zeitfenster – Biennale Alter Musik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

zeitfenster – Biennale Alter Musik ist ein seit 2002 alle zwei Jahre in Berlin stattfindendes Festival für Alte Musik. Acht Tage lang finden vor allem im Konzerthaus Berlin Veranstaltungen statt, die alte Musik in aktuellem Kontext präsentieren. Jedes zeitfenster hat ein Thema, welches inhaltlich den Rahmen für die Auswahl von Musik und Interpreten vorgibt. Daneben gibt es die Rubriken fokus und spezial.

In zeitfenster fokus stellen große Interpreten ihr Instrument vor, im zeitfenster spezial wird ein Fragestellung, ein besonderer Aspekt der Alten Musik schlaglichtartig erhellt, vielschichtig und genussvoll auf seinen Gegenwartsbezug untersucht. Veranstalter und Organisatoren der Biennale sind das Konzerthaus Berlin in Zusammenarbeit mit Uhde & Harckensee MusikManagement aus Berlin. Der Hauptstadtkulturfond unterstützt das Projekt finanziell.

Die nächste zeitfenster VI – Biennale Alter Musik ist die sechste und findet April/Mai 2012 unter dem Thema The next generation statt: 10 Jahre zeitfenster, was oder wer bewegt sich noch in der Alten Musik? Was gibt es zu entdecken: neues Repertoire, innovative Interpretationsansätze, andere Aufführungsformen, unbekannte Musikanten? Bilanz und Vision bilden die Klammer dieses zeitfensters und gewähren so einen Ausblick in die Zukunft, auf die nächste Generation.

Bisherige zeitfenster und ihre Themen[Bearbeiten]

zeitfenster I – 2002 Thema: Spanien[Bearbeiten]

machte die reichhaltige und lebendige Musiktradition der iberischen Halbinsel erfahrbar. Von den Liedern mittelalterlicher Pilger über die Welturaufführung einer rekonstruierten barocken Zarzuela bis hin zum Flamenco reichte das Spektrum. Im fokus stand das Streichquartett, das spezial drehte sich um die Fragen: Passen moderne Medien und Alte Musik zusammen? Wie kann man die ursprüngliche emotionale Wirkung der Musik für ein heutiges Publikum wieder erlebbar machen? Lichtdesigner Thilo Reuther ließ das Festival in neuem Licht erscheinen.

zeitfenster II – 2004 Thema: Klang der Ferne[Bearbeiten]

brachte die Bandbreite menschlicher Stimmen und die Vielfalt kultureller Wurzeln zu Gehör. Im fokus wurde das Besondere der Barockgeige erfahrbar. Die hauchdünne Linie zwischen Leben und Tod war Thema des spezials. Im ehemaligen Postbahnhof trafen Alte und Neue Musik, Licht und Schatten, Erleben und Erinnerung in einem szenischen Projekt zusammen. Der Mythos vom Gang in die Unterwelt wird wohl immer aktuell bleiben; das Orpheus-Projekt brachte Jugendliche und eine Barockoper zu diesem Thema zusammen.

zeitfenster III – 2006 Thema: Neue Deutsche Welle[Bearbeiten]

beschäftigte sich mit deutschen Komponisten wie Heinrich Schütz, die zu den italienischen Avantgardisten pilgerten, neuste musikalische Entwicklungen dort studierend. Nur kurze Zeit später versuchten die Deutschen, das Gelernte in der eigenen Sprache umzusetzen. An der Wende zum 17. Jahrhundert fand eine musikalische Revolution statt: erstmals hatte die Sprache Vorrang vor der Musik, die Voraussetzungen für die Entstehung der Oper wurden geschaffen, eine frühe neue deutsche Welle rollte an. Im fokus spielten drei der besten Lautenisten der Welt Musik des größten Lautenvirtuosen und -komponisten aller Zeiten: John Dowland. Das spezial präsentierte eine zeitgenössische Fassung der ersten deutschsprachigen Barockoper Dafne und feierte in einer langen Nacht den 350. Geburtstag Marin Marais. In einer neuen Reihe stellte zeitfenster Filme vor, die sich in besonderer Weise mit Alter Musik beschäftigen.

zeitfenster IV – 2008 Thema: Grüne Woche[Bearbeiten]

richtete seine Aufmerksamkeit der Musik im Kontext christlicher Rituale. Was stiften diese Töne heute noch an Sinn und Bedeutung? Musik für die Woche vor Ostern – der grünen, Grün von gronan (greinen, weinen) – bot Gelegenheit zur Rückbesinnung auf alte Rituale mit Musik aus vier Jahrhunderten. Im fokus führten vier der besten Cembalisten der Welt in die Welt des Cembalos ein. Das spezial thematisierte barocke Kulturfinanzierung. Ohne die großen italienischen Adelsfamilien wäre die Erfolgsgeschichte der Oper nicht möglich gewesen. Eine Italienische Nacht feierte abschließend auch andere italienische Errungenschaften.

zeitfenster V – 2010 Thema: Fallstudien[Bearbeiten]

nahm Hybris, Selbstüberschätzung und Realitätsverkennung ins Visier. Aufstieg und Fall – story of our life, drum hat man in der Kunst so viel Freude dran. Zum Lernen oder/und nur Vergnügen: Menschliche Tragödien in feinster Musik. Im zeitfenster fokus stand die Viola da gamba im Mittelpunkt, das zeitfenster spezial widmete sich der Affektheischerei.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]