Zeltweg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zeltweg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Zeltweg
Wappen von Zeltweg
Zeltweg (Österreich)
Zeltweg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt JU)
Fläche: 8,7 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 14° 45′ O47.19055555555614.751111111111659Koordinaten: 47° 11′ 26″ N, 14° 45′ 4″ O
Höhe: 659 m ü. A.
Einwohner: 7.303 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 839 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8740
Vorwahl: 03577
Gemeindekennziffer: 6 20 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 8
8740 Zeltweg
Website: www.zeltweg.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Dullnig (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
14
6
2
2
1
14 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Zeltweg im Bezirk Murtal
Amering Apfelberg Bretstein Eppenstein Feistritz bei Knittelfeld Flatschach Fohnsdorf Gaal Großlobming Hohentauern Judenburg Kleinlobming Knittelfeld Kobenz Maria Buch-Feistritz Obdach Oberkurzheim Oberweg Oberzeiring Pöls Pusterwald Rachau Reifling Reisstraße Sankt Anna am Lavantegg Sankt Georgen ob Judenburg Sankt Johann am Tauern Sankt Lorenzen bei Knittelfeld Sankt Marein bei Knittelfeld Sankt Margarethen bei Knittelfeld Sankt Oswald-Möderbrugg Sankt Peter ob Judenburg Sankt Wolfgang-Kienberg Seckau Spielberg bei Knittelfeld Unzmarkt-Frauenburg Weißkirchen in Steiermark Zeltweg SteiermarkLage der Gemeinde Zeltweg im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Zeltweg ist eine österreichische Stadtgemeinde mit 7303 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im oberen Murtal in der Steiermark im (Gerichtsbezirk Judenburg).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Zeltweg befindet sich im Aichfeld auf 659 m Seehöhe. Der größte Fluss ist die Mur. Größere Gemeinden, die an Zeltweg grenzen, sind Judenburg und Fohnsdorf.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Farrach (1094)
  • Neufisching (347)
  • Neuzeltweg (808)
  • Pfaffendorf (539)
  • Zeltweg (4388)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Farrach und Zeltweg.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 13. Jahrhundert bestanden einige Bauernhöfe im heutigen Zeltweg. Die Ortschaft wurde damals „CELTWICH“ genannt und 1430 zum ersten Mal erwähnt. Im 15. Jahrhundert hatte man jedoch mit Hungersnöten, Missernten und unheilbaren Krankheiten zu kämpfen. Ab 1569 ließ Erzherzog Karl II. die Murflößerei betreiben, die eine sehr bedeutende Rolle in der Geschichte Zeltwegs spielte. In den folgenden Jahrzehnten wurde Zeltweg größer und die Zuwanderung setzte ein.

Im 18. Jahrhundert sank die Einwohnerzahl wegen des Ausbaus der Verkehrswege wieder stark ab. 1848 entschloss sich der aus Schlesien stammende Graf Hugo Henckel von Donnersmarck, in der Umgebung ein Hüttenwerk zu errichten. Diese industrielle Revolution brachte auch für Zeltweg großen Aufschwung. 1868 wurde in Zeltweg der Bahnhof erbaut.

1874 wurden die Katastralgemeinden Zeltweg und Farrach von der Gemeinde Fohnsdorf abgetrennt und zur neu geschaffenen Gemeinde Zeltweg vereinigt. Der erste Bürgermeister war Heinrich Dillinger.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten viele Zwangsarbeiter aus Frankreich, Italien (IMIs), aus der Sowjetunion, Polen und anderen Nationen in den „Hermann Göring Werken“, wie die VAE damals genannt wurde. Als Freizeitgestaltung gingen sie zum Baden an die Mur. Die Italiener wurden gleich schlecht wie die Russen behandelt. In den Jahren 1944 und 1945 wurde Zeltweg mehrmals von britischen und amerikanischen Bombenflugzeugen bombardiert, was wohl auf die kriegswichtige Industrie und auf den Eisenbahnknotenpunkt zurückzuführen war. Zu Kriegsende wurde Zeltweg zuerst von den Russen und dann von den Briten besetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Zeltweg einen Aufschwung im schulischen und im industriellen Bereich.

Mit 1. Jänner 1966 erfolgte die Stadterhebung von Zeltweg.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bedeutendster Wirtschaftszweig ist die Industrie (Maschinenbau, Verpackungsindustrie, Holzindustrie). Außerdem liegt in Zeltweg der größte Militärflugplatz Österreichs (Fliegerhorst Hinterstoisser), welcher 1937 erbaut wurde.

Verkehr[Bearbeiten]

Blick auf Zeltweg und Umgebung von Norden

Das Zentrum Zeltwegs war durch den LKW-Verkehr stark belastet, denn der Großteil des aus dem Raum Wolfsberg und Obdach kommenden Verkehrs (unter anderem Rundholz, Hackgut und Stückguttransporte) musste durch das Ortsgebiet geleitet werden. Aus diesem Grund wurde am 3. November 2004 eine Umfahrung eröffnet. Sie ist 4,5 km lang, hat 11 Mio. Euro gekostet und entlastet auch Judenburg und Fisching.

Bildung[Bearbeiten]

  • Volksschule
  • Hauptschule (2002 aus den beiden bisherigen Hauptschulen zusammengelegt)
  • Höhere Technische Lehranstalt (HTBLA) für Maschinenbau und Bauwesen

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister: Bürgermeister der Stadt ist derzeit Hermann Dullnig (SPÖ). Erster Vizebürgermeister ist Siegfried Simbürger (SPÖ), zweiter Vizebürgermeister ist Helmut Ranzmaier (ÖVP). Stadträte sind Robert Steinbrugger (SPÖ), der auch für die Finanzen zuständig ist, und Günter Reichhold (SPÖ).

Gemeinderat: Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

Bei der Gemeinderatswahl 2010 waren 6025 Personen wahlberechtigt. 3847 Stimmen wurden abgegeben, davon waren 3776 Stimmen gültig.

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1961.

Blasonierung: In einem von Grün und Silber gespaltenen Schild ein silbernes, fünfspeichiges Zahnrad im rechten und zwei schwarze Schrägrechtsbalken im linken Felde.[2]

Formel 1[Bearbeiten]

1964 war Zeltweg Gastgeber des ersten Großen Preises von Österreich in der Formel 1. Das Rennen fand auf dem Gelände des Militärflugplatzes statt.

Nur zwei Kilometer entfernt, in Spielberg, befindet sich der Red Bull Ring, welcher 1969 als Österreichring eröffnet wurde. Von 1970 bis 1987 und von 1997 bis 2003 wurde der Große Preis von Österreich dort ausgetragen. Bis Juni 2014 war der Österreich-Grand-Prix nicht mehr im Rennkalender der Formel 1.

Anfang 2004 wurde die Strecke an Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz verkauft, der mit einer Investition von rund 700 Millionen Euro ein Motorsport- und Luftfahrtszentrum errichten wollte, dieses Vorhaben scheiterte jedoch an der Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Rennstrecke wurde 2011 wiedereröffnet, ein Wertungslauf der DTM fand 2011 statt.

Am 27. Juli 1969 wurde der neue, für rund 25 Millionen Schilling gebaute, Österreich-Ring, am 21. September 1969 der Salzburg-Ring eröffnet. Das Rennen um die Formel 1 machten die Steirer, sie bekamen ab 1970 für vorerst zehn Jahre einen Formel-1-WM-Lauf. Es sollten 18 Grands Prix und sieben weitere auf dem A1-Ring daraus werden.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

AirPower[Bearbeiten]

Alle zwei Jahre findet auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser die „AirPower“ statt. Diese Flugschau zählt zu den größten ihrer Art in Europa und lockte 2009 über 200.000 Besucher in zwei Tagen an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Farrach um 1820, Lith. J.F. Kaiser
  • Schloss Farrach: 1670 bis 1680 wurde das Schloss Farrach durch Carl Friedrich von Teufenbach im Stile eines Italienischen Renaissanceschlosses errichtet. Das Schloss wurde im Inneren mit Stuckarbeiten versehen. Seit 1986 ist das Schloss im Besitz von Anton und Ingrid Hartleb, die das Schloss restauriert und zu einem Veranstaltungszentrum für Kunst und Kultur umfunktioniert haben. Des Weiteren beherbergt das Schloss mit der Schlosstaverne ein 2-Hauben Restaurant.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zeltweg

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Literatur[Bearbeiten]

  • Gernot Fournier: 125 Jahre Eisenbahnsysteme, 1866-1991, Zeltweg 1991.
  • Gernot Fournier: Zeltweg, Zeltweg 1999.
  • Reinhard Möstl: Cosimo Colucci – Ein italienischer Militärinternierter und Zivilarbeiter in den Hermann Göring Werken Zeltweg, Graz 1999.
  • Rainer Puschnig: Zeltweg, Graz 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 12, 1962, S. 46

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeltweg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien