Zeittafel zur Französischen Revolution

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Dieser Artikel soll einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der Französischen Revolution (1789 bis 1799) bieten.

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Um die Schulden des Staates zu verringern, berief König Ludwig XVI. (zum ersten Mal seit 1614) die Generalstände ein: am 8. August 1788 berief er sie zum 1. Mai 1789 ein; am 5. Mai 1789 trat sie tatsächlich erstmals zusammen. Als erster und zweiter Stand nicht auf ihre Privilegien verzichten wollten und der dritte Stand Wahlmitspracherecht und weniger Steuern forderte, begann am 17. Juni die Revolution. Im August 1789 wurde die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte formuliert. Die Nationalversammlung entwarf 1791 eine Verfassung, die Frankreich in eine konstitutionelle Monarchie umwandelte. Es gab wirtschaftliche Not im Inneren und Einmischung von außen; die Unruhen nahmen zu. König Ludwig XVI. wurde im Januar 1793 hingerichtet; Königin Marie Antoinette im Oktober 1793.

Insbesondere drei gesellschaftliche Gruppen beeinflussten mit wechselndem Erfolg das politische Leben dieser Zeit in Frankreich:

1795 stellte eine neue Verfassung die Gewaltenteilung wieder her. Ein 5-Männer-Direktorium übernahm die Regierung.

Der Beginn des Konsulats am 10. November 1799 gilt als Enddatum der Französischen Revolution.

1789[Bearbeiten]

Eröffnung der Generalstände am 5. Mai 1789
  • 24. Januar: Ludwig XVI. erlässt ein Gesetz, mit dem die Modalitäten zur Wahl von Abgeordneten für die Generalstände gemäß der Ständeordnung festgelegt werden.
  • Januar: Mit Qu'est-ce que le Tiers État? (Was ist der Dritte Stand) des Abbé Sieyès wird eine der zentralen Schriften der Französischen Revolution verfasst.
  • 30. April: Gründung des Bretonischen Klubs.
  • 5. Mai: Die Generalstände treten in Versailles zusammen.
  • 17. Juni: Die Vertreter des Dritten Standes erklären sich zur Nationalversammlung; dies gilt als der Beginn der Revolution und gleichzeitig derer ersten Phase.
  • 20. Juni: Ballhausschwur, bei dem die Abgeordneten des Dritten Standes der französischen Generalstände in Versailles geloben, nicht auseinanderzugehen, bevor sie Frankreich eine Verfassung gegeben hätten.
  • 23. Juni: Der König fordert die Nationalversammlung auf, sich aufzulösen, da es ihr an Legitimität mangele.
  • 27. Juni: Klerus und Adel schließen sich auf Befehl des Königs der Nationalversammlung an.
  • 9. Juli: Erklärung zur verfassungsgebenden Nationalversammlung (Konstituante).
  • 11. Juli: Absetzung des Finanzministers Jacques Necker.
  • 12. Juli: Protestanten brennen Zollstationen in Paris nieder, plündern ein Kloster, bewaffnen sich und bilden eine Bürgermiliz.
  • 14. Juli: Der Sturm auf die Bastille, der später zum Ursprungsmythos der Französischen Revolution wird.
  • 15. Juli: Lafayette wird Kommandant der Nationalgarde.
  • 16. Juli: Necker wird vom König wieder in sein Amt eingesetzt.
  • 17. Juli: Der König wird von der neuen Pariser Stadtspitze empfangen. Die ersten Adeligen emigrieren aus Furcht vor den Aufständischen.
  • Juli/August: La grande Peur (Die große Furcht); Bauern plündern Getreidespeicher, stecken Schlösser in Brand und verbrennen Urkunden.
  • 4. August: Augustbeschlüsse: Abschaffung der Vorrechte von Adel, Klerus, Städten und Provinzen durch die Nationalversammlung.
  • 26. August: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.
  • 30. September: Die ausschließliche Gesetzgebungsinitiative liegt bei der Nationalversammlung. Der König verfügt nunmehr lediglich über ein aufschiebendes Vetorecht.
  • 5. Oktober bis 6. Oktober: Der „Zug der Marktfrauen („Poissarden“) nach Versailles“ zwingt den König zur Rückkehr nach Paris. Der König unterstellt sich dem Schutz von Soldaten der Nationalversammlung und bestätigt die Gesetzgebungskompetenz der Nationalversammlung.
  • 6. Oktober: Der Bretonische Club tagt erstmals; die Sitzung findet im Jakobinerkloster Paris statt.
  • 2. November: Verstaatlichung des Kirchenbesitzes (Säkularisation).
  • 19. Dezember: Die Assignaten werden eingeführt, um die Staatsfinanzen auszugleichen.
  • 22. Dezember: Errichtung der 83 Départements.

1790[Bearbeiten]

  • 28. Januar: Juden aus Paris, Elsass und Lothringen reichen eine Petition bei der Nationalversammlung ein, woraufhin diese per Mehrheitsbeschluss alle Juden als vollwertige Staatsbürger anerkennt.
  • 13. Februar: Die Klöster werden aufgehoben.
  • 21. März: Ein Dekret verfügt die Abschaffung der Gabelle genannten Salzsteuer.
  • 17. April: Die Assignaten erhalten Geldwert.
  • 27. April: Der Club des Cordeliers wird gegründet.
  • 4. Juni: Errichtung der 48 Sektionen von Paris.
  • 19. Juni: Abschaffung des Adels.
  • 12. Juli: Zivilverfassung des Klerus. Im Anschluss an die Départementseinteilung werden neue Diözesen gebildet; die Geistlichen werden zu Staatsbeamten und sollen den Eid auf die (noch nicht verabschiedete) Verfassung leisten. Starker Widerstand des Papstes und des Klerus.
  • 14. Juli: Föderationsfest zum Jahrestag des Bastillesturms auf dem Champ de Mars; in Hamburg findet eine Solidaritätsfeier statt.
  • 6. September: Abschaffung der Parlemente, der bisherigen Gerichtshöfe.
  • 31. Oktober: Alle Binnenzölle werden aufgehoben.
  • 27. November: Ein Dekret der Nationalversammlung verpflichtet den Klerus zum Eid auf die Verfassung. Verabschiedung der Zivilverfassung des Klerus.

1791[Bearbeiten]

Die französische Verfassung von 1791

1792[Bearbeiten]

  • 20. März: Ein Dekret der Nationalversammlung bestimmt das Töten mit der Guillotine zur einzigen Hinrichtungsart bei Todesurteilen in Frankreich.
  • 24. März: Die Girondisten stellen mit Jean-Marie Roland als Innen- und mit Étienne Clavière als Finanzminister erstmals Minister im Kabinett.
  • 20. April: Kriegserklärung an Österreich. Der Erste Koalitionskrieg Österreichs und Preußens gegen Frankreich. Freiheitsmission Frankreichs, die anderen Völker zu befreien.
  • 13. Juni: Der König entlässt alle girondistischen Minister aus der Regierung.
  • 20. Juni: Eine Volksmenge dringt in die Tuilerien ein, der König besänftigt durch Aufsetzen der Jakobinermütze.
  • 11. Juli: Kriegseintritt von Preußen. Die Nationalversammlung proklamiert „la Patrie en danger“ („Das Vaterland in Gefahr“).
  • 25. Juli: Oberbefehlshaber (Herzog von Braunschweig) erlässt Manifest an Pariser mit der Aufforderung zu unbedingter Treue und Gehorsam gegenüber ihrem König.
  • 10. August: Tuileriensturm der Sansculottes; die Nationalversammlung suspendiert den König und setzt ihn und seine Familie im Temple gefangen. Damit hob die Nationalversammlung die Monarchie auf und übernahm die exekutive Regierungsgewalt.
  • 11. August: Das Zensuswahlrecht wird aufgehoben.
  • 19. August: Die preußische Armee marschiert in Frankreich ein (siehe Koalitionskriege)
  • 2. September bis 5. September: Die Septembermassaker; Ermordung zahlreicher politischer Gegner der Sansculottes, darunter zirka 1.400 Geistliche und romtreue Christen.
  • September: Wahlen zum Nationalkonvent nach allgemeinem Männerwahlrecht.
  • 20. September: Die Kanonade von Valmy; erster entscheidender Sieg der Revolutionsarmee, Wende in der militärischen Auseinandersetzung.
  • 21. September: Zusammentritt des neugewählten Nationalkonvents, Abschaffung der Monarchie, Beginn der zweiten Phase der Revolution.
  • 22. September: Ausrufung der Republik (Erste Republik), Einführung des republikanischen Kalenders.
  • 6. November: In der Schlacht von Jemappes siegen die Franzosen über die Österreicher.
  • 19. November: In einem Dekret werden andere Völker des Beistands der Franzosen versichert.
  • 11. Dezember: Beginn des Prozesses gegen den König mit seiner ersten Anhörung.

1793[Bearbeiten]

Die republikanische Verfassung von 1793
  • 24. Juni: Die unter Führung von Louis Antoine de Saint-Just erarbeitete Verfassung des Jahres I wird vom Natinalkonvent verabschiedet (siehe auch 10. August).
  • 13. Juli: Jean-Paul Marat wird von Charlotte Corday ermordet.
  • 17. Juli: Die feudalen Rechte werden aufgehoben.
  • 26. Juli: Die Todesstrafe für Kornaufkäufer, Schieber und Schwarzhändler wird beschlossen.
  • 27. Juli: Maximilien de Robespierre übernimmt den Vorsitz des Wohlfahrtsausschusses.
  • 6. August: Schändung der Königsgräber von St. Denis. Die Gebeine der französischen Könige werden in die Seine geworfen.
  • 10. August: Die Verfassung des Jahres I wird in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit angenommen.
  • 23. August: Der Nationalkonvent verfügt die Levée en masse; Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.
  • 4. bis 5. September: Aufstandsversuch der Pariser Sansculotten gegen den Konvent. Der Konvent akzeptiert strenge revolutionserhaltende Maßnahmen.
  • 5. September: Wohlfahrtsausschuss und Nationalkonvent bekennen sich zum Terror; Beginn des Großen Terrors.
  • 17. September: Gesetz über die Verdächtigen. Legalisierung der Verhaftung beliebiger Verdächtiger.
  • 18. September: Übergabe der Stadt Toulon durch Gegner des Nationalkonvents an die Alliierten.
  • 29. September: Das „Große Maximumgesetz“ regelt Höchstpreise für Güter des täglichen Bedarfs.
  • 5. Oktober: Der Nationalkonvent beschließt den zweiten republikanischen Kalender.
  • 9. Oktober: Lyon, eine Hochburg der Girondisten und Royalisten, wird von den Truppen des Nationalkonvents erobert.
  • 10. Oktober: Unbeschränkte Vollmachten des Wohlfahrtsausschusses.
  • 14. Oktober: Der Prozess gegen die frühere Königin Marie Antoinette beginnt.
  • 16. Oktober: Verurteilung Marie-Antoinettes zum Tode und Hinrichtung am selben Tag.
  • 17. Oktober: In der Schlacht bei Cholet erleiden die Aufständischen der Vendée eine empfindliche Niederlage durch die republikanischen Truppen.
  • 24. Oktober: Das Revolutionstribunal verurteilt die ersten Girondisten zum Tode und lässt sie am 31. Oktober hinrichten.
  • November: Öffentliche Verbrennung der Reliquien der Heiligen Genoveva von Paris.
  • 22. November: Der Konvent legt fest, die zum Verkauf stehenden Nationalgüter in möglichst kleine Objekte zu zerteilen.
  • 18. Dezember: Zurückeroberung der Stadt Toulon durch die Regierungsarmee und Strafgericht gegenüber den Aufständischen.
  • 19. Dezember: Schulpflicht und kostenloser Schulunterricht.

1794[Bearbeiten]

  • 4. Februar: Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien.
  • 15. Februar: Die Trikolore wird Nationalflagge.
  • 26. Februar: Das erste der beiden Ventôse-Dekrete über Maßnahmen gegen „Feinde der Revolution“ erscheint.
  • 14. März bis 25. März: Hinrichtung der Hébertisten.
  • 5. April: Hinrichtung Dantons und seiner Anhänger. (Die Revolution frisst ihre Kinder; Georg Büchner: Dantons Tod).
  • 8. Juni: Robespierre leitet die Feiern des Höchsten Wesens, als offiziellen Staatskult. Vernunfts- und Freiheitskult soll die christliche Religion ersetzen.
  • 10. Juni: Erlass des neuen Terrorgesetzes (die sog. Prairal-Dekrete), Revolutionstribunal verhängt Todesurteile auf bloße Verdächtigung hin und ohne Möglichkeiten der Verteidigung. Beginn des Großen Terrors; „La Grande Terreur“; Hinrichtung von zirka 2500 Gegnern Robespierres.
  • 26. Juni: Im Ersten Koalitionskrieg siegt die Revolutionsarmee in der Schlacht bei Fleurus über die Österreicher.
  • 23. Juli: Die Pariser Kommune legt ein Lohnmaximum fest.
  • 27. Juli: Thermidoraufstand (9. Thermidor II); Absetzung und Anklage Robespierres; Ende des Terrors.
  • 28. Juli: Hinrichtung Robespierres, Saint-Justs und über 100 weiterer Anhänger des Terrors nach Entscheidung durch den Konvent, ein Befreiungsversuch scheitert.
  • 18. September: Der Konvent beschließt die Trennung von Staat und Kirche; Beginn der dritten Phase der Revolution.
  • 11. November: Der Konvent lässt den Jakobinerklub schließen.
  • 8. Dezember: Die girondistischen Deputierten kehren in die Legislative zurück.
  • 24. Dezember: Abschaffung der Maximumgesetze.

1795[Bearbeiten]

Die Direktionalverfassung vom 22. August 1795

1796[Bearbeiten]

1797[Bearbeiten]

1798[Bearbeiten]

1799[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Doyle: Oxford History of the French Revolution, 3. Auflage, 1990. Greer selbst schätzt die Opferzahl auf 35.000 bis 40.000.