Zeittafel zur Französischen Revolution

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Dieser Artikel soll einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der Französischen Revolution (1789 bis 1799) bieten.

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Um die Schulden des Staates zu verringern, berief König Ludwig XVI. am 5. Mai 1789 die Generalstände ein. Als erster und zweiter Stand nicht auf ihre Privilegien verzichten wollten und der dritte Stand Wahlmitsprachsrecht und weniger Steuern forderte, begann am 17. Juni die Revolution. Bereits im August 1789 wurde die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte formuliert. Die Nationalversammlung entwarf 1791 eine Verfassung, die Frankreich in eine konstitutionelle Monarchie umwandelte. Einmischung von außen und wirtschaftliche Not im Inneren führten zu verstärkten Unruhen. König Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette wurden 1793 hingerichtet.

Insbesondere drei gesellschaftliche Gruppen beeinflussten mit wechselndem Erfolg das politische Leben dieser Zeit in Frankreich:

1795 stellte eine neue Verfassung die Teilung der Gewalten wieder her. Ein 5-Männer-Direktorium übernahm die Regierung. Mit dem Beginn des Konsulats am 10. November 1799 endete die Französische Revolution.

1789[Bearbeiten]

Eröffnung der Generalstände am 5. Mai 1789
  • 30. April: Gründung des Bretonischen Klubs.
  • 5. Mai: Die Generalstände treten in Versailles zusammen.
  • 17. Juni: Die Vertreter des Dritten Standes erklären sich zur Nationalversammlung; dies ist der Beginn der Revolution und zeitgleich die erste Phase.
  • 20. Juni: Ballhausschwur, bei dem die Abgeordneten des Dritten Standes der französischen Generalstände in Versailles geloben, nicht auseinanderzugehen, bevor sie Frankreich eine Verfassung gegeben hätten.
  • 27. Juni: Klerus und Adel schließen sich auf Befehl des Königs der Nationalversammlung an.
  • 9. Juli: Erklärung zur verfassungsgebenden Nationalversammlung (Konstituante).
  • 11. Juli: Absetzung des Finanzministers Jacques Necker.
  • 12. Juli: Protestanten brennen Zollstationen in Paris nieder und plündern ein Kloster.
  • 14. Juli: Der Sturm auf die Bastille.
  • 16. Juli: Necker wird vom König wieder in sein Amt eingesetzt.
  • 17. Juli: Der König wird von der neuen Pariser Stadtspitze empfangen.
  • Juli/August: La grande Peur (Die große Furcht); Bauern plündern Getreidespeicher, stecken Schlösser in Brand und verbrennen Urkunden.
  • 4. August: Augustbeschlüsse: Abschaffung der Vorrechte von Adel, Klerus, Städten und Provinzen durch die Nationalversammlung.
  • 26. August: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.
  • 30. September: Die ausschließliche Gesetzgebungsinitiative liegt bei der Nationalversammlung. Der König verfügt nunmehr lediglich über ein aufschiebendes Vetorecht.
  • 5. Oktober bis 6. Oktober: Der „Zug der Marktfrauen („Poissarden“) nach Versailles“ zwingt den König zur Rückkehr nach Paris. Der König unterstellt sich dem Schutz von Soldaten der Nationalversammlung und bestätigt die Gesetzgebungskompetenz der Nationalversammlung.
  • 2. November: Verstaatlichung des Kirchenbesitzes (Säkularisation).
  • 19. Dezember: Die Assignaten werden eingeführt um die Staatsfinanzen auszugleichen.
  • 22. Dezember: Errichtung der Départements.

1790[Bearbeiten]

1791[Bearbeiten]

Die französische Verfassung von 1791
  • 3. September: Die Verfassung des 3. September 1791 wird durch die Nationalversammlung angenommen. Frankreich ist eine konstitutionelle Monarchie.
  • 14. September: Der König leistet den Eid auf die Verfassung und erklärt die Revolution für beendet.
  • 27. September: Die Juden werden von der Nationalversammlung per Dekret den anderen Bürgern gleichgestellt.
  • 1. Oktober: Die gewählte Nationalversammlung (gesetzgebende Versammlung; Assemblée Législative) tritt zusammen.

1792[Bearbeiten]

  • 20. März: Ein Dekret der Nationalversammlung bestimmt das Töten mit der Guillotine zur einzigen Hinrichtungsart bei Todesurteilen in Frankreich.
  • 24. März: Die Girondisten stellen mit Jean-Marie Roland als Innen- und mit Étienne Clavière als Finanzminister erstmals Minister im Kabinett.
  • 20. April: Kriegserklärung an Österreich. Der Erste Koalitionskrieg Österreichs und Preußens gegen Frankreich. Freiheitsmission Frankreichs, die anderen Völker zu befreien.
  • 13. Juni: Der König entlässt alle girondistischen Minister aus der Regierung.
  • 20. Juni: Eine Volksmenge dringt in die Tuilerien ein, der König besänftigt durch Aufsetzen der Jakobinermütze.
  • 11. Juli: Kriegseintritt von Preußen. Die Nationalversammlung proklamiert „la Patrie en danger“ („Das Vaterland in Gefahr“).
  • 25. Juli: Oberbefehlshaber (Herzog von Braunschweig) erlässt Manifest an Pariser mit der Aufforderung zu unbedingter Treue und Gehorsam gegenüber ihrem König.
  • 10. August: Der Tuileriensturm der Sansculottes wird von Danton und Marat angeführt; die Nationalversammlung suspendiert den König und setzt ihn und seine Familie im Temple gefangen. Damit hob die Nationalversammlung die Monarchie auf und übernahm die exekutive Regierungsgewalt.
  • 2. September bis 5. September: Die Septembermassaker; Ermordung zahlreicher politischer Gegner der Sansculottes, darunter zirka 1.400 Geistliche und romtreue Christen.
  • September: Wahlen zum Nationalkonvent nach allgemeinem Männerwahlrecht.
  • 20. September: Die Kanonade von Valmy; erster entscheidender Sieg der Revolutionsarmee, Wende in der militärischen Auseinandersetzung.
  • 21. September: Zusammentritt des neugewählten Nationalkonvents, Abschaffung der Monarchie, Beginn der zweiten Phase der Revolution
  • 22. September: Ausrufung der Republik (Erste Republik), Einführung des republikanischen Kalenders.
  • 6. November: In der Schlacht von Jemappes siegen die Franzosen über die Österreicher.
  • 11. Dezember: Beginn des Prozesses gegen den König mit seiner ersten Anhörung.

1793[Bearbeiten]

Die republikanische Verfassung von 1793
  • 24. Juni: Die unter Führung von Louis Antoine de Saint-Just erarbeitete Verfassung des Jahres I wird angenommen; sie ist jedoch zu demokratisch und kommt deshalb nie zur Anwendung.
  • 13. Juli: Jean-Paul Marat wird von Charlotte Corday ermordet.
  • 26. Juli: Die Todesstrafe für Kornaufkäufer, Schieber und Schwarzhändler wird beschlossen.
  • 27. Juli: Robespierre übernimmt den Vorsitz des Wohlfahrtsausschusses.
  • 6. August: Schändung der Königsgräber von St. Denis. Die Gebeine der französischen Könige werden in die Seine geworfen.
  • 23. August: Der Nationalkonvent verfügt die Levée en masse; Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.
  • 4. bis 5. September: Aufstandsversuch der Pariser Sansculotten gegen den Konvent. Der Konvent akzeptiert strenge revolutionserhaltende Maßnahmen.
  • 5. September: Wohlfahrtsausschuss und Nationalkonvent bekennen sich zum Terror; Beginn der Terrorherrschaft.
  • 17. September: Gesetz über die Verdächtigen. Legalisierung der Verhaftung beliebiger Verdächtiger.
  • 18. September: Übergabe der Stadt Toulon durch Gegner des Nationalkonvents an die Alliierten.
  • 29. September: Das „Große Maximumgesetz“ regelt Höchstpreise für Güter des täglichen Bedarfs.
  • 5. Oktober: Der Nationalkonvent beschließt den zweiten republikanischen Kalender.
  • 10. Oktober: Unbeschränkte Vollmachten des Wohlfahrtsausschusses.
  • 14. Oktober: Der Prozess gegen die frühere Königin Marie Antoinette beginnt.
  • 16. Oktober: Verurteilung Marie-Antoinettes zum Tode und Hinrichtung am selben Tag.
  • 17. Oktober: In der Schlacht bei Cholet erleiden die Aufständischen der Vendée eine empfindliche Niederlage durch die republikanischen Truppen.
  • 24. Oktober: Das Revolutionstribunal verurteilt die ersten Girondisten zum Tode und lässt sie am 31. Oktober hinrichten.
  • November: Öffentliche Verbrennung der Reliquien der Heiligen Genoveva von Paris.
  • 18. Dezember: Zurückeroberung der Stadt Toulon durch die Regierungsarmee und Strafgericht gegenüber den Aufständischen.
  • 19. Dezember: Schulpflicht und kostenloser Schulunterricht.

1794[Bearbeiten]

  • 4. Februar: Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien.
  • 15. Februar: Die Trikolore wird Nationalflagge.
  • 26. Februar: Das erste der beiden Ventôse-Dekrete über Maßnahmen gegen „Feinde der Revolution“ erscheint.
  • 14. März bis 25. März: Hinrichtung der Hébertisten.
  • 5. April: Hinrichtung Dantons und seiner Anhänger. (Die Revolution frisst ihre Kinder; Georg Büchner: Dantons Tod).
  • 8. Juni: Robespierre leitet die Feiern des Höchsten Wesens, als offiziellen Staatskult. Vernunfts- und Freiheitskult soll die christliche Religion ersetzen.
  • 10. Juni: Erlass des neuen Terrorgesetzes (die sog. Prairal-Dekrete), Revolutionstribunal verhängt Todesurteile auf bloße Verdächtigung hin und ohne Möglichkeiten der Verteidigung. Beginn des Großen Terrors; „La Grande Terreur“; Hinrichtung von zirka 2500 Gegnern Robespierres.
  • 26. Juni: Im ersten Koalitionskrieg siegt die Revolutionsarmee in der Schlacht bei Fleurus über die Österreicher.
  • 27. Juli: Thermidoraufstand (9. Thermidor II); Absetzung und Anklage Robespierres; Ende des Terrors.
  • 28. Juli: Hinrichtung Robespierres, Saint-Justs und über 100 weiterer Anhänger des Terrors nach Entscheidung durch den Konvent, ein Befreiungsversuch scheitert.
  • 18. September: Der Konvent beschließt die Trennung von Staat und Kirche. (Beginn der dritten Phase der Revolution)
  • 11. November: Der Konvent lässt den Jakobinerklub schließen.
  • 24. Dezember: Abschaffung der Maximumgesetze.

1795[Bearbeiten]

Die Direktionalverfassung vom 22. August 1795

1796[Bearbeiten]

1797[Bearbeiten]

1798[Bearbeiten]

1799[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Doyle: Oxford History of the French Revolution, 3. Auflage, 1990. Greer selbst schätzt die Opferzahl auf 35.000 bis 40.000.