Zenkō-ji

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zenkō-ji (Begriffsklärung) aufgeführt.
Haupthalle des Zenkō-ji
Der Hohepriester segnet Gläubige am Zenkō-ji.

Der Zenkō-ji (jap. 善光寺), auch Shinshū Zenkō-ji (信州善光寺) um ihn von anderen gleichnamigen Tempeln zu unterscheiden, ist ein buddhistischer Tempel im japanischen Nagano in der Präfektur Nagano (früher Shinshū). Die Stadt war ursprünglich im Jahr 1897 um den im Jahr 670 erbauten Tempel errichtet worden. Historische Bedeutsamkeit kommt dem Zenkō-ji darüber hinaus als Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Uesugi Kenshin und Takeda Shingen im 16. Jahrhundert zu, als er als Basis für Kenshin diente.

Der Tempel wurde unter der Herrschaft des Kaisers Kimmei errichtet, aber mehrere Male verlegt, bis er seinen gegenwärtigen Standort bekam. Am Ende der Kamakura-Zeit (1192–1333) kopierten viele Tempel den bis dato berühmt gewordenen Baustil des Zenkō-ji[1], viele neu erbaute Tempel nahmen auch denselben Namen oder Shin-Zenkō-ji („Neu-Zenkō-ji“) an.[2]

In der Sengoku-Zeit (1477–1615) fürchtete der Hohe Abt des Tempels wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen Uesugi Kenshins und Takeda Shingens um die Sicherheit des Zenkō-ji und ließ einen neuen Zenkō-ji im heutigen Kōfu errichten, der immer noch existiert.

1598 verlegte Toyotomi Hideyoshi die versteckte Buddha-Statue des Tempels nach Kyōto und danach nach Shinano. Schließlich wurden sowohl die Statue als auch der Tempel aber wieder nach Nagano zurückverlegt.

Zenkō-ji wird gegenwärtig von 39 Priestern der Sekten Tendai-shū (25 Priester) und Jōdo-Shinshū (14 Priester) verwaltet. In ihm wird der Buddha Amida verehrt, hauptsächlich in Form eines hibutsu, einem versteckten Buddha-Idol, das normalerweise nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird (dies geschieht nur alle 6 bzw. 7 Jahre, zuletzt 2003 und danach erst wieder im Jahr 2009). Der Legende nach soll dieses hibutsu die erste Buddha-Statue sein, die nach Japan gelangte.

Unter der Haupthalle (der honden) ist ein enger und stockdunkler Gang angelegt, den die Tempelgänger durchqueren, um einen dort von der Decke hängenden Schlüssel zu berühren, der dadurch Erleuchtung ermöglichen soll.

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Die Olympischen Winterspiele 1998 wurden durch das Läuten der Zenkō-ji-Tempelglocke eröffnet.

Aus Protest gegen das Vorgehen der Chinesen gegen die buddhistischen Glaubensbrüder in Tibet erteilten die Mönche der Wahl des Tempels als Startpunkt für den olympischen Fackellauf 2008 in Japan eine Absage.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1707 und dürfte eher den Stil der Edo-Zeit reflektieren.
  2. 全国善光寺会. 全国善光寺会, November 2011, abgerufen am 7. März 2013 (japanisch).

Weblinks[Bearbeiten]

36.661666666667138.18777777778Koordinaten: 36° 39′ 42″ N, 138° 11′ 16″ O