Schweigger-Seidel, Halle (Hrsg.): Journal für Chemie und Physik. 63, Nr. 2, 1831, S. 121–135 (gleichzeitig: Neues Jahrbuch der Chemie und Physik des pharmaceutischen Instituts zu Halle, online auf den Seiten von archive.org - The Internet Archive).
  8.  Karl Birnbaum: Ueber die Verbindungen des Aethylens und seiner Homologen mit dem Platinchlorür. In: Justus Liebigs Annalen der Chemie. 145, Nr. 1, 1868, S. 67–77, doi:10.1002/jlac.18681450115 (online auf den Seiten von archive.org - The Internet Archive).
  9.  M. Black, R. H. B. Mais and P. G. Owston: The crystal and molecular structure of Zeise's salt, KPtCl3·C2H4·H2O. In: Acta Crystallographica Section B. 25, Nr. 9, September 1969, S. 1753-1759, doi:10.1107/S0567740869004699.
  10. Christoph Elschenbroich: Organometallchemie 2002 Teubner Verlag.

Siehe auch[Bearbeiten]

Wacker-Verfahren