Zeiskam

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Zeiskam
Zeiskam
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Zeiskam hervorgehoben
49.2327777777788.2469444444444117Koordinaten: 49° 14′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Bellheim
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 8,85 km²
Einwohner: 2198 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 248 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67378
Vorwahl: 06347
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 036
Adresse der Verbandsverwaltung: Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Webpräsenz: www.zeiskam.de
Ortsbürgermeister: Klaus Weiß (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Zeiskam im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Zeiskam ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bellheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Vorderpfalz zwischen Germersheim und Landau in der Pfalz.

Gewässer[Bearbeiten]

Im Süden der Gemeinde (Zeiskamer Mühle) verläuft der Unterlauf der Queich, die in Germersheim in den Rhein mündet. Außerdem fließen durch Zeiskam der Fuchsbach, eine Ableitung der Queich, um den sich eine Zeiskamer Legende rankt sowie der von der Haardt kommende Hainbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 774 erstmals im Lorscher Kodex urkundlich erwähnt. Stammsitz der „Edlen von Zeiskam“ 960–1604 deren letzter Vertreter Wilhelm Christof hieß. In der Nähe von Zeiskam stand die Johanniterorden Komturei Heimbach.[2] Sie wurde im Pfälzischen Bauernkrieg 1525 zerstört. Im Jahr 2000 wurde Zeiskam Landessieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden.

Religionen[Bearbeiten]

2012 waren 42,8 Prozent der Einwohner evangelisch und 35 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Zeiskam besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 6 4 6 16 Sitze
2009 3 4 9 16 Sitze
2004 3 4 9 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber zwei schräggekreuzte natürliche Zwiebeln mit grünen Röhren, oben bewinkelt von einem schwebenden schwarzen Großbuchstaben Z, unten von einem Dorfzeichen in Form einer von einem goldenen griechischen Kreuz überhöhten blauen Scheibe“.

Es geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1571.[5]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Seit 2001 besteht eine Partnerschaft mit Roccastrada in der Toskana in Italien
  • Im Januar 2008 hat der Gemeinderat von Zeiskam beschlossen, eine weitere Partnerschaft mit Monts in Frankreich einzugehen. Die feierliche Besieglung dieser Partnerschaft fand am 11. Oktober 2008 statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Rathaus (erbaut 1833, zweistöckig, klassizistisch)
  • Katholische Kirche St. Bartholomäus (erbaut 1754/55, zwei Barock-Altäre und eine Rokoko-Kanzel (1838–1844))
  • Evangelische Kirche (erbaut 1838/1844, neuromanisch nach Plänen von Voit erbaut, wertvolle Orgel)
  • Bierkeller (erbaut 1842, historischer Gewölbekeller zur Einlagerung von Natureis, das zur Bierkühlung verwendet wurde)
  • Geburtshaus des napoleonischen Generals Jacob-François Marulaz (1769–1842) in der Kronstraße 26
  • Gotischer Spitzbogen, Denkmal am Standort der ehemaligen Klosterkirche der Komturei Heimbach (seit Frühjahr 2011)

Kunst[Bearbeiten]

Das Künstlergästehaus Gawrisch in der Hauptstraße 14 unterstützt und fördert vorzugsweise osteuropäischer Künstler. Das Stipendium setzt eine fundierte abgeschlossene akademische Ausbildung voraus.

Kultur[Bearbeiten]

In Zeiskam gibt es einige weit über die Region bekannte, kulturell tätige Vereine, unter anderem wurde hier auch der erste Posaunenchorverein Deutschlands gegründet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Gesellschaftsball (1. Samstag im Januar, Veranstalter: Liederkranz-Chöre)
  • Gesellschaftsball (4. Samstag im Januar, Veranstalter: GV Frohsinn)
  • Faschingsball (Veranstalter: TB Jahn Zeiskam)
  • Osterturnier - Judoturnier Altersklasse U11 und U14 (2 Wochen vor Ostern, Veranstalter: 1. Budoclub Zeiskam)
  • Fußball - Wochenturnier (Veranstalter: TB Jahn Zeiskam)
  • Pfingstturnier mit Springen und Fahren (Veranstalter: Reit- und Fahrverein)
  • Fischerfest (Veranstalter: AV Petri Heil)
  • Wein- und Musikfest (letztes Juni-Wochenende, Veranstalter: Cäcilienverein)
  • Zwewwelfescht (1. August-Wochenende, Veranstalter: GV Frohsinn)
  • Kirwe (Letztes August-Wochenende, Veranstalter: Gemeinde Zeiskam)
  • Kirwelauf (Kirwemontag, Veranstalter: 1. Budoclub Zeiskam)
  • Wein- und Kelterfest (Letztes September-Wochenende, Veranstalter: Liederkranz-Chöre)

Die Zwiebelhoheiten[Bearbeiten]

Erstmals im Jahr 1999, zur 1225-Jahr-Feier, wurde mit Miriam I. eine Zwiebelkönigin gewählt. Seitdem wird im Ein- bis Zwei-Jahres-Rhythmus zum Kirweauftakt eine neue Hoheit gekrönt. Die Hoheiten repräsentieren Zeiskam bundesweit bei Messen, Festumzügen und sogar europaweit in den Partnergemeinden. Seit 2006 wird die Zwiebelkönigin durch eine Zwiebelprinzessin an ihrer Seite unterstützt, damit sie zusammen die inzwischen sehr zahlreichen Termine besser wahrnehmen können.

Die Hoheiten:

  • 1999–2000 Miriam I.
  • 2000–2002 Carolin I.
  • 2002–2004 Tanja I.
  • 2004–2005 Stefanie I.
  • 2005–2006 Anna I.
  • 2006–2007 Zwiebelkönigin Anna I. und Zwiebelprinzessin Lisa I.
  • 2007–2009 Zwiebelkönigin Stefanie II. und Zwiebelprinzessin Katharina I.
  • 2009–2010 Zwiebelkönigin Bianca I. und Zwiebelprinzessin Ronja I.
  • 2010–2011 Zwiebelkönigin Bianca I. und Zwiebelprinzessin Lena I.
  • 2011–2012 Zwiebelkönigin Lena I. und Zwiebelprinzessin Alicia I.
  • 2012–2013 Zwiebelkönigin Alicia I und Zwiebelprinzessin Laura I.
  • 2013–2014 Zwiebelkönigin Laura I und Zwiebelprinzessin Michelle I.
  • 2014–0000 Zwiebelkönigin Luisa I. und Zwiebelprinzessin Laura II.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zeiskam ist für seinen Gemüseanbau bekannt. Dabei ist traditionell bedeutend vor allem der Anbau von Zwiebeln. Die landwirtschaftliche Genossenschaft "Pfalzmarkt" mit Sitz in Mutterstadt betreibt in Zeiskam eine Außenstelle. Der Anteil der in der Agrarwirtschaft Erwerbstätigen ist zwar rückläufig, es gibt aber große landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt 499 ha Landwirtschaftsfläche, die nach wie vor zum landwirtschaftlichem Charakter beitragen.

Im Süden der Gemeinde befindet sich das Gewerbegebiet "In der Sauheide", in dem sich mehrere Unternehmen angesiedelt haben, darunter verschiedene Transport- und Baustoffunternehmen, ein Getränkegroßhandel u. a.

Verkehr[Bearbeiten]

Nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 272, die von Landau (A 65) nach Schwegenheim (B 9) führt.

Zeiskam war früher über die Bahnstrecke Germersheim–Landau an das Schienennetz angeschlossen. Die Strecke wurde jedoch stillgelegt. Seit 2006 wird sie touristisch für den Draisinenverkehr genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Zeiskam verlieh drei Personen die Ehrenbürgerwürde.

  • Roland Humbert (* 1942), Bürgermeister von 1989 bis 2009
  • Johann Vogel (1865–1935), Oberlehrer
  • Paul von Hindenburg (1847–1934), Reichspräsident

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Jakob François Marulaz (1769–1842), Reitergeneral und Kriegsheld unter Napoleon I.
  • Friedrich Gerichten (1856–1940), Politiker, Mitglied des Bayerischen Landtages
  • Josef Braun (1889–1955), Politiker (CDU), Oberbürgermeister von Mannheim, Landtagsabgeordneter
  • Otto Herzog (1900–1945), Politiker (NSDAP)
  • Klaus Sinn (* 1936), deutscher Fußballspieler und -trainer (SV Waldhof Mannheim)

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Sütterlin: König Johann, Ritter auf dem Schauplatz Europa; Knecht Verlag Landau 2003; ISBN 978-3-930927-77-7

„Ich bin Johann, Graf von Luxemburg und König von Böhmen. Mein Vater, Heinrich VII, war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Mit 14 Jahren begegnete ich im August 1310 in der Johanniter-Kommende Heimbach zu Zeiskam bei Speyer zum ersten Mal meiner wunderschönen Braut, Prinzessin Elisabeth von Böhmen …“

  • Kurt Andermann: Die Herren von Zeiskam: Porträt einer Familie des pfälzischen Niederadels; in: Historischer Verein der Pfalz: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. Speyer: Verlag des Historischen Vereins, 98 (2000), S. 97–118; ISSN 0073-2680, ZDB-ID 502503-5
  • Edgar Schnell: Zeiskam in Vergangenheit und Gegenwart – ein Porträt in Wort und Bild. Gemeinde Zeiskam, 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeiskam – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Klaus Sütterlin: König Johann, Ritter auf dem Schauplatz Europa. Knecht Verlag, Landau 2003. ISBN 978-3-930927-77-7. S. 64 ff.
  3. Ewois, Stand: 31. Juli 2012
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3