Zell (Kärnten)

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Zell
Wappen von Zell
Zell (Kärnten) (Österreich)
Zell (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Hauptort: Zell-Pfarre/Sele-Fara
Fläche: 75,44 km²
Koordinaten: 46° 28′ N, 14° 23′ O46.47222222222214.388888888889948Koordinaten: 46° 28′ 20″ N, 14° 23′ 20″ O
Höhe: 948 m ü. A.
Einwohner: 613 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 8,1 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9170
Vorwahl: 04227
Gemeindekennziffer: 2 04 41
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
9170 Zell-Pfarre/Sele-Fara 75
Website: www.zell-sele.at
Politik
Bürgermeister: Engelbert Wassner (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(11 Mitglieder)
6 SPÖ, 4 EL, 1 ÖVP
Lage der Gemeinde Zell im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Zell (Kärnten) im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Zell, slowenisch Sele, ist eine im Norden der Karawanken gelegene zweisprachige Gemeinde mit 613 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Zell liegt in einem abgeschiedenen Seitental an der Nordseite der Karawanken an der slowenisch-österreichischen Staatsgrenze und ungefähr 20 km südlich von Klagenfurt und 6 km südlich von Ferlach. Die Seehöhe des Gemeindegebiets schwankt zwischen 587 m (beim Zusammenfluss der Ribnitza mit dem Huda jama-Bach) und 2139 m (Hochobir). Der Hauptsiedlungsraum am Talboden, der in Ost-West-Richtung verläuft, befindet sich in einer Höhe von ungefähr 950 m.

Zell wird von folgenden Bergen umrahmt: Ferlacher Horn (Grlovec, 1840 m) und Freiberg (Setiče, 1923 m) im Norden, dem Hochobir (2139 m) und den Kuhberg (Kravji vrh, 2025 m) im Osten und der Koschuta (Košuta) mit dem Koschutnikturm (Košutnikov turn, 2136 m) im Süden. Die Koschuta bildet auch gleichzeitig die Grenze zu Slowenien.

Zell-Pfarre
Peiner Kobla in Zell-Pfarre mit Koschuta im Hintergrund
Alte Sägemühle, noch in Verwendung, in Zell
Freibacher Stausee

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zell ist in die drei Katastralgemeinden Zell im Winkel (Sele v Kotu), Zell bei der Pfarre (Sele pri Cerkvi) und Zell bei Sonnegg (Sele pri Ženeku) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 7 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Zell-Freibach (Sele-Borovnica), 142
  • Zell-Homölisch (Sele-Homeliše), 15
  • Zell-Koschuta (Sele-Košuta), 1
  • Zell-Mitterwinkel (Sele-Srednji Kot), 74
  • Zell-Oberwinkel (Sele-Zvrhnji Kot), 68
  • Zell-Pfarre (Sele-Cerkev, auch Sele-Fara[2]), 222
  • Zell-Schaida (Sele-Šajda), 102

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ferlach Sankt Margareten im Rosental Gallizien
Ferlach Nachbargemeinden Eisenkappel-Vellach
Tržič

Geschichte[Bearbeiten]

Zell-Mitterwinkel dürfte als erster Gemeindeteil während des 11. Jahrhunderts besiedelt worden sein. Man vermutet, dass die erste Kirche um 1200 errichtet wurde. Wenige Jahrzehnte später erfolgte die erstmalige urkundliche Erwähnung von Cel (1280). Im Jahr 1492 wird das heutige Gemeindegebiet von osmanischen Truppen durchzogen. 1524 vermeldete das älteste erhaltene „Hollenburger Urbar“ in Zell 43 Höfe. 1630 werden die Bewirtschafter zweier Höfe im Sonnegger Bereich (Meležnik und Kališnik) als erste freie Bauern erwähnt.

1787 wird Zell zur eigenständigen Pfarre erhoben, die Bildung der Ortsgemeinde Zell aus den Katastralgemeinden Zell bei der Pfarre, Zell bei Sonnegg und Zell im Winkel folgte im Jahr 1850.

1920 stimmte Zell mit 97 % für den Anschluss an Jugoslawien. In den ersten Jahren nach dem „Anschluss“ Österreichs (1938) setzten sich laut nationalsozialischer Einschätzung etwa 20 Zellaner „Deserteure“[3] nach Slowenien ab, kehrten aber nach dem deutschen Einmarsch in Jugoslawien im April 1941 zurück und lebten in Ställen, Scheunen und Bunkern. Die wichtigsten Mitglieder der Widerstandsgruppe waren Thomas, Johann, Peter und Valentin Olip, Jernej und Jakob Orasche (Oraže), Franc Pristovnik und die Brüder Florjan und Urh Kelih. Nach der Erstürmung des Bunkers bei der Hlipoutschnik- (Hlipovčnik-) Säge am 2. Dezember 1942 kam es am 16. April 1943 am Landesgericht Klagenfurt „wegen Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Prozess vor dem Volksgerichtshof unter dem eigens dazu aus Berlin angereisten NS-Blutrichter Roland Freisler, in dem 12 Männer, davon 7 aus Zell, sowie die ebenfalls aus Zell stammende Maria Olip zum Tode verurteilt, „für immer ehrlos“ erklärt und am 29. April 1943 in Wien hingerichtet wurden.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Zell 703 Einwohner. Davon gaben 89,1 % Slowenisch als Umgangssprache an, 9,1 % waren deutschsprachig.[5] Zell ist damit die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an Kärntner Slowenen. 98,4 % der Bevölkerung besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 98,1 % der Gemeindebevölkerung, ohne religiöses Bekenntnis sind 1,7 % der Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zell

Politik[Bearbeiten]

Bei der Nationalratswahl 2008 gab es in Zell mit 25,3 % den höchsten Wähleranteil des LIF österreichweit und gleichzeitig mit 0,7 % den geringsten für die FPÖ.[6]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 11 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Engelbert Wassner (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt symbolisiert die Silhouhette des Koschuta-Massivs, das die Südgrenze des Gemeindegebiets bildet, mit dem Kotschutnikturm als höchstem Gipfel. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 26. Juni 1995 verliehen, die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Gustav Januš (* 1939), Schriftsteller, Maler und Lehrer
  • Thomas Olip (1913-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Jakob Oraže (1902-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Franc Pristovnik (1910-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Johann Oraže (1925-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Jernej Oraže (1902-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Florjan Kelih (1908-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Urh (Ulrich) Kelih (1912-1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. So in der slowenischen WP
  3. August Walzl: Gegen den Nationalsozialismus. Widerstand gegen die NS-Herrschaft in Kärnten, Slowenien und Friaul. Carinthia, Klagenfurt 1994, ISBN 3-85378-410-0, S. 84, S. 285, Anm. 51, 52
  4. August Walzl: Gegen den Nationalsozialismus. S. 107f.
  5. Statistik Austria. (PDF; 10 kB) Gemeinde Zell: Demographische Daten/Umgangssprache
  6. Wahlergebnis, BMI, abgerufen 6. Oktober 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zell – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien