Soldat auf Zeit

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Ein Soldat auf Zeit (abgekürzt: SaZ, umgangssprachlich Zeitsoldat) ist ein Soldat, der den Beruf des Soldaten zeitlich befristet ausübt. In Deutschland wird die Bezeichnung jedoch nur für den Soldaten auf Zeit (SaZ) ab 24 Monaten verwendet gemäß Soldatengesetz, nicht für Soldaten im Freiwilligen Wehrdienst (FWD) bis 23 Monate gemäß Wehrpflichtgesetz.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Ein Soldat auf Zeit hat sich in der Bundeswehr auf Basis § 40 Soldatengesetz freiwillig für eine bestimmte Zeit, die über die maximale Dauer des Freiwilligen Wehrdienstes (FWD) hinausgeht, als aktiver Soldat verpflichtet. Die mögliche Verpflichtungsdauer dieses Dienstes beträgt minimal zwei, maximal fünfundzwanzig Jahre, typisch sind zwei, vier, sechs, acht, zwölf oder fünfzehn Jahre.

Zeitsoldaten können die Laufbahnen der Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere einschlagen; Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee können jedoch später nicht als Berufssoldaten übernommen werden.

Da für höhere Laufbahnen ein erweitertes Aufgabenspektrum vorgesehen ist, durchlaufen die Bewerber als Unteroffizieranwärter, Feldwebelanwärter und Offizieranwärter zunächst eine entsprechende Laufbahnausbildung. Hinzu kommen verschiedene fachliche Ausbildungen, die dann von den persönlichen Eignungen des Soldaten und dem Bedarf der Streitkräfte abhängig sind.

Ein Bewerber, der die für einen höheren Dienstgrad erforderliche militärische Eignung durch Lebens- und Berufserfahrung außerhalb der Bundeswehr erworben hat, kann gemäß § 87 Soldatengesetz auf Grund freiwilliger Verpflichtung und nach einer Eignungsübung ohne Anwärterzeit zum Soldaten auf Zeit berufen werden.

Nach einer Dienstzeit von (in der Regel) drei Jahren, dem Mindestalter von 25 Jahren und einem bei Unteroffizieren Feldwebel- bzw. bei Offizieren Leutnantdienstgrad ist es möglich, einen Antrag auf Übernahme als Dienstverhältnis eines Berufssoldaten zu stellen. Entscheidend für die Übernahme ist der Bedarf der Truppe an Soldaten eines bestimmten Geburtsjahrganges in Kombination mit der Fachverwendung. Ist die Zahl der Antragsteller, die diese Bedingungen erfüllen, größer als der Bedarf (was regelmäßig der Fall ist), so wird eine Rangfolge anhand von Beurteilungen, Lehrgangsnoten, Sportleistungen etc. erstellt.

Meist wechseln Soldaten auf Zeit nach dem Ende der Verpflichtungszeit in die Privatwirtschaft oder ein Studium. Auch eine Eingliederung in den öffentlichen Dienst steht ihnen offen; durch §§ 9 und 10 Soldatenversorgungsgesetz (SVG) haben eingliederungsberechtigte Soldaten einen Anspruch auf erleichterte Eingliederung in den öffentlichen Dienst. Hier sind die Vormerkstellen der Länder und des Bundes zuständig.

Schweizer Armee[Bearbeiten]

In der Schweizer Armee heißt die entsprechende Wehrdienstform Zeitmilitär.

NVA[Bearbeiten]

In der NVA der DDR gab es die Zeitverpflichtungsformen Offizier auf Zeit (4 Jahre, Regeldienstgrad: Unterleutnant) und Unteroffizier auf Zeit (3 Jahre, in der Volksmarine 4 Jahre, Regeldienstgrad Unteroffizier bzw. Maat).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Zeitsoldat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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